23.10.2025
KOOPERATON

invest.austria conference 2025: Politik trifft Kapital – mit Palantir, Bundeskanzler und Top-Investor:innen

Am 5. November wird Schloss Schönbrunn zum Treffpunkt für über 400 Investor:innen, Gründer:innen und Entscheidungsträger:innen: Die invest.austria conference 2025 widmet sich den zentralen Fragen zu Kapitalmarkt, Defence-Tech und KI.
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(c) Alexander Müller

Am 5. November findet in Wien zum fünften Mal die invest.austria conference im Apothekertrakt von Schloss Schönbrunn statt. Die diesjährige Konferenz steht unter dem Motto „Storm Ahead — Still Asleep?“. Bei Österreichs größtem Event für private Investor:innen stehen die drängendsten Fragen der Zeit im Zentrum: Wie begegnen Österreich und Europa den wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen und welche konkreten Strategien führen aus Inflation, Wirtschaftsstagnation und Unsicherheit?

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Politik trifft Kapital

Mit einem hochkarätigen Line-up unterstreicht die Konferenz die Relevanz der diesjährigen Themen: So wird Bundeskanzler Christian Stocker in seiner Keynote eine Einordnung der aktuellen wirtschaftlichen Lage Österreichs geben.

(c) Alexander Müller

Zentrale Figuren des österreichischen Dachfonds wie Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Monika Köppl-Turyna (EcoAustria), Oliver Holle (Speedinvest) und Ulrich Grabenwarter (European Investment Fund) werden über die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Dachfonds sprechen.

Der Fonds, der auf Initiative von invest.austria entstanden ist und nun aufgesetzt wird, gilt als zentrales Instrument zur Stärkung des privaten Kapitalmarkts in Österreich und soll zugleich positive gesamtwirtschaftliche Effekte erzielen. Jörg Goschin, CEO von KfW Capital, wird dazu Erfahrungen aus dem deutschen Modell teilen. Als erfolgreiches Fund-of-Funds-Modell gilt die KfW Capital dem hiesigen Wirtschaftsministerium als Vorbild.

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Konferenz: das KI-Unternehmen Palantir Technologies, gegründet von Peter Thiel, das zuletzt als neuer Lieferant der US-Regierung und mit einem prognostizierten Umsatz von über vier Milliarden US-Dollar für Aufsehen sorgte. Das Unternehmen wird in einer Keynote Einblicke geben, wie es Künstliche Intelligenz strategisch einsetzt und welche Chancen und Risiken daraus für Europa entstehen.

(c) Alexander Müller

Neben KI zählt Defence-Tech zu den dynamischsten neuen Investmentfeldern des Jahres. In einer hochkarätigen Diskussionsrunde werden Oberst Matthias Sebera (Bundesministerium für Landesverteidigung) und Larysa Marchenko (Partnerin EY und Ukraine Reconstruction Lead EY) gemeinsam mit Defence-Tech-Investoren beleuchten, wie Vertriebsprozesse in diesem Sektor ablaufen, worauf Investor:innen in diesem stark regulierten und politisch sensiblen Markt achten und ob der aktuelle Boom nachhaltig ist.

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Privates Kapital als Wachstumsmotor in der Krise und Chinas Blick auf Europa

Ein weiteres zentrales Thema ist die Frage, wie Family Offices, Private-Equity-Manager und Corporate Venture Funds ihr Kapital in der aktuellen Zeit resilient und wirkungsvoll einsetzen.

(c) Alexander Müller

Globale Family Offices wie Harald Quandt Trust und Potrero Capital sowie führende Growth-Investoren wie Nordic Alpha Partners, HarbourVest, StepStone und Verdane – die gemeinsam Portfolios in Milliardenhöhe verwalten – werden darlegen, wie sie ihre Strategien angesichts von Inflation und geopolitischer Unsicherheit neu ausrichten werden.

Mit Song Gelong, Vice President der Chinese Academy of Macroeconomic Research in Peking, nimmt zudem einer der führenden Wirtschaftsexperten Chinas an der Konferenz teil. Er wird darlegen, wie Österreich und Europa aus chinesischer Perspektive als Investitionsstandort wahrgenommen werden, welche Stärken ins Gewicht fallen und wo Aufholpotenzial besteht.

„Der Zeitpunkt könnte nicht relevanter sein“

„Seit der letzten invest.austria conference hat sich die weltpolitische und wirtschaftliche Lage massiv verändert, von geopolitischen Spannungen über den Kurswechsel der US-Außenpolitik bis hin zu einer anhaltend hohen Inflation in Österreich“, erklärt Niki Futter, Präsident von invest.austria. „Gleichzeitig sehen wir konkrete Fortschritte: die Umsetzung des Dachfonds, enorme Dynamiken im Defence-Tech-Sektor und Bewegung in Richtung eines europäischen Kapitalmarkts. Die invest.austria conference ist der Ort, an dem Politik, Kapital und Innovator:innen zusammenkommen und Lösungen entwickeln, die Österreich und Europa handlungsfähig machen. Hier werden Deals besprochen, Ideen ausgetauscht und der Investmentstandort Österreich langfristig gestärkt.“

Startups, Innovation und Networking

Im Ausstellungsbereich der Konferenz präsentieren verschiedene Startups aus den Bereichen KI, Defence- und Deeptech ihre Innovationen. Insgesamt werden über 400 Teilnehmer:innen aus mehr als 20 Ländern erwartet, darunter Investor:innen, Gründer:innen, Fondsmanager:innen sowie politische Entscheidungsträger:innen.

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brutkasten ist Medienpartner der invest.austria conference 2025. Wir werden auch in diesem Jahr von der Kon

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Marie Pierer, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore, und Nino Groß, Head of Brand & Communications bei Instahelp | © Niki Pommer
Marie Pierer, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore, und Nino Groß, Head of Brand & Communications bei Instahelp | © Niki Pommer

Bunt, warm, lebendig und offen: So beschreibt Instahelp seinen neuen Auftritt. Die 2015 gegründete Plattform für Online-Therapie und psychologische Beratung hat gemeinsam mit Studio Furore Logo, Typografie, Farbwelt, Fotografie und Illustration neu entwickelt. Entstanden ist laut Aussendung alles in Graz.

Der Auftritt soll laut Aussendung ein Gegenentwurf zur häufig cleanen und zurückhaltenden Ästhetik des Gesundheitsbereichs sein. Das in der Aussendung als „schnell“ beschriebene Logo rückt ein Kernattribut der Plattform ins Zentrum: den garantierten Erstkontakt mit Psycholog:innen binnen 24 Stunden.

Nino Groß, seit Jänner Head of Brand & Communications bei Instahelp, formulierte laut Aussendung den Markenauftrag, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Über sein Netzwerk kam er laut Aussendung mit Marie Pierer in Kontakt, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore. brutkasten hat bei beiden nachgefragt, was Gründer:innen und Marketingverantwortliche aus dem Projekt lernen können.

1. Die Marke laufend hinterfragen

„Man sollte wohl nie damit aufhören, seine Marke kritisch zu betrachten. Auch, wenn man etwas Ikonisches geschaffen hat“, sagt Groß. Spätestens wenn Markenelemente nicht mehr praktikabel oder im Kontext des Zeitgeists nicht mehr zielführend seien, sei es an der Zeit, etwas zu verändern.

Bei Instahelp sei die Ausgangssituation ideal gewesen: ein starkes Fundament und zehnjähriges Bestehen. „Die Grundidee war von Beginn weg, auf dem Bestehenden aufzubauen und es in die Zukunft zu tragen“, so Groß. Die Marke solle Strahlkraft über den Health-Bereich hinaus bekommen.

„Sei mutig.“: Der neue Auftritt von Instahelp soll laut Aussendung nicht klinisch oder distanziert wirken, sondern nahbar und selbstbewusst | © Studio Furore / Instahelp

2. Mit den W-Fragen beginnen

Als erste Best Practice nennt Groß die strategische Annäherung mit den wichtigsten W-Fragen: „Wozu machen wir das, wo wollen wir damit hin, welche Ziele soll die Marke erreichen, die sie bislang noch nicht erreicht hat?“

Pierer beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Arbeit so: „Am Anfang steht für uns immer die Frage: Was wollen wir eigentlich vermitteln, wen wollen wir erreichen und was sollen Menschen fühlen, wenn sie mit der Marke in Berührung kommen?“

Darauf aufbauend entwickle Studio Furore ein Konzept mit einer klaren Herleitung. Daraus entstehe Schritt für Schritt die Brand Identity, von Logo, Farben, Typografie und Bildwelt bis hin zu Layoutsystem, Gestaltungselementen und Tonalität. Ziel sei ein Aha-Moment, „bei dem man versteht, warum etwas genau so gestaltet ist“.

3. Innen- und Außenperspektive zusammenbringen

Groß steuerte das Projekt in Abstimmung mit der Geschäftsführung und entwickelte das markenstrategische Konzept. Eingebunden waren außerdem die internen Design-Verantwortlichen, die den bisherigen Markenauftritt verantwortet hatten, sowie der CTO.

Diesen Mix zählt Groß zu den Best Practices des Projekts. Es gehe darum, jene, die den Markenkern gebaut haben, mit jenen zusammenzubringen, die ihn weiterentwickeln werden. „Diesen Wissenstransfer braucht es.“ Ebenso wichtig sei, offen und ohne Tabus zu diskutieren, was bleiben darf und was gehen muss. „Greift man die gesamte Identität an, ist das ein schmaler Grat.“

Dass die Entscheidungen im Unternehmen schnell fielen, hat Groß nach eigenen Angaben beeindruckt. Die Marke habe in ihrer Erscheinungsform seit zehn Jahren bestanden. „Von daher ist das keine kleine Intervention, wenn man an die gesamte Identität geht.“

4. Bei der Agentursuche das eigene Netzwerk nutzen

„Wir haben mehrere Angebote eingeholt, das sollte man immer“, sagt Groß. Ausschlaggebend sei im Endeffekt der persönliche Kontakt gewesen. Er kenne die Köpfe hinter Studio Furore schon lange und habe von ihnen nie etwas gesehen, das ästhetisch und handwerklich nicht auf sehr hohem Niveau gewesen sei.

Bei einem Mittagessen mit Pierer und Fotograf Kurt Bauer, der für die Bildwelt verantwortlich zeichnete, sei ihm nach ein paar Sätzen klar gewesen: „Die spüren die Marke.“

Startups und kleineren Unternehmen rät Groß, nach Möglichkeit persönliche Kontakte anzuzapfen, also Personen mit Erfahrung und guten Drähten in die Kreativwirtschaft. „Das spart einerseits Zeit und schützt vor Leerläufen. Andererseits ist es enorm wichtig für die qualitative Einschätzung.“

Der neue Markenauftritt von Instahelp: Die Bildwelt stammt von Fotograf Kurt Bauer | © Studio Furore / Instahelp

5. Konventionen brechen, wenn sie dem Ziel im Weg stehen

Die neue Marke tritt bunt und warm statt klinisch auf. „Ich sehe das eigentlich weniger als Mut, sondern vielmehr als Notwendigkeit“, sagt Pierer dazu. Psychische Themen seien gesellschaftlich schon stark mit Schwere und Unsicherheit behaftet. „Wie soll man Hoffnung vermitteln oder ein Gefühl des Aufatmens schaffen, wenn die Gestaltung genau diese Schwere noch verstärkt?“

Verharmlosen dürfe man das Thema dadurch nicht. „Aber ernst zu nehmen bedeutet nicht automatisch, dass etwas klinisch, kühl oder schwer aussehen muss.“ Dabei müsse jedes Element eine klare Bedeutung haben. „Es geht nicht einfach darum, ein schönes Logo oder eine bestimmte Farbe zu wählen. Die Gestaltung muss in sich stimmig sein und eine Geschichte erzählen.“

Für Pierer hat das Projekt auch eine persönliche Seite. In der Aussendung schildert sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes selbst schwierige psychische Phasen erlebt zu haben. „Wenn ich damals von einem Angebot wie Instahelp gewusst hätte, wäre mir der Weg zur Unterstützung mit Sicherheit leichter gefallen.“

6. Mit kleinem Budget: wenige Dinge richtig machen

Startups mit kleinem Budget rät Pierer, sich am Anfang klar darüber zu werden, wofür man steht und was man vermitteln möchte. „Man braucht nicht sofort ein riesiges Branding oder unzählige Gestaltungselemente. Man braucht ein gutes Konzept.“

Ein durchdachtes Logo, eine passende Farb- und Typografiewelt und eine konsistente Bildsprache könnten schon viel bewirken. Pierer rät davon ab, Trends oder andere Marken zu kopieren, nur weil sie gerade gut funktionieren. Man solle herausfinden, was einen selbst besonders macht, und das konsequent sichtbar machen.

Außerdem solle das Erscheinungsbild flexibel bleiben und mit dem Unternehmen wachsen können. „Eine gute Markenidentität muss nicht von Anfang an riesig sein. Sie muss vor allem eine klare Idee haben.“

Die neue Markenidentität von Instahelp ist laut Aussendung inzwischen vollständig ausgerollt. Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Psycholog:innen und hat bis dato rund 450.000 Beratungen durchgeführt.

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