25.01.2017

Intrapreneurship Conference 2017: Das Gipfeltreffen der Unternehmens-Innovatoren

Am 23. Februar findet in Wien die Intrapreneurship Conference statt. Organisator Hans Balmaekers hat dem Brutkasten verraten, worum es dabei geht und warum Intrapreneure für Unternehmen besonders wichtig sind.
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Man braucht nicht erst ein eigenes Startup gründen, um ein Innovationstreiber zu sein. Nicht einmal programmieren muss man können. Einen Innovationsprozess kann jeder, überall und zu jeder Zeit starten. Intrapreneurship bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie die Beschleunigung eines Kulturwandels und die organisatorische Transformation innerhalb eines Unternehmens. Alles mit dem Ziel, gegebene Wachstumschancen zu nützen.

Erfahrungsaustausch in Wien

Die Intrapreneurship Conference widmet sich all diesen Themen seit dem Jahr 2011 mit Tagungen rund um den Globus. Am 23. Februar findet sie in Wien statt. Unternehmensinnovatoren sollen dabei mit anderen spannenden Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen zusammentreffen, die sie in den eigenen Unternehmen nicht finden, und ihre Erfahrungen austauschen.

Redaktionstipps

Die Arbeitswelt im Wandel

„Die Arbeitswelt ist nicht mehr so stabil wie in der Vergangenheit“, sagt Konferenz-Initiator Hans Balmaekers. „Sie ist heute aufgrund der unterschiedlichen Wettbewerbs-Teilnehmer viel schneller und smarter. Darum müssen alle Personen im Unternehmen den Schalthebel in die Hand nehmen und gemeinsam zu einem Ziel hinarbeiten.“ Dabei ginge es nicht nur darum, wer die besten Ideen hat, sondern auch um eine erhöhte Flexibilität in den Entscheidungsstrukturen.
Viele Unternehmen experimentieren bereits mit neuen organisatorischen und operativen Modellen. Sie verwandeln ihre Kulturen und aktualisieren ihre Fähigkeiten, um bereit für eine Welt des ständigen Wandels zu sein. Es gelte, mit diesen zukunftsorientierten Unternehmen mitzuhalten, meint Balmaekers. Denn: „Die Zukunft der Arbeit hat bereits begonnen.“

Neue Mindsets in die Unternehmen bringen

Je weiter die Digitalisierung voranschreite, umso wichtiger sei es, sich mit Personen auszutauschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Dazu will die Intrapreneurship Conference ihren Teil beitragen. Das wichtigste sei, die Mitarbeiter für neue Mindsets zu begeistern. Je mehr sie in Entscheidungssprozesse integriert werden, umso lieber würden sie für das Unternehmen arbeiten.

Die Speaker

Auf der Konferenz werden zahlreiche Experten aus dem Bereich Innovationsmanagement das Podium betreten. Mit dabei sind Martin Bittner von acccoi, Orit Wolf von Creative Business Solutions, Brutkasten-CEO Dejan Jovicevic, Khalil Bawar von Navigationlab und Isabell Brandenberger von Casinos Austria und viele mehr. Außerdem werden zahlreiche Experten bei Talks und Workshops zugegen sein.

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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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