16.04.2018

Magdalena Hauser und Markus Breitenecker über AI, Blockchain und Startups

Sie ist Tech- und Entrepreneurship-Expertin. Er ist Medien-Manager. Doch zu AI und Blockchain haben beide viel zu sagen. Wir haben Magdalena Hauser und Markus Breitenecker zur Zukunft unserer Gesellschaft mit künstlicher Intelligenz, zum Krypto-Boom und zu ihrem Engagement im Startup-Bereich befragt.
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Markus Breitenecker und Magdalena Hauser
(c) Valerie Voithofer: Markus Breitenecker und Magdalena Hauser

Magdalena Hauser ist die frischgebackene Geschäftsführerin des von ihrem Onkel, Tech-Pionier Hermann Hauser, gegründeten Institute for Entrepreneurship Cambridge –Tirol (I.E.C.T.). Dort hat sie auch die Leitung der Startup-Programme inne. Im Tech-Bereich lässt sich die studierte Ökonomin und Innenarchitektin nichts vormachen. Denn auch bei den Startups, die am I.E.C.T andocken wollen, sind „Artificial Intelligence“ und „Blockchain“ oft nicht mehr als Buzzwords.

Bereits zum zweiten Mal wurde Puls4-Gründer und nun ProSiebenSat1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker 2017 zum „Medienmanager des Jahres“ gekürt. Den „Startup-Spirit“ aus den Anfangsjahren will er auch im Medien-Konzern mit 500 Mitarbeitern und zuletzt rund 150 Millionen Euro Jahresumsatz hochhalten. Mit dem 4GAMECHANGERS Festival versucht Breitenecker den technologischen State of the Art einzufangen. Und dieses Jahr – wie sollte es anders sein – stehen dabei auch AI und Blockchain im Zentrum.

Wir haben die beiden für unser Brutkasten Magazin #6 zum Interview gebeten.


Bei Artifical Intelligence ist von sehr vielen gesellschaftlichen Implikationen auszugehen. Eine kurze Zukunftsvision: Wie schaut die Welt in zehn, fünfzehn Jahren aus?

Hauser: Es gibt natürlich die Angst, dass von heute auf morgen viele Jobs verloren gehen werden. Ich denke unberechtigt. AI wird nicht nur Job überflüssig machen, sondern genauso neue Berufe entstehen lassen. Das haben wir in der Vergangenheit bei allen großen wirtschaftlichen Revolutionen gesehen – neue Technologien machen einige menschliche Tätigkeiten überflüssig und andere neue notwendig. Der Unterschied ist: Früher hatten wir bei solchen Veränderungen mehr Zeit zu reagieren.

Ein Beispiel aus der Medizin, die im Moment neben dem Retail eins der größten Anwendungsfelder für AI ist: Hier wird die Behandlungsqualität steigen. Einem Radiologen kann die AI zum Beispiel helfen, auffällige Stellen in Scans zu finden, außerdem kann mit der Hilfe von AI auf das Wissen unzähliger in der Vergangenheit diagnostizierter und behandelter Fälle, zurückgreifen. Das bedeutet nicht, dass der Radiologe bzw. der Arzt redundant werden, sondern nur, dass die AI ihn bei einer differenzierten Diagnose unterstützen kann und ihm Zeit spart. Sein Berufsbild wird sich wandeln. Er wird sich mehr auf die Behandlung konzentrieren können, auch vielleicht mehr auf die schwierige Kommunikation mit dem Patienten.

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(c) Valerie Voithofer: Magdalena Hauser

Der Radiologe im Beispiel gehört zum hochqualifizierten Bereich. Wie sieht es im niedrigqualifizierten Bereich aus?

Hauser: Das kommt auf die Branche an. In den USA gibt es zum Beispiel heute tatsächlich das große Problem, dass es bald zu wenig LKW-Fahrer geben wird, weil den Job keiner mehr machen möchte. Hier wird AI eine große Lücke füllen, die auf uns zukommt. Mit Autonomous Driving löst AI ein Problem, das wir in den kommenden Jahren sonst haben würden.

Die Aufgabe, die auf uns zukommt, ist es, sich Gedanken darüber zu machen, welche Auswirkungen diese neuen Entwicklungen auf unsere Arbeitswelt haben werden und wie wir damit umgehen. In den USA zum Beispiel beschäftigt man sich über die vom Weißen Haus initiierte Initiative AI Now mit den sozialen und ökonomischen Folgen von AI. Elon Musk fördert mit OpenAI Forschung und Entwicklung für eine sichere Artificial General Intelligence. Und Nick Bostrom diskutiert mit seinem Future of Humanity Institute über die ethischen Auswirkungen von AI. Aus diesen Überlegungen heraus müssen Strukturen entstehen, in denen wir alle Platz haben – das auch in Österreich!

Breitenecker: Artificial Intelligence ist nicht das Problem. Wichtiger sind Fragen wie: Wer programmiert die Systeme? Wem gehören die Programme? Wem gehören die Codes? Wer hat die Intelligenz erfunden und wer ist der Eigentümer? Wenn wir bei den amerikanischen Entwicklungen nur Trittbrettfahrer sind, bekommt Europa ein Problem, auch was die Arbeitsplätze betrifft. Europa muss stärker investieren, sowohl in AI-Themen als auch beim Thema Blockchain. Das ist für die Wirtschaft ein größeres Problem als die Erfindung an sich.

Die AI-Diskussion ist mit einer Diskussion zum Bildungsbereich verknüpft. Vor kurzem ist der CEO von Alibaba, Jack Ma, mit der Aussage viral gegangen, wir sollten unseren Kindern Dinge beibringen, die niemals durch Computer ersetzt werden können. Wir sollten ihnen einen kreativen Zugang ermöglichen. Was ist eure Meinung dazu?

Breitenecker: Da hat er Recht. Wir haben am 4GAMECHANGERS Festival 2018 im April einen ganzen Tag für diese Themen reserviert und beschäftigen uns mit den Fragen: Was bedeutet das für die Next Generation? Was bedeutet das für unser Ausbildungssystem? Gerade in diesem Punkt ist sein Statement sicher richtig. Das ist auch das, was in der humanistischen Lehre seit jeher im Vordergrund stand. Sich reines Fachwissen anzueignen war ja generell nie etwas, was der Meinung der Bildungsexperten entsprach.

„Wir haben in der Vergangenheit vorrangig Factory Worker ausgebildet.“

In den vergangenen Jahren haben sich aber Wirtschaftsexperten in der Bildungsdiskussion lautstark zu Wort gemeldet. Sie sind der Meinung, dass Fächer wie Betriebswirtschaftslehre und Programmieren in der Schule stärker vertreten sein sollen – auf Kosten klassischer, humanistischer Bildungsinhalte.

Breitenecker: Betriebswirtschaftslehre und Programmieren sollte natürlich ein Teil der Ausbildung sein, aber nicht alleine im Fokus stehen.

Hauser: Wir haben in der Vergangenheit vorrangig Factory Worker ausgebildet. Wir lernen in der Schule wie man stillsitzt und Inhalte wiederholt. Das brauchen wir in Zukunft noch weniger als heute. Wir brauchen Menschen, die grenzübergreifend denken können, immer komplexer werdende moralische und auch politische Entscheidungen treffen können. Auf Basis einer Kommunikation, zu der auch die Programmiersprachen gehören werden. Deswegen bin ich der Meinung, dass die Informatik durchaus ein wichtiger Teil der Schulbildung sein sollte.

Breitenecker: Wobei Jack Ma auch gemeint hat, dass Programmieren lernen nicht zwingend ist, da das die intelligenten Maschinen übernehmen.

Hauser: Das stimmt schon. Man muss selbst nicht jeden Code eingeben, aber wissen, wie es grundsätzlich funktioniert.

Und ganz konkret gefragt: Elon Musk und Mark Zuckerberg haben sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen. Findet ihr diese Idee sinnvoll?

Breitenecker: Das ist eine höchst spannende Debatte. Ich persönlich bin der Meinung, dass das eine sinnvolle Idee ist. Allerdings muss das langsam, schrittweise und behutsam eingeführt werden. Es sollte aber am Ende eines digitalen Transformationsprozesses stehen. Die Frage ist natürlich, ob sich das tatsächlich finanzieren lässt.

Hauser: Grundsätzlich kann man in alle Richtungen denken. Es gibt leider zu wenig Beispiele, wie so etwas bereits funktioniert. Aber wenn es funktioniert – warum nicht! Es gibt aus meiner Sicht jedenfalls keinen Grund das bedingungslose Grundeinkomen kategorisch abzulehnen.

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(c) Valerie Voithofer: Markus Breitenecker und Magdalena Hauser

Kommen wir von einer Revolution zur anderen. Bei der AI-Revolution ist es relativ offensichtlich, dass sie für uns alle spürbar sein wird. Wird auch die Blockchain Technologie für den Endverbraucher spürbar sein?

Breitenecker: Die Silicon Valley Giganten haben derzeit einen großen Vorsprung gegenüber Europa. Zu diesen ganz wenigen globalen, marktbeherrschenden Unternehmen, die zentral alle Daten haben und horten und mit ihren Servern weltweit die Macht über die jeweiligen Segmente haben, aufzuholen, ist extrem schwierig für Europa. Deswegen müssen wir auf die nächste technologische Entwicklung setzen. Hier bietet sich mit der Blockchain eine Chance, diese zentralen Machtstrukturen aufzubrechen und die derzeit herrschende Ungleichheit auszugleichen. Das dezentrale Netzwerk entspricht auch eher der europäischen Public Value-Denkweise.

Aber spüren die Verbraucher den Umstieg von einer Technologie zur nächsten? Etwa den Umstieg einer Cloud-basierten Technologie auf eine dezentrale Technologie?

Breitenecker: Es kommt nicht darauf an, ob es eine andere Technologie ist oder eine Weiterentwicklung. Es ist ein Next Step, den die Verbraucher genauso spüren werden, wie sie zurzeit das Internet spüren. Zunächst werden Transaktionen und dann vielleicht auch die Kommunikation, die zwischenmenschlichen, digitalen Beziehungen anders gemanaget.

Bleiben wir beim Beispiel Transaktion: Ich drücke auf den Knopf, um eine Transaktion bei meiner Bank durchzuführen. Was ändert sich?

Hauser: Wenn wir etwa zur Bank gehen, dann ist uns doch egal wie die Transaktion funktioniert. Die Hauptsache ist, am Ende das Geld am Konto ist. Schon heute setzen viele Banken auf Blockchain-Technologie – den Endverbraucher merken das gar nicht.

Aber es ist alles noch so neu. Gerade wird ausgelotet, wo Blockhain überall eingesetzt werden kann. In den Bereichen Smart Contracts und Internet of Things wird die Blockchain vermutlich eine viel größere Rolle spielen, als tatsächlich beim Endverbraucher. Ob dieser mit Fiat-Geld oder Crypto Currency zahlt, wird für ihn keinen großen Unterschied machen.

Ich stimme Markus zu: Es ergibt sich eine Chance für die Wirtschaft in Europa. Wir haben hier die Möglichkeit, etwas aufzubauen und sinnvolle Use Cases zu schaffen.

Also Blockchain auf der einen Seite, Kryptowährungen auf der anderen Seite. Haben Kryptowährungen dann überhaupt eine Zukunft, oder werden die etablierten Währungen im Hintergrund auf Blockchain oder andere Distributed Ledger Systeme umgestellt?

Hauser: Die Technologie hat Zukunft. Und wenn du jetzt Crypto Currencies kaufst, wettest du ja auf die Technologie, die dahintersteckt. Ob Kryptowährungen in Zukunft Bestand haben und sie tatsächlich ein Trading-System werden, das für die ganze Welt interessant ist, weiß ich nicht. Ich bin aber überzeugt davon, dass sich die Technologie im Hintergrund durchsetzen wird.

Markus, du hast vorhin die Zukunft des Medienbereichs angesprochen. Du hast gesagt, AI und Blockchain werden auch hier ein Thema werden. Inwiefern wird das konkret bei euch bei Puls4 spürbar sein?

Breitenecker: Noch hat es keine starken Auswirkungen, da diese Technologie stark transaktionsorientiert ist. Uns interessiert eher der Spirit, der dahintersteht. Der Wandel von zentralen zu dezentralen Vertrauensnetzwerken und was das für die Medienindustrie bedeuten könnte. Ich meine eben die Medienindustrie, die ins Hintertreffen gerät gegenüber den amerikanischen Mediengiganten aus dem Silicon Valley. Make Europe great again. „Disrupt the Disrupters“ ist auch unser Motto beim 4GAMECHANGERS-Festival.

Inwiefern sind Google, Facebook und Amazon Mitbewerber von Puls4?

Breitenecker: Das sind unsere neuen Hauptkonkurrenten. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, unsere bisherigen Konkurrenten, wie der ORF oder RTL, sind keine mehr. Mit diesen Medienhäusern werden/müssen/sollten wir in Zukunft eher Allianzen schließen und versuchen, gegen unsere drei großen Konkurrenten aus dem Silicon Valley zu bestehen und vor allem zu überleben.

Beim 4GAMECHANGERS Festival seid ihr thematisch sehr vielfältig aufgestellt. Wolltet ihr bewusst so breit bleiben oder ist es einfach schwierig einen Fokus zu setzen? Wo seht ihr den Fokus?

Breitenecker: Genau die Breite des Festivals ist unser USP. Wir haben 3 unterschiedlich fokussierte Tage mit dem „4STARTUPS Tag“, dem „4GAMECHANGERS Tag“ und dem neuen „4FUTURE Tag“ und bieten damit für alle Zielgruppen ansprechendes Programm. Beispielsweise der 4STARTUPS Tag deckt natürlich ein breites Themenfeld ab, aber genau diese Breite macht die Zukunft für die Startup-Szene aus. Beim komplett neuen 4FUTURE Tag dreht sich alles um die next generation, und wie wir aus Kids & Youngsters die Gamechanger von morgen machen. Dazu haben wir wieder die namhaftesten Influencer & Webstars vor Ort wie auch das große Finale der offiziellen Austrian eSports League. Startups, Entrepreneure, Investoren, Corporates und Studenten, das Who is Who aus Wirtschaft, Industrie, Politik, Medien-, Kunst- und Kulturszene sowie Influencer, E-Gamer, Spitzen-Sportler, Kids & Jugendliche und viele Erziehungsberechtigte – diese Vielfalt macht unser Festival besonders.

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(c) Valerie Voithofer: Markus Breitenecker

Auf Puls 4 werden regelmäßig unterschiedliche Formate zum Thema Startups ausgestrahlt, wie etwa 2 Minuten 2 Millionen. Woher kommt diese Affinität?

Breitenecker: Wir als Puls 4 sind selbst als kleiner Sender gestartet. Über die Jahre haben wir uns vom Startup zum größten Fernsehanbieter hinaufgearbeitet. Wir versuchen den Startup Spirit am Leben zu erhalten, auch wenn das nicht immer gelingt. Durch die Kooperationen mit Startups versuchen wir, diesen Spirit möglichst tief im Unternehmen zu verankern. Und natürlich machen wir es auch wegen der Quote. Die erste Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“ war noch nicht so erfolgreich, aber mittlerweile ist das unsere meistgesehene Primetime-Show und bereits in der 5. Staffel. Die Einschaltquote ist höher als bei Austria’s Next Topmodel. Man sieht: Das Startup-Thema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es ist cool ein Gründer zu sein.

Genau das wollen wir auch erreichen, da wir dadurch auch unsere Werbekunden von morgen heranziehen. Wir investieren ja mit SevenVentures auch in diese Startups mit Media for Equity oder Media for Revenue Programmen. Drittens tun wir mit dem Startup-Fokus auch etwas, dass die Wirtschaft und den Standort Österreich belebt, weil in dem arbeiten wir.

Bei 2 Minuten 2 Millionen werden sehr oft greifbare Dinge gezeigt: Duschtabs, Rösti-Rollen, eine Fräsmaschine. Spiegelt das die österreichische Startup-Szene wider?

Breitenecker: Es spiegelt nicht die Tech- oder B2B-Startup-Szene wider, aber den österreichischen Erfindergeist und die österreichische Gründermentalität. Wir wollen auch „normale“ Zuschauer erreichen und bilden daher auch Mainstream-Produkte ab. Das Ganze ist aber keine Casting Show, in der Juroren mit Daumen rauf oder Daumen runter entscheiden. Da sitzen echte Investoren, die ihr eigenes echtes Geld investieren.

Bleiben wir beim Thema Startups. Magdalena, du bist mit dem I.E.C.T. ja auch mitten im Startup-Bereich. Was sind aus deiner Sicht große Entwicklungen im AI- und Blockchain-Bereich, die in nächster Zeit aus Österreich kommen werden?

Hauser: So ziemlich jeder zweite Business Plan, der bei uns auf dem Tisch landet, enthält die Begriffe Machine Learning oder AI. Es gib ein paar Ausnahmen, aber bei näherer Betrachtung steht oft nicht viel mehr dahinter, als eine Social Media-Anwendung, API-Abfragen oder irgendeinen Standard-Algorithmus von Google zu nutzen. Im AI- und Blockchain-Bereich sind wir insgesamt noch etwas hinten. Es gibt natürlich auch bei uns interessante Startups in den Bereichen. Was uns jetzt gelingen muss, ist ein Ökosystem zu schaffen, um die Talente und die Exzellenz, von der so gern gesprochen wird, bei uns zu behalten.

Das versuchen wir zum Beispiel mit der I.E.C.T. Summer School on Entrepreneurship: Wir holen international erfolgreiche Serial Entrepreneurs nach Tirol und setzen sie eine Woche lang mit Early-Stage Startups und Forschern aus Technologie und Wissenschaft aus der ganzen Welt zusammen. Das soll einerseits den Startups weiterhelfen, ihre Ideen schneller und mit weniger Stolpersteinen umzusetzen und andererseits Österreich auch als mögliche Option für den Sitz ihrer späteren Firma vorzustellen. So kann etwas entstehen. Dann gibt es zum Beispiel noch eine Initiative, die heißt AI Austria, an der wir uns auch bald beteiligen werden. In dieser Initative sollen Startups und wichtige Influencer im AI-Bereich zusammengeführt werden und darüber diskutieren, wo die Zukunft Österreichs im AI Bereich liegen wird.

Das Eco-System im Bereich AI für Startups – kann das was?

Hauser: Es steckt noch in Kinderschuhen, aber es ist schon etwas da. Clemens Wasner von enlite.ai hat sich mal die Arbeit angetan, das österreichische Ökosystem in einer Map zu skizzieren. Wir haben zum Beispiel großartige Forschung in diesem Bereich an der JKU in Oberösterreich – da sitzen Jürgen Schmidhuber und Sepp Hochreiter mit ihrer Long Short-Term Memory – das sind geniale Köpfe. Dann gibt es ein Startup in Graz, das an Mikroskopen arbeitet, die automatisch Zellen oder Bakterien zählen können. Das ist eben so eine repetitive Arbeit von Forschern, die unglaublich zeitaufwendig ist und die man leicht durch AI ersetzen kann. Spannend ist im Moment, dass gerade ganz viele Daten zugänglich werden, von denen AI-Startups lernen können. Etwa medizinische Daten und Daten offener Universitäten. Das Eco-System beginnt darauf zu reagieren und wird sich in Zukunft auch stärker ausprägen.


Dieser Artikel erschien in gedruckter Form im aktuellen Brutkasten Magazin #6.

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Foto: epilogy.photography

Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).

Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.

Foto: epilogy.photography

Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“

Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.

Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien

Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.

Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.

Foto: epilogy.photography

Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“

Panel: Local Roots, Global Reach

Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.

Foto: epilogy.photography

Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre

Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.

Foto: epilogy.photography

Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein

Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.

Foto: epilogy.photography

Eine Community feiert

Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“


Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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