16.01.2023

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

Interview. Adem Karagöz ist mit gerade einmal 18 Jahren Gründer der Fluggesellschaft Bavarian Airlines. Wir haben genau nachgefragt.
/artikel/interview-adem-karagoez-bavarian-airlines
Bavarian Airlines-Gründer Adem Karagöz | Foto privat
Bavarian Airlines-Gründer Adem Karagöz | Foto privat

Eine Story sorgte dieser Tage in der brutkasten-Community aus mehreren Gründe für Diskussionsstoff: Der 18-jährige Adem Karagöz gründet in München die auf Business-Kurzstreckenflüge fokussierte Bavarian Airlines. Noch dieses Jahr will er losstarten. Wir haben im Interview unter anderem nachgefragt, ob sein Alter ein Thema ist, wie er an das Kapital gekommen ist und was er auf Kritik zum „Klimakiller Kurzstreckenflug“ entgegnet.


Andere 18-jährige Gründer bauen eine App. Woher nimmt man mit 18 das Know-how, eine Fluggesellschaft zu gründen?

Ich habe viele Freunde, die im Aviation-Bereich arbeiten. Ich habe mich immer für Flugzeuge interessiert und war früher selbst Segelflieger. Ich habe dann gesehen, dass der Service von europäischen Airlines in der Business und Economy Class relativ schwach ist und dachte, ich kann das vielleicht verbessern und eine Airline mit gutem Service und gutem Sitzkomfort gründen.

Ich hake nochmal beim Thema Alter nach. 18 ist sehr jung, um eine Airline zu gründen. Sie müssen ja auch Verhandlungen führen, wenn es etwa um Lizenzen geht. Kann Ihr Alter da zum Problem werden?

Bislang gab es bei den Gesprächen, die wir führen, kein Problem mit meinem Alter. Der Businessplan stimmt, die Dokumente stimmen, die Analysen stimmen. Das ist alles geprüft und so lange das alles passt, sind unsere Partner unabhängig von meinem Alter sehr zuversichtlich.

Sie sind erst vor einigen Tagen mit Bavarian Airlines an die Öffentlichkeit gegangen. Was bekommen Sie seitdem für Feedback?

Wir sehen sehr viel positives Feedback in den sozialen Medien. Es gibt aber auch etwas Kritik an uns, vor allem an unseren Plänen, unserer Rechtsform und unserer Organisation. Die Kritik ist aber sehr unübersichtlich, weil sie sich vielfach auf Dinge bezieht, die noch nicht veröffentlicht wurden, etwa die Routenplanung. Wir haben erste Routen angekündigt, die dann kritisiert wurden. Dabei ist der tatsächliche Routenplan noch nicht veröffentlicht.

Sie sprechen von „wir“. Im Impressum auf der Bavarian Airlines-Seite stehen neben Ihrem noch drei weitere Namen. Wer sind die anderen und wie ist das Team zustande gekommen?

Mein Mitgründer ist Natanel Pretzel. Ich hab ihn vor einiger Zeit kennengelernt und er kennt sich auch im Aviation-Bereich aus. Wir haben Bavarian Airlines gemeinsam gestartet und dann den restlichen Vorstand gebildet. Es sind alles Leute, die in ihren Fachbereichen, etwa Finanzen oder Marketing, sehr erfahren sind.

Und wie haben Sie die kennengelernt?

Durch Kontakte.

In anderen Interviews haben Sie gesagt, dass Sie bereits einen zweistelligen Millionenbetrag an Funding aufgestellt haben. Wie haben Sie das so schnell geschafft? Anderen Jungunternehmen fällt das sehr schwer.

Das Geld setzt sich zusammen aus Eigenkapital von mir und den restlichen Gründungsgesellschaftern sowie Investments.

Darf man Namen von Investor:innen erfahren?

Die darf ich aktuell nicht nennen. Wir haben diesbezüglich ein NDA unterzeichnet.

Warum die Namenswahl Bavarian Airlines? Man könnte kritisieren, dass das etwas provinziell klingt…

Wir wollten jedenfalls München als Hub nehmen. Weil es früher einmal die Bavaria Air gab, mit der die Kund:innen relativ zufrieden waren, wo auch der Komfort gut war, wollten wir da anknüpfen. Wir wollten das mit dem gleichen Komfort neu aufsetzen. Wir stehen aber in keinerlei Zusammenhang mit den ehemaligen Gründern und Geschäftsführern der Bavaria.

Ein großer Kritikpunkt nach der ersten Berichterstattung zu Bavarian Airlines war, dass Kurzstreckenflüge gemeinhin als Klimakiller gelten. Sie betonen, dass sie nachhaltig arbeiten werden. Wie soll das geschafft werden?

Durch Sustainable Aviation Fuel. Das ist eine neue Art von Treibstoff, die es ermöglicht, um bis zu 80 Prozent klimafreundlicher zu fliegen. Über Kompensationszahlungen wollen wir dann gänzlich klimaneutral werden. Ob wir es schaffen werden, klimaneutral zu werden, kann ich aber noch nicht sagen.

Kritiker:innen meinen, einige der kolportierten Routen würden sich mit dem Auto oder Zug nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch angenehmer zurücklegen lassen, alleine weil es am Flughafen so lange Wartezeiten gibt. Was sind die Vorteile des Fliegens auf diesen Strecken?

Man kann sich im Flug, ähnlich wie im Zug, voll konzentrieren. Ein großer Vorteil ist die Geschwindigkeit. Zu Tages-Randslots sind insgesamt weniger Reisende unterwegs, dafür mehr Personen, die geschäftlich reisen. Da braucht man höchstens eine halbe Stunde für den Security Check, und den Check-in kann man zuvor online machen. Das bedeutet, dass man nur ein bis eineinhalb Stunden vor Abflug da sein muss.

Einige Routen sind auch nur für Transit-Passagiere gedacht. Die Route München-Frankfurt ist relativ unvorteilhaft mit dem Zug. Mit uns ist man dann schon direkt am Flughafen und muss nicht erst vom Bahnhof dorthin.

Sie haben sicher noch große Pläne. Wo soll die Bavarian Airlines in zehn Jahren stehen?

Bis dahin wollen wir expandieren, größere Flugzeuge anmieten und weitere Ziele anfliegen. Ich möchte noch nichts konkretes dazu sagen, aber wir haben bereits genaue Pläne erstellt, wo die Reise hinführt.

Das heißt, Sie können auch noch nicht sagen, ob später auch Langstreckenflüge geplant sind?

Nein, das kann ich noch nicht sagen. Das wird sich in Zukunft zeigen.

Deine ungelesenen Artikel:
20.10.2026

Zweistelliges Millionen-Investment für Novus: Einst Musk abgesagt, jetzt Ex-Tesla-Ingenieur an Bord

Das Braunschweiger Startup Novus hat sein E-Zweirad in Serie gebracht und schließt eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags ab. Lead-Investor ist 468 Capital, insgesamt stehen über 30 Investoren hinter dem Unternehmen, darunter Ex-Tesla-Ingenieur Eric Bach und der frühere On-Co-CEO Martin Hoffmann.
/artikel/zweistelliges-millionen-investment-fuer-novus-einst-musk-abgesagt-jetzt-ex-tesla-ingenieur-an-bord
20.10.2026

Zweistelliges Millionen-Investment für Novus: Einst Musk abgesagt, jetzt Ex-Tesla-Ingenieur an Bord

Das Braunschweiger Startup Novus hat sein E-Zweirad in Serie gebracht und schließt eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags ab. Lead-Investor ist 468 Capital, insgesamt stehen über 30 Investoren hinter dem Unternehmen, darunter Ex-Tesla-Ingenieur Eric Bach und der frühere On-Co-CEO Martin Hoffmann.
/artikel/zweistelliges-millionen-investment-fuer-novus-einst-musk-abgesagt-jetzt-ex-tesla-ingenieur-an-bord
Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

18-jähriger Airline-Gründer Karagöz: „Bislang kein Problem mit meinem Alter“