23.06.2017

Internet of Things: Risikofaktor Kühlschrank?

Bis 2020 werden über 50 Milliarden Geräte an das Internet angeschlossen sein. Doch was bedeutet das “Internet of Things” für die Datensicherheit? Und was müssen Hersteller und Nutzer beachten?
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Axel Springer NOAH Conference 2017 in Berlin

Bis 2020 werden über 50 Milliarden Geräte an das Internet angeschlossen sein. Dabei geht es nicht nur um Smartphones, Tablets und Computer- schon jetzt ist die Software bei Fernsehern und Autos mindestens genau so wichtig wie die Hardware. Vom Kühlschrank bis zum Kellertor- Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und eigenständig kommunizieren können, werden unser Leben nachhaltig verändern. Mit dem Handy den Ofen schon mal die Pizza aufheizen lassen, bevor man nach Hause kommt? Das wird schon bald möglich sein.

“Vom Kühlschrank bis zum Kellertor- Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, werden unser Leben nachhaltig verändern”

Das “Internet of Things” birgt allerdings auch neuartige Sicherheitsrisiken, so Travis Witteven, CEO des Software Herstellers Avira auf der diesjährigen NOAH Konferenz. Das deutsche IT- Sicherheitsunternehmen hatte 2014 weltweit rund 250 Millionen Nutzer. Für die Auswirkungen dieser Sicherheitsrisiken muss man nicht in die ferne Zukunft blicken. Prominente Beispiele aus den letzen Monaten sind unter anderem der Cyber-Angriff auf die Computersysteme von rund 40 Krankenhäuser und Arztpraxen des britischen “National Health Services” (NHS).

Risiko bei Sicherheitskameras

Im Oktober letzten Jahres fielen mehrere beliebte Websites wie Twitter, Soundcloud und Spotify auf Grund einer von Sicherheitskameras ausgeführten DDoS (“Distributed Denial of Service” ) Attacke zum Opfer. Hier wird durch eine Unmenge an Anfragen eine Überlastung des Datennetzes herbeigeführt. Wie unsicher ironischerweise gerade Sicherheitskameras sind ist dabei schon länger bekannt. Die “Internet of Things” Suchmaschine Shodan beispielsweise zeigt IP- Adresse, Port- und Geräteinfos unter einem bestimmten Suchbegriff auf. Dabei erfasst sie oft Bilder von ungeschützten Webcams, von Konferenzräumen bis zu Kinderzimmern.

Kühlschrank als Risikofaktor

Wird bald jeder heimische Kühlschrank zum potentiellen Risikofaktor? Wenn es nach Travis Witteven geht, lassen sich viele prominente Sicherheitslücken vermeiden. Dies allerdings erfordert ein neues Bewusstsein für Datensicherheit, sowohl von Herstellern als auch von Nutzern. Viele Hersteller haben immer noch das Gefühl, sich zwischen smart, günstig und sicher entscheiden zu müssen. Funktionalität ist wichtiger als Sicherheit, so oft das Kredo. Dabei ist gerade Sicherheit ein entscheidender Faktor, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen- und somit eine Investition in die Zukunft. Zudem muss es Kunden leichter gemacht werden, sich über die Sicherheitseinstellungen ihrer Produkte zu informieren, und gegebenenfalls selbst Änderungen vorzunehmen. Voraussetzung hier ist natürlich ein Grundinteresse der Kunden- und für dieses ist noch viel Aufklärung nötig. Noch ein kleiner Anfängertip von Witteven: generische Kombinationen aus Username und Passwort vermeiden, das hilft oftmals schon.

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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