Krypto-Investments von institutionellen Anlegern 2022 um 95 Prozent gefallen
Institutionelle Großanleger wie Vermögensverwalter oder Fonds steckten auch 2022 Gelder in Krypto-Investmentprodukte. Gegenüber dem Vorjahr brach die investierte Summe laut einem neuen Report jedoch ein.
Sie galten als einer der Treiber im vergangenen Krypto-Bullenmarkt: Institutionelle Investoren wie Vermögensverwalter oder Pensionsfonds, die an den Finanzmärkten das große Geld bewegen. Wenn diese erst einmal beginnen würden, im großen Stil in Krypto-Assets zu investieren, würden die Kurse kein Halten mehr kennen – so lautete ein beliebtes Narrativ im 2021er-Bullenmarkt.
Viele Kleinanleger:innen wollten den Einstieg der großen Investoren vorwegnehmen – und vom erwarteten Kursanstieg profitieren. Aber es war nicht ausschließlich die Erwartung, dass Großanleger in den Markt kommen würden, es passierte auch tatsächlich. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.
Zahlen beziehen sich auf Investments in Krypto-Finanzprodukte
Der große Krypto-Bullenmarkt von 2021 ist aber nun ohnehin längst Geschichte. Stattdessen erlebte die Branche einen neuerlichen Kryptowinter mit monatelang fallenden Kursen. Was aber bedeutet dieses Umfeld für das Engagement institutioneller Anleger im Krypto-Bereich?
Ein neuer Report von CoinShares zeigt nun ganz konkrete Zahlen für 2022. Der Vermögensverwalter analysiert dazu Daten, die sich auf Krypto-Investmentprodukte beziehen – also auf Derivate, die Kursbewegungen von Coins nachbilden. Institutionelle Anleger sind eine der Hauptzielgruppen für solche Produkte, weil sie häufig nicht direkt in Krypto-Assets investieren können oder wollen.
Weiter Zuflüsse, allerdings weit weniger als im Vorjahr
Den neuen Zahlen von CoinShares zufolge verzeichneten digitale Assets im abgelaufenen Jahr trotz des Krypto-Winters weiterhin Zuflüsse – und zwar in der Höhe von 433 Mio. Dollar. Gegenüber dem Vorjahr war dies aber ein massiver Einbruch: Im Jahr 2021 waren sie noch bei über 9,1 Mrd. Dollar gelegen. Prozentuell gingen sie damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 95 Prozent zurück.
Es ist außerdem der niedrigste Wert seit 2018, als die Zuflüsse 223 Mio. Dollar betragen hatten. 2019, als sich Bitcoin und andere Kryptowährungen nach dem schwachen Jahr zuvor zu erholen begannen, waren 715 Mio. Dollar zugeflossen. Und 2020, als der jüngste Bullenmarkt gegen Jahresende begann, hatten sich die Kapitalzuflüsse bereits auf 6,6 Mrd. Dollar belaufen.
Der Autor des Reports, CoinShares-Analyst James Butterfill kann den Zahlen dennoch Positives abgewinnen: „In einem Jahr, in dem der Bitcoin-Preis um 63 Prozent gefallen ist, in dem ein irrationaler Überschwang einen eindeutigen Bärenmarkt ausgelöst hat und in dem die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik übermäßig gestrafft hat, ist es ermutigend, dass Anleger:innen insgesamt trotzdem weiterhin investiert haben – und in vielen Fällen ihre Positionen weiter ausgebaut haben, wenn die Preise geschwächelt haben“.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Der Web Summit in Lissabon | (c) martin pacher / brutkasten
Für viele Gründer:innen aus Österreich ist der Web Summit in Lissabon im November ein Fixpunkt im Kalender. Was am Ende dabei herauskommt, ist jedoch oft Zufall.
„Viele Startups sind nicht gut vorbereitet. Die fangen ein, zwei, drei Tage vorher an, machen vielleicht das eine oder andere Meeting aus und verlassen sich darauf, dass sie zum Österreicher-Abend gehen“, sagt Andreas Jaritz im Gespräch mit brutkasten. Der Serial Founder, der unter anderem das Remote-Work-Startup Emma Wanderer mitgegründet hat und heute in Lissabon lebt, kennt beide Seiten. Mit seinem eigenen Startup war er selbst am Web Summit im Fundraising unterwegs und kam mit zwei Investoren bis zur Due Diligence.
Aus dieser Erfahrung ist nun ein Programm entstanden. Gemeinsam mit Jasper Ettema, Gründer von JET Growth und Initiator der Startup Investment Academy, startet Jaritz heuer das „Lisbon Launchpad“. Die Idee: Startups sollen nicht „kalt“ in den Web Summit gehen, sondern mit ausgearbeiteter Sales-Strategie, geschärftem Pitch und bereits geknüpften Kontakten. “80 Prozent des Erfolgs solcher Veranstaltungsteilnahmen liegt in der Vorbereitung. Wir zeigen den Teilnehmer:innen wie sie das beste aus ihre Teilnahme machen.”
Zwei Online-Sessions, fünf Tage Lissabon, dann der Summit
Das Programm läuft in drei Phasen. Am 2. Oktober gibt es einen zweistündigen Online-Kick-off, am 23. Oktober eine weitere Online-Session. Vom 4. bis 9. November arbeiten die Teams dann vor Ort in Lissabon mit den Coaches am Markteintritt in Portugal, Sales-Pipeline und Fundraising. Direkt im Anschluss, vom 9. bis 12. November, nehmen sie am Web Summit teil und setzen um, was sie in den Tagen zuvor erarbeitet haben.
Jasper Ettema und Andreas Jaritz, die Initiatoren des „Lisbon Launchpad“ | Foto: zur Verfügung gestell
Inhaltlich stützt sich das Launchpad auf drei Säulen. Erstens die Sales-Strategie mit Ideal Customer Profiles, Buyer Personas, Outreach-Nachrichten und dem Aufbau einer konkreten Pipeline. Zweitens das Fundraising: Finanzierungsbedarf ableiten, Investor:innen-Personas entwickeln, Pitch und One-Pager erstellen. Nach eigenen Angaben erhalten die Teilnehmer:innen dazu Zugang zu einer Investor:innen-Liste mit mehr als 2.500 Einträgen zu über 1.800 europäischen Investor:innen. Drittens der Markteintritt in Portugal und darüber hinaus, etwa in Richtung Südamerika und Afrika, wofür lokale Expert:innen eingebunden werden.
„Ich habe das bei großen Events immer sehr strategisch gemacht. Wie viele Termine machst du aus? Wie sorgst du dafür, dass du nichts dem Zufall überlässt?“, sagt Jaritz. Genau dieses Vorgehen soll im Launchpad vermittelt werden. Die Coachings finden laut Programmbeschreibung in Gruppen- und Einzelformaten statt, jeweils mit einem theoretischen Teil und einer direkten Umsetzung für das eigene Startup. “Wir nehmen dieses Erfolgsformat aus der Startup Investment Academy mit, wo wir einen 100-Prozent-Promotor-Score erreichen haben,” sagt dazu Ettema.
Pitching Night bei den COREangels
Der wohl größte Anreiz liegt in den beiden Side Events, die während der Tage in Lissabon stattfinden. Bei einer Partner Night geht es um den Markteintritt in Portugal, Südamerika und Afrika. Bei einer Investment Night pitchen die Teilnehmer:innen vor Business Angels aus lokalen Netzwerken, darunter den COREangels, einer Angel-Investment-Vereinigung, die laut Jaritz in in mehreren Ländern mit über 300 Angels aktiv zwischen 50.000 und 250.000 Euro investiert.
Dazu kommt ein weiteres Element, das Jasper Ettema erst kürzlich fixieren konnte: Jenes teilnehmende Startup, das den höchsten Grad an „Investment Readiness“ erreicht, kommt auf die Shortlist des Investment Committees der COREangels und darf dort pitchen. Ettema und Jaritz wollen außerdem österreichische Business Angels und Investor:innen zu den Side Events nach Lissabon bringen.
Dass die beiden Initiatoren mit dem Format nicht bei null starten, zeigen die Zahlen der Startup Investment Academy in Graz, auf der das Launchpad aufbaut. “Von den 28 Startups, die bislang teilgenommen und gegründet haben, sind laut Ettema alle noch aktiv, sieben davon haben mittlerweile ein Funding abgeschlossen, und eines machte bereits einen Exit. Jaritz selbst war mit dem Grazer Startup FreyZein Teilnehmer der Academy.
Unterstützung durch Advantage Austria, Förderung über GO International
Unterstützt wird das Launchpad von der Wirtschaftskammer Österreich und Advantage Austria in Lissabon. Die Idee zum Programm entstand laut den beiden im Austausch mit Günther Schabhüttl, der die Außenwirtschaft in Lissabon vertritt. Für die Teilnehmer:innen relevant ist vor allem die Förderschiene: Laut Programmbeschreibung können die Kosten für Launchpad und Web Summit inklusive Beratungs- und Reisekosten je nach Situation des Startups über den Internationalisierungsscheck des GO-International-Programms der Wirtschaftskammer Österreich zu 50 Prozent gefördert werden.
Was es kostet
Das Paket umfasst die beiden Online-Sessions, fünf Tage Gruppen- und Einzelcoaching in Lissabon, die Side Events, alle Methoden und Vorlagen. Anreise und Übernachtungen müssen die Teilnehmer:innen selbst organisieren. Für Einzelgründer:innen kostet die Teilnahme 2.990 Euro exklusive Umsatzsteuer, für Zweierteams 4.990 Euro.
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