14.08.2025
ÜBERNAHME

Instadrive aus Wien übernimmt deutsches B2B-Unternehmen

Mit der Übernahme von Emovy mit Sitz im Baden-Württembergischen Ettlingen steigt Instadrive ins B2B-Geschäft rund um sogenannte "THG-Quoten" ein.
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Die Instadrive-Gründer und -Geschäftsführer (v.l.) Andreas Mutter und Philipp Halla | (c) Instadrive
Die Instadrive-Gründer und -Geschäftsführer (v.l.) Andreas Mutter und Philipp Halla | (c) Instadrive

Von der Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, in Deutschland, bzw. der THG-Prämie in Österreich, können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen profitieren. Das Prinzip ist schnell erklärt: Für die Nutzung von E-Autos bzw. das Betreiben von E-Auto-Ladesäulen kann man sich Geld holen. Die Abwicklung ist vor allem in Deutschland komplex, weswegen sich dort ein ganzer Markt für Anbieter in dem Segment und sogar für Quoten-Händler etabliert hat.

THG-Marktführer, aber bislang mit B2C-Fokus

Auch das 2017 gegründete Wiener Unternehmen Instadrive, das im Hauptgeschäft E-Auto-Abos anbietet und mit ecarso mittlerweile auch ein E-Gebrauchtwagenportal betreibt, hat THG-Quoten bzw. Prämien als Geschäftsfeld für sich entdeckt. Im deutschsprachigen Bereich sei man in kurzer Zeit Marktführer in dem Segment geworden, heißt es vom Unternehmen, das insgesamt in sechs Ländern aktiv ist. Bislang fokussierte es dabei auf den B2C-Bereich, wo man auch die Möglichkeit bietet, einen Teil der Prämie zu spenden, was bislang laut Unternehmen rund 500.000 Euro Spendengeld hereinbrachte.

Instadrive übernimmt deutsche Emovy

Eine Akquisition markiert nun aber den Einstieg in das B2B-Geschäft. Instadrive übernimmt Emovy mit Sitz im Baden-Württembergischen Ettlingen für einen nicht genannten Kaufpreis. Das Unternehmen rund um Geschäftsführer Matthias Kerner ist zur Gänze auf B2B-Dienstleistungen rund um THG-Quoten spezialisiert und hat unter anderem Carsharing-Anbieter, Taxi-Unternehmen oder andere Unternehmen mit größeren E-Auto-Fuhrparks als Kunden.

„Erhebliches Wachstumspotenzial“

„Die Kombination aus der Emovy-B2B-Expertise und unserer Technologieführerschaft in der THG-Quotenabwicklung eröffnet uns völlig neue Synergien – und unseren Kunden neue Vorteile“, kommentiert Instadrive-Co-Founder und -Co-Geschäftsführer Andreas Mutter in einer Aussendung zur Übernahme. Und der zweite Co-Founder und Co-Geschäftsführer Philipp Halla erklärt: „Bisher spielte die Abwicklung von THG-Quoten innerhalb der Instadrive-Gruppe eine eher untergeordnete Rolle.“ Aufgrund der „großen Marktintransparenz“ habe man sich aber nun entschieden, diesem Bereich deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Man sehe darin noch „erhebliches Wachstumspotenzial“.

„Weitere gezielte Akquisitionen“ von Instadrive geplant

Und geht es nach Andreas Mutter, wird es nicht bei der einen Übernahme bleiben: „Der THG-Quotenmarkt ist geprägt von zahlreichen Anbietern, die sich ausschließlich auf diesen Bereich konzentrieren und dadurch hohe Fixkostenstrukturen aufgebaut haben.“ Angesichts niedriger Eigenkapitalquoten vieler Marktteilnehmer erwarte man in den kommenden Monaten und Jahren weitere Marktbereinigungen – „und wir werden diese Gelegenheiten für weitere gezielte Akquisitionen nutzen“, so Mutter.

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Das Ohana Gründer-Trio Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda | (c) Ohana
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Ohana ist eine Kinderschutz-App von Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda. Kurz nach der Gründung 2022 investierten die Runtastic-Gründer rund um Florian Gschwandtner mit ihrer Beteiligungsgesellschaft 8eyes einen nicht näher genannten Betrag in das Startup (brutkasten berichtete). Im Jahr darauf holte man Hansi Hansmann an Bord, welcher ein siebenstelliges Investment mitfinanzierte. 2025 folgte eine Partnerschaft mit Drei. Nun lanciert Swisscom mit Kids Security eine neue App für digitale Kindersicherheit. Die Technologie dahinter stammt vom österreichischen Unternehmen Ohana.

Ohana setzt auf Inklusion und Transparenz

Für ihre neue App Kids Security liefert und betreibt Ohana die Grundlage des neuen Angebots der größten Schweizer Telekommunikationsanbieterin. Sie soll konkret Familien bei einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und Internet unterstützen. Die plattformübergreifende Technologie verbindet dabei technische Schutzfunktionen mit einem Ansatz, der auf Transparenz, Medienkompetenz und die aktive Einbindung von Kindern setzt.

Kids Security ermöglicht Eltern unter anderem, Bildschirmzeiten zu strukturieren, Apps und Online-Inhalte zu verwalten sowie Einblicke in die Gerätenutzung ihrer Kinder zu erhalten. Dabei setzt die Lösung nicht auf reine Kontrolle: Kinder werden aktiv eingebunden, Regeln und Einstellungen bleiben für sie nachvollziehbar und Familien werden dabei unterstützt, gemeinsam einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.

Neues Handlungsfeld für Telekommunikationsanbieter

„Telekommunikationsanbieter begleiten Familien jeden Tag in der digitalen Welt. Damit sind sie auch in einer besonderen Position, Eltern und Kinder dabei zu unterstützen, sich sicher und selbstbestimmt darin zu bewegen“, sagt Orgler, Geschäftsführer von Ohana. „Dass Swisscom digitale Kindersicherheit als Teil des eigenen Angebots aufgreift, zeigt, welche Bedeutung das Thema mittlerweile hat.“

Smartphones, Social Media und Gaming sind längst fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie ihre Kinder schützen können, ohne ihre Privatsphäre übermäßig einzuschränken, heißt es in der Presseaussendung. Für Telekommunikationsanbieter entsteht laut Ohana damit ein neues Handlungsfeld: Neben Konnektivität und Zugang zur digitalen Welt gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie Familien bei der sicheren Nutzung unterstützt werden können.

Ohana-Founder: „Ein Meilenstein“

„Swisscom ist für uns eine wichtige Partnerin und der Launch von Kids Security ein großer Meilenstein“, so Orgler weiter. „Digitale Kindersicherheit wird für Telekommunikationsanbieter zunehmend zu einem Thema, an dem sie nicht mehr vorbeikommen. Wer Familien Zugang zur digitalen Welt bietet, muss sich auch damit auseinandersetzen, wie Kinder diese sicher und gesund nutzen können. Swisscom geht diesen Schritt jetzt und wir sind überzeugt, dass weitere Anbieter folgen werden.“

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