03.07.2017

InspiroBot: „Artificial Intelligence“ persifliert Inspirations-Poster

An Inspirations-Postern scheiden sich die Geister. Bei jenen, die InspiroBot generiert, bedarf es wohl keiner Debatte. Inspiration geht anders.
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(c) InspiroBot

Die einen haben eines im Büro hängen, die anderen finden sie nur peinlich. An Inspirations-Postern (und -Memes) scheiden sich die Geister. Entsprechend erfolgreich sind dann häufig auch Persiflagen auf die Bilder mit den mehr oder weniger weisen Sprüchen und den mehr oder weniger ästhetischen Hintergrundbildern. Im deutschsprachigen Raum ist die Facebook-Seite „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“ seit längerem sehr erfolgreich und hat unter anderem einen Internet-Sprachtrend hervorgerufen. Aus den USA kommt nun „InspiroBot“. Auf der Seite inspirobot.me heißt es, es handle sich um eine „künstliche Intelligenz mit dem Ziel, unendliche Mengen an einmaligen inspirierenden Zitaten zu generieren, um die zwecklose menschliche Existenz endlos zu bereichern.“

+++ Artificial Intelligence: Können Maschinen kreativ sein? +++

Ist InspiroBot tatsächlich künstliche Intelligenz?

Ob man den InspiroBot nun wirklich als künstliche Intelligenz bezeichnen kann, ist fraglich. Das Programm konstruiert Sätze, die zwar grammatikalisch, aber nicht unbedingt in ihrer Bedeutung Sinn ergeben, etwa „Simply being paranoid, doesn’t mean you’re famous“. Es wirkt häufig mehr nach einer eher zufälligen Aneinanderreihung von Worten unter ein paar klar definierten Regeln. Kaum anzuzweifeln ist dagegen, dass es wohl nicht die Intention der Macher war, dass der Bot tatsächlich inspirierende Sätze ausspuckt. Die Sprüche bewegen sich in einem Spektrum zwischen sinnlos und zutiefst bösartig. So empfiehlt der Bot etwa: „It’s never too late to destroy yourself“. Wenn man InspiroBot bereits eine Zeit lang immer neue Sprüche generieren hat lassen, beginnt er zusätzlich zwischen den Sprüchen seltsame Andeutungen von sich zu geben – eine gewisse Beunruhigung beim Nutzer ist wohl ebenfalls von den Machern intendiert.

Er hört einfach nicht auf

Der Suchtfaktor des Bots ist jedenfalls hoch. Denn er hört nicht auf immer neue, immer fragwürdigere Sprüche zu bringen. Da kommt etwa die Weisheit: „Stop saying you’re my favourite customer and start saying i love you“, oder „Smoke. You won’t regret it“. Als Hintergrundbild taucht dann noch dazu zwischendurch plötzlich ein Portrait von Adolf Hitler auf. Fazit: InpiroBot ist wohl eine Art Satire-Projekt. Er gibt dabei viel Anlass zur Erheiterung. Für den Bereich Artificial Intelligence ist er wohl eher zu vernachlässigen.

+++ Kurioser Usecase: Artificial Intelligence benennt Meerschweinchen +++

Hier ein paar Beispiele:

 

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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