14.09.2018

Innovationsplattform H-Farm startet Kooperation mit „der Graphischen“ Wien

Die italienische Innovationsplatzform H-Farm mit dem Magazin Maize startet eine Kooperation mit der "Graphischen" Wien. Unter der Leitung des Lehrbeauftragten Martin Drexler werden Studierende eine Ausgabe des Magazins zum Thema "Zukunft" erarbeiten und Anfang 2019 präsentieren.
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H-Farm / Maize starten Kooperation mit
(c) Adsi Bernard / Die Graphische. Ein Selfie muss sein!

Wenn man an frühe Startup Accelerators denkt, denkt man wahrscheinlich zunächst an Y Combinator. Die H-Farm in Italien allerdings ist sogar noch ein ein paar Monate älter. „H-Farm ist eine besondere Kreatur“, sagt Marta Caroti, die für die Innovationsplattform als Event-Manager arbeitet. „Hauptsächlich betreiben wir drei Haupt-Businesses: Investments, Digitalisierungsservices für Unternehmen und Bildung.“ Seit der Gründung im Jahr 2015 hat H-Farm 26,2 Millionen Euro in 116 innovative, junge Unternehmen investiert und über 1000 Studenten ausgebildet. Das „H“ in H-Farm steht dabei übrigens für „Human“, da in allen Belangen der Mensch im Mittelpunkt stehen soll.

+++ Startup School: Y Combinator nimmt versehentlich 15.000 Startups auf +++

Studierende der „Graphischen“ erstellen Ausgabe des H-Farm Magazins Maize

Der Menschheit verpflichtet fühlt sich auch das an der H-Farm angesiedelte Magazin Maize. Es erforscht neue komplexe Technologien und untersucht, wie sich diese schließlich auf den Menschen auswirken. Mit Perspektiven aus Unternehmertum, Technologie und universitärem Umfeld möchte es zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen und Debatten zu wichtigen Fragen unserer Zeit anstoßen. Nun wurde von H-Farm und der „Graphischen“ Wien eine gemeinsame Kooperation verkündet. Ein Semester lang werden sich Studierende der „Graphischen“ mit der Erstellung eines Ausgabe von Maize befassen. Sie bekommen also die Gelegenheit, wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln. Das Thema der Ausgabe lautet „Zukunft“ und lässt einigen Spielraum.

Maize: Wettbewerb mit internationaler Jury

Das Projekt steht unter der Leitung von Martin Drexler. Er ist Professor für MultiMedia an der „Graphischen; auf ihn und sein globales Netzwerk geht die Kooperation letztlich zurück. „Die Kooperation zwischen der ‚Graphischen‘ und H-Farm ist besondere Ehre und Bestätigung unseres Schaffens zugleich“, so Drexler. Mit den vier Abteilungen der ‚Graphischen‘ – Multimedia, Grafikdesign, Fotographie und Druck – sei die älteste Medienschule der Welt gut für die Kooperation aufgestellt. Im Januar kommenden Jahres wird die Maize-Ausgabe der Studierenden dann einer internationalen Jury mit ExpertInnen in den Bereichen Kommunikation, digitale und analoge Medien sowie Grafikdesign vorgestellt. Matteo Scanni freut sich auf die „fresh minds“ der „Graphischen“ und die Ausgabe der Studierenden, die dann Ende März 2019 erscheinen wird.


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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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