05.03.2026
THEMENPARTNERSCHAFT

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

Die klassische Baustelle wandelt sich zum Anwendungsort für Hochtechnologie. Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR Group, zeigt anhand konkreter Pilotprojekte, wie technologische Innovationen bereits heute den Weg zu einer effizienten Baustelle ebnen.
/artikel/innovation-als-fundament-wie-porr-zur-technologischen-transformation-der-baubranche-beitraegt
PORR
Karl-Heinz Strauss ist CEO der PORR Group. | © Astrid Knie

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von März 2026 “Kraftakt” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Wer an eine Baustelle denkt, hat meist dasselbe Bild im Kopf: Dieselmotoren, Staubwolken und der Geruch von heißem Asphalt. Doch in einem Wohnviertel im 14. Wiener Gemeindebezirk sah die Realität letztes Jahr schon anders aus: Wer hier durch die Straße spazierte, hörte nur noch Elektromotoren. Auf einer Länge von 400 Metern verlegte das österreichische Bauunternehmen PORR hier neue Wasserleitungen – und zwar ausschließlich mit elektrisch betriebenen Geräten. Es ist einer von vielen Mosaiksteinen in einem großflächigen Umbau der Branche.

„Langfristig sehen wir Potenziale in der verstärkten Nutzung von Wasserstoff“, so PORR-CEO Karl-Heinz Strauss. Im sechsten Wiener Gemeindebezirk wurde diese Vision bereits im Oktober 2025 getestet – ein Bautrupp nutzte dort im Rahmen eines Pilotprojekts mit den Wiener Netzen einen Baggerlader, der Wasserstoff unmittelbar als primären Treibstoff verbrennt. Es war der weltweit erste Praxiseinsatz dieses Gerätetyps. In Kombination mit batterieelektrischen Fahrzeugen ließen sich die Emissionen des Bautrupps so um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Beim Pilotprojekt mit den Wiener Netzen wurde weltweit erstmals der Einsatz eines Baggerladers auf Wasserstoffbasis getestet. | © Roland Rudolph/PORR

Doch die Maschinen sind nur die halbe Miete. Die größten Emissionstreiber der Bauwirtschaft bleiben Beton und Asphalt. „Wenn wir unser Mischverfahren optimieren, etwa durch die Zugabe von Recyclingstoffen oder durch energiereduzierte Prozesse, dann kommen wir unserer Vision einer CO2-reduzierten Baustelle schon ein großes Stück näher“, beschreibt Strauss den Weg.

KI als Schlüssel zur optimalen Rezeptur

Wie dieser Zukunftsweg aussehen kann, zeigt das aktuelle Forschungsprojekt „SmartStreet“. In Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck setzt PORR auf KI, um das optimale Mischverhältnis von Asphalt bzw. Beton und recyceltem Material zu ermitteln. Das Problem bisher: Wird Baustoffen recyceltes Material beigemischt, verändern sich deren Materialkennwerte. Das wiederum kann langfristig Auswirkungen auf die Dauerhaftigkeit haben. Um die ideale Rezeptur für einzelne Projekte zu finden, waren daher bislang aufwendige Laborversuche erforderlich.

Mit „SmartStreet“ verändert sich dieser Prozess grundlegend. Ein neuronales Netz lernt, bereits im Vorfeld zu bestimmen, welche mechanischen Eigenschaften das fertige Produkt aufweisen wird, wenn unterschiedliche Mengen und Beschaffenheiten von Rezyklat beigefügt werden. „Es ist unseres Wissens das erste Forschungsprojekt dieser Art“, sagt der PORR-CEO. Das Ziel ist ein erweiterbares Datenmodell, das den Einsatz von Recyclingmaterial optimiert und die Prozesskette massiv beschleunigt. „Wir sehen in der KI großes Potenzial, um den Prozess effizienter zu gestalten und Erkenntnisse für künftige Bauprojekte zu generieren“, so Strauss.

Das Ende der Deponie

Das Ziel dieser Bemühungen ist die Dekarbonisierung. Bis 2030 möchte das Unternehmen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 43 Prozent und die Scope-3-Emissionen um 25 Prozent reduzieren.

Hierzulande markiert die Inbetriebnahme des ersten österreichischen Gips-zu-Gips-Recyclingwerks in Stockerau einen Meilenstein in der Kreislaufwirtschaft. Die neue Anlage kann jährlich bis zu 60.000 Tonnen Altgips so aufbereiten, dass das Rezyklat direkt wieder in die Produktion neuer Gipskartonplatten fließt. „Wir sind bestrebt, Primärrohstoffe, wo wirtschaftlich sinnvoll und technisch machbar, durch Recyclingstoffe zu ersetzen“, so der PORR-CEO.

Auch beim Straßenbau schließt sich der Kreis: In Wien-Simmering wurde 2024 eine Asphaltmischanlage so modernisiert, dass sie theoretisch bis zu 100 Prozent Recyclingmaterial verarbeiten kann. Parallel dazu forscht PORR daran, die Produktionstemperatur von Asphalt zu senken. „Wenn wir die Temperatur des Mischguts bei der Produktion um 30 Grad Celsius senken, reduziert sich der CO2-Ausstoß um rund 22 Prozent“, so Strauss.

Die Asphaltmischanlage in Wien-Simmering. | © PORR

ESG-Fahrplan

All diese Projekte sind Teil der ESG-Strategie der PORR; ein datenbasierter Fahrplan, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Das Unternehmen setzt damit einen Rahmen, der 18 messbare Ziele und 55 konkrete Maßnahmen umfasst. „Damit schaffen wir einen verbindlichen Handlungsrahmen zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsziele. Wir sind überzeugt, dass ESG künftig ein entscheidender Wettbewerbsfaktor bleibt“, so Strauss.


Im Rahmen von Pilotversuchen schafft PORR neue Prozesse und Produkte, die das Bauen klimafreundlicher und effizienter gestalten. Dabei ist die Zusammenarbeit mit innovativen Startups und Jungunternehmen wesentlich. Zum Beispiel geht es um Bereiche wie Materialinnovation genauso wie Digitalisierung der Baustelle und Robotik.

Der Kern der Zusammenarbeit: „Innovation ist kein Ziel an sich, sondern unterstützt immer die Menschen auf den Baustellen. Neue Produkte oder Prozesse müssen ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen und einen konkreten Mehrwert für die Baustelle bringen“, erklärt PORR- CEO Karl-Heinz Strauss. „Wir sind immer an der Zusammenarbeit mit innovativen Partnern interessiert.“

Für mehr Informationen & Fragen [email protected] kontaktieren.


Deine ungelesenen Artikel:
22.10.2026

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden

Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
/artikel/fuenf-jahre-polestar-in-oesterreich
22.10.2026

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden

Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
/artikel/fuenf-jahre-polestar-in-oesterreich
v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Innovation als Fundament: Wie PORR zur technologischen Transformation der Baubranche beiträgt