02.01.2019

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

Doppelinterview: Im Exklusivgespräch mit dem brutkasten gaben Olivier Guillaumond, Global Head of Fintechs bei ING, und Gerald Resch, Generalsekretär des österreichischen Bankenverbandes, spannende Einblicke in die Zusammenarbeit von Fintechs und Banken.
/artikel/ing-bankenverband-fintechs-interview
ING
(c) ING und (c) Bankenverband/Georg Wilke: v.l.n.r. Olivier Guillaumond, Global Head of Fintechs bei ING, und Gerald Resch, Generalsekretär des österreichischen Bankenverbandes,

Herr Guillaumond, Sie haben einen Doktortitel in Astrophysik und einen MBA in Finance. Wie passt das zusammen?

Guillaumond: Ich wollte mich damals noch nicht entscheiden, denn ich finde beide Themenkomplexe interessant und die Verbindung zwischen beiden Disziplinen ist die Mathematik. Ich mag die Komplexität und die Logik. Die Astrophysik hilft mir heute, einen Schritt zurückzutreten und dadurch den Gesamtzusammenhang eines Problems zu erkennen. Aus dieser übergeordneten Perspektive wird der eigene Standpunkt klarer – auch innerhalb eines großen Teams. Ich habe übrigens noch immer ein Teleskop in meinem Wohnzimmer und beobachte die Sterne.

+++ „FinTechs ergänzen mit ihrer kleinen Dosis Disruption die Banken“ +++

Sie kommen ursprünglich aus Frankreich, haben aber nach Ihrem Studium viele Jahre bei Accenture in den Niederlanden gearbeitet.

Guillaumond: Stimmt, ich war bei Accenture zehn Jahre. Das war nicht geplant und eigentlich bin ich dort eher zufällig gelandet, denn mein erster Kunde kam damals aus Amsterdam. Und was für ein Zufall: Ein weiterer Kunde war die ING. So bin ich dann auch in den Bankenbereich eingestiegen und habe die Branche von der Beraterseite kennengelernt. Es hilft mir heute sehr, beide Perspektiven zu kennen.

Der Übergang war nicht nahtlos. Dazwischen haben Sie ja selbst ein Unternehmen gegründet.

Guillaumond: Ja, ich habe mit französischen Freunden Smile aufgebaut, einen Open Source Integrator. Wir waren zunächst in den Benelux-Ländern aktiv. Er wurde sehr schnell sehr erfolgreich – zu erfolgreich, muss ich gestehen. Wir sind viel schneller gewachsen, als wir es erwartet hatten. Aber ich habe in dieser Zeit viel gelernt, auch über die Fintech-Szene. Wir hatten wahnsinnig viele Klienten zu betreuen und konnten gar nicht so schnell neue Mitarbeiter finden, wie es notwendig gewesen wäre. Heute beschäftigt Smile mehr als 1000 Leute und hat einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro.

Seit wann sind Sie bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber?

Guillaumond: Ich bin 2013 zu ING gewechselt. Zunächst war ich für die Umstellung auf die neuen Regularien wie EMIR und MIFID zuständig. Doch mir fehlte der unternehmerische Aspekt in meinem Job. So kam es, dass ich Global Head of Fintechs im Innovation Office von ING wurde.

Was fasziniert Sie so an der Fintech-Szene?

Guillaumond: Alles! Es ist ein sehr positives und dynamisches Umfeld – sehr divers und sehr international. Für mich ist es der richtige Ort, um die Veränderung im Bankenbusiness zu gestalten und einen Impact herzustellen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag als Global Head of Fintechs der ING aus?

Guillaumond: Im Moment reise ich viel und besuche so ziemlich jedes größere Fintech-Event weltweit, denn ich finde es enorm wichtig, die Akteure aus der Fintech-Szene persönlich zu treffen. Konferenzen sind eine hervorragende Möglichkeit, um sich auszutauschen und um ein Gespür für globale Trends zu bekommen. Das ist extrem wertvoll. Ein weiterer Teil meiner Arbeit besteht derzeit auch darin, die besten Mitarbeiter für mein Team zu finden.

Welches Land oder welche Region ist derzeit aus Fintech-Sicht besonders spannend?

Guillaumond: Man kann Fintech nicht mehr lokal, sondern nur noch global sehen. Wenn wir jedoch eine geografische Zuordnung treffen wollen, dann können wir uns die Volumina der Venture Capital Investments der letzten Zeit anschauen. Bei VC-Investments hat Europa die Nase vorne. Sie ist die am schnellsten wachsende Region. In den USA tut sich da zwar weniger, allerdings sind die Volumina dort deutlich höher. Und Asien expandiert mit seinen BigTech-Firmen – zum Beispiel Tencent – derzeit stark nach Europa. Sie steigen hier massiv in den Fintech-Markt ein.

Es gibt einen Grundsatz im Fintech-Bereich: „Neue Probleme brauchen neue Lösungen.“ Gibt es bei den zu lösenden Problemen Unterschiede zwischen Europa und den USA oder Asien?

Guillaumond: Durchaus! In Europa haben wir es mit einem Markt zu tun, in welchem vorrangig Bargeld und Karten als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Deshalb konzentrieren sich Anwenderlösungen in Europa eher darauf, wie man Karten bzw. das Bargeld aufs Smartphone bringt. In Asien ist mehr die Form des Zugangs zum Zahlungssystem ein Thema. Da setzt man zum Beispiel auf Lösungen mittels Gesichts- oder Stimmerkennung und Fingerprint.

Was heißt das für die hiesige Fintech-Szene?

Guillaumond: Tatsächlich müssen hiesige Fintechs wachsam bleiben, denn eines kann man derzeit gut beobachten: Die großen Non-Banking BigTechs aus Asien gehen interessante Kooperationen mit anderen großen technologiegetriebenen Unternehmen, darunter auch Fintechs, ein. Gemeinsam entwickeln sie Innovationen, die auch für den europäischen Markt relevant werden können. Dennoch stellen die europäischen Regularien derzeit noch eine große Barriere für sie da.

Was bedeutet das konkret für ING?

Guillaumond: Wir arbeiten weiterhin an unserer Plattformstrategie, um den Kunden das beste Angebot und die besten Services anzubieten. Wir sind davon überzeugt, dass sich unsere Kunden künftig noch viel stärker als heute auf Plattformen im Netz treffen werden: bei Amazon, Facebook oder Zalando – oder auf einer unserer eigenen Plattformen. Und genau die wollen wir schaffen.

Wohin geht die Reise? Müssen Banken stärker als bisher mit Fintechs kooperieren und wie geht die ING das Thema strategisch an?

Guillaumond: Wir sehen Fintechs nicht als Konkurrenz, sondern als Partner. Ich denke, es gibt mehr Konkurrenz zwischen den Fintechs untereinander als zwischen ihnen und den Banken. Wir verfolgen einen dreigeteilten Ansatz: Wir gründen selbst Fintechs, wenn wir das Gefühl haben, dass es noch nichts Vergleichbares auf dem Markt gibt. Als zweite Möglichkeit gehen wir strategische Partnerschaften ein. Im Bereich der Vermögensverwaltung haben wir das zum Beispiel mit Scalable Capital gemacht. Und drittens haben wir einen mit rund 300 Millionen Euro dotierten VC-Fonds, der im Moment zur Hälfte investiert ist.

Herr Resch, aus Ihrer Sicht als Generalsekretär des Bankenverbandes: Was bringt es, als Bank ein Fintech zu gründen?

Resch: Einer der wesentlichen Vorteile ist, dass man selbst über alle Daten verfügt. Bei Partnerschaften ist das schon schwieriger. Da gibt es datenschutzrechtliche und technologische Einschränkungen bzw. Herausforderungen.

Welchen Vorteil hat die strategische Partnerschaft gegenüber der Eigenkreation?

Resch: Wenn Banken eigene Lösungen entwickeln und als Bank anbieten, dann unterliegen sie allen strengen Regularien des Bankensektors und müssen die für Banken vorgeschriebenen Reporting-Anforderungen erfüllen. Das kann mühsam werden. Nützt die Bank allerdings ein Fintech als Service Provider, wird es für alle Beteiligten – inklusive den Kunden – einfacher. Fintechs unterliegen nicht – oder noch nicht – denselben Regeln wie Banken.

Die Forderungen nach Regulierung werden immer lauter. Die europäischen Vorgaben sind im globalen Vergleich streng. Ist das gut oder bremsen diese die Innovationen der europäischen Fintechs im internationalen Vergleich künftig aus?

Resch: Wir sind absolut für eine faire und gute Regulierung. Aber die Regeln müssen klar sein und für alle verbindlich sein. Bislang sind die Vorgaben nicht einheitlich, was auch daran liegt, dass der Umgang bzw. das Verständnis von Themen wie Daten- oder Konsumentenschutz in den Ländern völlig unterschiedlich ist. Darüber wird zu reden sein.

Wie müsste eine faire Regulierung für Banken und Fintechs aussehen?

Resch: Wir wünschen uns eine Fit-to-Purpose-Regelung – also mit Maß und Ziel. Man soll dabei auch diskutieren dürfen, ob die eigenhändige, analoge Unterschrift in einer digitalisierten Welt noch zeitgemäß ist.

Es gelten in Österreich sehr spezielle Regelungen für die Gründung von Fintechs. Warum gehen viele österreichische Fintech-Unternehmer lieber nach Deutschland? Ist Gründen in Österreich zu mühsam?

Resch: Im Vergleich zu London, Zürich oder Berlin ist die Fintech-Szene in Österreich erst spät erwacht. Aber wir beobachten, dass sich nun auch in Österreich eine aktive Community bildet. Derzeit gibt es etwa 105 Fintech-Startups hierzulande. Aber es stimmt: Viele sind nach Deutschland gegangen, um zunächst dort zu gründen. N26 ist das beste Beispiel hierfür. Ausschlaggebend ist die Marktgröße. Deutschland hat wesentlich mehr Potenzial als der österreichische Markt. Gerade Geschäftsmodelle, die von ihrer Skalierbarkeit leben, haben in größeren Märkten einfach mehr Chancen.

Welche Vorteile bietet Österreich?

Resch: Für Österreich spricht zunehmend die Anzahl gut ausgebildeter Leute und die Nähe zu den CEE-Märkten. Wir sind hier nicht untätig, um den Standort Österreich zu stärken, um Talente zurückzuholen oder sie für die Gründung zu begeistern. Nicht umsonst hat in Wien die FinTechWeek Vienna als Treffpunkt der Fintech- und Startup-Szene für Zentraleuropa an mehreren Standorten stattgefunden. Es gab 15 verschiedene Veranstaltungen, die alle ausverkauft waren, die internationale Beteiligung war hoch.

Zurück zu Ihnen, Herr Guillaumond: Die ING hat sich in Österreich einem Rebranding unterzogen, weitere Länder werden folgen. Was war der Grund hierfür und welche Bedeutung hat Österreich für die ING Group?

Gauillaumond: ING ist eine der weltweit stärksten Bankenmarken mit Präsenz in über 40 Ländern. Sie steht für internationalen Erfolg und Digitalisierung. Mit dem Rebranding – der Anpassung an die ING Marke – sollen noch mehr Klarheit, Stärke und Zugehörigkeit zu den Kolleginnen und Kollegen weltweit zum Ausdruck gebracht werden. Wir können damit noch stärker am österreichischen Markt auftreten.

Österreich ist für uns ein hervorragender Testmarkt, um Neues zu entwickeln. Wir haben ja hier kein Filialnetz wie in anderen Ländern, sondern sind vor allem als Online-Bank präsent. Das gibt uns die Möglichkeit, Dinge relativ rasch und unkompliziert auszuprobieren. Zudem sind wir der Meinung, dass sich Österreich derzeit aus vielerlei Gründen zu einem sehr interessanten Fintech-Markt entwickelt. Daher wollen wir präsent sein und den Markt unterstützen.

Dennoch haben Sie sich nicht für Wien entschieden, als Sie in Berlin, London oder Singapur die ING-Labs eröffneten …

Gauillaumond: Das stimmt, aber der Aufbau der Labs folgt einer bestimmten Idee. Vor einigen Jahren starteten wir mit einem Accelerator in Amsterdam, jetzt folgt die Eröffnung der Labs. Wir bauen dort Teams aus Branchenexperten, Gründern oder Bankern auf. Wir testen hier verschiedene Modelle aus und es ist herausfordernd, dass gleich in vier Städten auf verschiedenen Kontinenten parallel zu begleiten.

Noch eine letzte Frage: Wie sieht die Zukunft von Bitcoin und Blockchain aus?

Guillaoumond: Bitcoin ist derzeit noch ein sehr spekulatives Thema. Solange Kryptoassets nicht reguliert sind, wird es nicht möglich sein, einen entsprechenden Anlegerschutz aufzubauen. Bezüglich Blockchain denke ich, dass die Technologie im Moment deutlich überbewertet ist, langfristig aber unterschätzt wird. Damit Blockchain gut funktioniert, braucht es entsprechende Datenvolumina und Rechenkapazitäten, Geschwindigkeit auf der Seite der Infrastruktur und technologische Sicherheit. Das gilt insbesondere im Retail-Bereich.


=> zur Page der ING

=> zur Page von Verband österreichischer Banken und Bankiers

Redaktionstipps
Deine ungelesenen Artikel:
16.09.2026

„Software ist nicht tot“: Amodei, Benioff und Huang stellen neuestes Salesforce-Produkt „AIforce“ vor

Bei seiner Dreamforce-Eröffnungskeynote stellte Salesforce-CEO Marc Benioff AIforce vor und holte die CEOs von Anthropic und Nvidia auf die Bühne – inklusive Debatte über KI-Sicherheit und Europas Rückstand. Der brutkasten vor Ort.
/artikel/software-ist-nicht-tot-amodei-benioff-und-huang-stellen-neuestes-salesforce-produkt-aiforce-vor
16.09.2026

„Software ist nicht tot“: Amodei, Benioff und Huang stellen neuestes Salesforce-Produkt „AIforce“ vor

Bei seiner Dreamforce-Eröffnungskeynote stellte Salesforce-CEO Marc Benioff AIforce vor und holte die CEOs von Anthropic und Nvidia auf die Bühne – inklusive Debatte über KI-Sicherheit und Europas Rückstand. Der brutkasten vor Ort.
/artikel/software-ist-nicht-tot-amodei-benioff-und-huang-stellen-neuestes-salesforce-produkt-aiforce-vor
Salesforce-CEO Marc Benioff bei der Dreamforce-2026-Eröffnungs-Keynote. © brutkasten

Rund 45.000 Besucher:innen versammeln sich beim jährlichen Flaggschiff-Event des CRM-Riesen Salesforce rund um das Moscone Center in San Francisco. Höhepunkt ist die Eröffnungskeynote von CEO Marc Benioff: Wer einen Platz im größten Saal des Dreamforce-Areals ergattern will, muss bereits Stunden zuvor vor Ort sein.

Hawaiianische Rituale und ein Kurzauftritt von Grammy-Preisträgerin Gwen Stefani überbrücken die Wartezeit, ehe der Salesforce-Mitgründer eindrucksvoll inszeniert die Bühne betritt, um sich dem Leitthema der diesjährigen Konferenz zu widmen: der Transformation von Unternehmen durch autonome KI-Agenten.

Der Dreamforce-Haupteingang in San Francisco.

Anthropic- und Nvidia-CEO mit auf der Bühne

Den Auftakt zum dreitägigen Programm bestreitet Benioff nicht allein. An seiner Seite: Dario Amodei, Co-Founder und CEO von Anthropic, Jensen Huang, CEO von Nvidia, Siemens-CEO Roland Busch sowie mehrere Vertreter:innen aus dem eigenen Haus.

Die Auswahl ist alles andere als Zufall. Mit Claudeforce holt Salesforce seine Applikationen direkt in die Anthropic-Umgebung. Parallel dazu entsteht mit Nvidia das hauseigene Modell „Koa“, das auf Nvidias Nemotron-Architektur aufbaut und mit synthetischen Daten, die auf 27 Jahren Salesforce-CRM-Wissen basieren, trainiert wurde.

„Ich habe kein einziges autonomes Fahrzeug in Europa gesehen“

Geografisch spielt sich Dreamforce zwar in den Vereinigten Staaten ab, dennoch nimmt Europas Position im globalen KI-Wettlauf breiten Raum in Benioffs Eröffnungskeynote ein. Das Bild, das der Salesforce-Mitgründer zeichnet, fällt ernüchternd aus: „Ich war einige Monate in Europa und habe kein einziges autonomes Fahrzeug gesehen“, berichtet der CEO, als Sinnbild für die ungleiche globale Verteilung und die zögerliche Nutzung von KI-Technologien.

„Die Tür ist offen, aber noch nicht jeder ist hindurchgegangen“, führt Benioff aus. Kund:innen, so seine Einschätzung, seien teilweise noch in einer alten Welt verhaftet und hätten die unternehmerische Transformation durch KI noch nicht vollzogen. Genau hier will Salesforce ansetzen, um die Adoption zu beschleunigen.

AIforce vorgestellt

AIforce soll die Arbeitsweise von Unternehmen transformieren.

Konkret wird dieser Anspruch bei der zentralen Produktankündigung, die Benioff im Rahmen seiner Keynote als „die aufregendste in der Geschichte von Salesforce“ bezeichnet: Mit AIforce möchte das Unternehmen Daten, Workflows, Geschäftslogik und Governance direkt in Arbeitsumgebungen wie Slack, Claude oder Salesforce Lightning bringen, ohne dass Nutzer:innen Salesforce selbst öffnen müssen. „KI führt zu einer Revolution der Benutzeroberflächen“, so Benioff laut offizieller Ankündigung. Dabei betont Salesforce von Beginn an, dass das System auf Zero Data Retention setzt. „Deine Daten sind deine Daten“, versichert der CEO mehrfach.

Technisch stützt sich AIforce auf drei bestehende Bausteine: Data 360 liefert den einheitlichen Datenkontext, Customer 360 die Anwendungs- und semantische Intelligenz, Agentforce die digitale Belegschaft aus KI-Agenten. Zum Start zählen dazu Claudeforce, Slackforce und Agentforce Coworker.

Amodei plädiert für Industriestandards

Die Partnerschaftsmarke Claudeforce ist seit August 2026 bekannt; Amodeis Anwesenheit unterstreicht dennoch das Gewicht der Partnerschaft. Auf Benioffs Frage, was ihn zuletzt am meisten überrascht habe, antwortet Amodei: „Das Tempo, nicht nur auf technologischer, sondern auch auf wirtschaftlicher Seite. Ich war schlicht überrascht, dass eine solche Geschwindigkeit in der Geschäftswelt überhaupt möglich ist.“

Auf Benioffs Frage, wie er die „Pacing“-Debatte und den aktuellen Stand der Sicherheit einschätze, antwortet Amodei mit einem Drei-Stufen-Plan, den er wenige Tage zuvor in seinem Essay „We Must Pace the Frontier“ veröffentlicht hatte: zunächst die eigenen Praktiken prüfen und in Transparenz investieren, dann gemeinsame Industriestandards erarbeiten, schließlich eine internationale Abstimmung anstoßen. Umgesetzt sei bislang erst der erste Schritt. Begleitet von drei Sicherheitskräften verlässt Amodei den Saal umgehend nach seinem kurzen Auftritt.

Huang sieht Verantwortung bei den Entwickler:innen

Salesforce-CEO Marc Benioff und Nvidia-CEO Jensen Huang bei der Eröffnungs-Keynote.

Während Amodei bei Sicherheitsfragen einen bedachten, koordinierten Kurs einfordert, vertritt Nvidia-CEO Jensen Huang eine andere Linie: „Sicherheit hat oberste Priorität, in vielerlei Hinsicht ist sie die wichtigste Aufgabe. Allerdings ist Sicherheit zugleich ein Ingenieursproblem“, ein komplexes Rechensystem wie jedes andere, das sich technisch beherrschen lasse. Sein Rezept: zunächst sichere Testumgebungen schaffen, in denen sich Systeme prüfen lassen, und Produkte erst freigeben, wenn man von deren Sicherheit überzeugt ist. Regulatorische Eingriffe des Staates lehnt er ab.

Die Devise laute stattdessen, Innovationen so rasch wie möglich voranzutreiben, ohne Sicherheit zu opfern: „Laufen Sie so schnell Sie können, doch sobald Sie das Gefühl haben, […] das Produkt werde nicht sicher sein, legen Sie eine Pause ein“, so der Nvidia-Chef. Tempo und Sicherheit seien für ihn kein Widerspruch, sondern gleichzeitig erreichbar. Ob sich Unternehmen im permanenten Wettlauf um Marktanteile tatsächlich so diszipliniert selbst bremsen, wie Huang es beschreibt, bleibt allerdings offen.

Das Mantra: „Software ist nicht tot“

Wie ein roter Faden zog sich zudem das Gegennarrativ zur „SaaSpocalypse“ durch den Vormittag. Huang bezeichnete die These vom Ende der Software als „kompletten Unsinn“, Benioff präzisierte: „Software ist nicht tot. Es ist das Ende jener Software, die Menschen die ganze Arbeit machen lässt.“ Ob sich diese Neuerfindung tatsächlich so reibungslos vollzieht, wie auf der Bühne suggeriert, wird sich außerhalb des Moscone Centers erst noch zeigen müssen.


Transparenzhinweis: Die Reise- und Aufenthaltskosten zur Dreamforce wurden von Salesforce übernommen. Auswahl und Bewertung der Themen erfolgten unabhängig davon.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

ING: „Wir sehen Fintechs als Partner, nicht als Konkurrenz“