28.03.2019

Industry meets Makers vernetzt Industriebetriebe mit der Bastler-Community

Was passiert mit den blauen S-Bahnen der ÖBB, wie werden Miethäuser smart und wie werden Daten gelöscht, wenn IoT-Geräte entsorgt werden? Die Projektreihe Industry meets Makers versucht, diese und andere Fragen zu beantworten.
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Industry meets Makers
Die alten S-Bahnen werden schrittweise ausgemustert. Was passiert anschließend mit ihnen?

„Wir sind überzeugt, dass man keine Plastikflaschen braucht, um sauberes Trinkwasser zu verteilen“, sagt Alexander Ramseier. Sein Gerät namens Aquarius besteht aus mehreren Filtern, mit denen verschmutztes Wasser gereinigt wird, so dass daraus Trinkwasser entsteht. Es soll von Menschen in Gegenden mit schlechter Infrastrukturanbindung genutzt werden, um die dortige Lebensqualität zu verbessern. Ein Roll-out des Projekts in Afrika ist derzeit in Arbeit.

(c) Futurebuilt

Ramseiers Projekt ist nur eines von vielen, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Projektreihe „Industry meets Makers“, bei der etablierte Industribetriebe auf kreative Tüftler treffen, umgesetzt wurden. „In den vergangenen Jahren gab es unter anderem smarte Hochbeete, Drohnenprojekte und Blockchainkonzepte“, sagt Sandra Stromberger, die Initiatorin von Industry meets Makers: „Unternehmen wurden gegründet, Patente eingereicht, es gab etliche Jobwechsel und eine Community ist entstanden.“

Industry meets Makers: Der Zeitplan für 2019

Auch 2019 treffen im Rahmen der Industry meets Makers-Reihe die beiden ungleichen Welten aufeinander. Der Kick-off erfolgte am 20.3. im ÖBB Open Innovation Lab in Wien, wo Projekte der vergangenen Jahre vorgestellt und die Briefings der beteiligten Unternehmen vorgestellt wurden. Im März fuhren die Teilnehmer außerdem gemeinsam mit Zügen von Wien und Salzburg nach Linz, sowie nach Graz.

Am 4. und 5. November werden die besten Projekte im Rahmen der Digital Days am Erste Campus in Wien präsentiert. Bis dahin wird es neben der laufenden Projektarbeit noch Event Specials geben, darunter eine Parallelveranstaltung zum ANON Blockchain Summit am 2. und 3. April. Die folgende Grafik zeigt den gesamten Zeitplan von Industry meets Makers 2019.

(c) Industry meets Makers

Die Industry meets Makers-Briefings für 2019

Die von den Industrieunternehmen vorgestellten Projekte sind sehr vielfältig. Hier eine kleine Auswahl:

  • Stichwort IoT: Was passiert mit den auf Geräten gespeicherten Daten, wenn die Hardware nicht mehr benutzt und daher entsorgt wird? Infineon sucht nach Lösungen und stellt dafür einen Chip zur Verfügung
  • Nokia sucht nach kreativen Ideen rund um Smart Parking und Smart City. Anschließend besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit der Stadt Wien ein Proof of Concept zu realisieren
  • Durch Trends wie Car Sharing sinkt die durchschnittliche Lebensdauer von Fahrzeugen rapide. Magna Steyr stellt die Frage, wie die Komponenten anschließend weiterverwendet werden können
  • Die bekannten blauen S-Bahngarnituren der Baureihe 4020 werden schrittweise ausgemustert. Die ÖBB suchen nach kreativen Ideen, wie die Wagen anschließend weiterverwendet werden können
  • Die ZKW Group fragt die Maker, wie sich autonomes Fahren auf die Verwendung von Autoscheinwerfern und -beleuchtung auswirken wird
  • Selbstfahrende Züge sind die Zukunft – doch was bedeutet das für die Türsysteme? IFE sucht Lösungen, welche die Fertigung effizienter und die Fahrt für die Fahrgäste angenehmer gestalten
  • Bei Wacker Neuson beschäftigt man sich mit einer autonomen Rüttelplatte, wie sie unter anderem auf Baustellen eingesetzt wird. Doch wie kann diese noch smarter werden?
  • Das Unternehmen Microtronics sucht Maker, die auf Basis des zur Verfügung gestellten rapidM2M Base Starter eine IoT-Lösung entwickeln
  • In Einfamilienhäusern gibt es bereits Smart Home-Lösungen, einzelne Wohnungsbesitzer setzen ebenfalls derartige Geräte ein. T-Mobile sucht aber nach einer Lösung, mit der ganze Mehrparteien-Mietshäuser smart werden
  • Worthington Industries produziert Stahlflaschen und sucht erstens nach einem ganzheitlichen Konzept für die Digitalisierung der Lieferkette, zweitens nach Sensorik-Lösungen, mit denen die Stahlflasche per se smart wird

Alle Briefings können online unter diesem Link im Detail nachgelesen werden.

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Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey
Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey

Mit Spannung war das heute vorgelegte Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 erwartet worden. Schon im Vorfeld gingen die Wogen wegen kolportierter Kürzungen in verschiedenen Bereichen hoch. Nun hielt Finanzminister Markus Marterbauer seine Budget-Rede und der Ministerrat legte seine Entwürfe für die Bundesfinanzgesetze 2027 und 2028 vor. Die allgemeine Aufregung ist dabei, wie zu erwarten groß.

Das Wirtschafts- und Energiebudget wachse jedoch trotz weitreichender Konsolidierungsmaßnahmen um 25 Prozent (veranschlagt für 2028), betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung. Er nennt die mit zwei Milliarden Euro budgetierte Senkung der Lohnnebenkosten ebenso wie ein 750 Millionen Euro schweres Industriepaket.

Auch ein Update in Sachen Startup-Politik geht aus dem Budget hervor. „Mit dem Startup- und Scaleup-Fonds investieren wir gezielt in Wachstum, Innovation und Zukunft. Die bis zu 100 Millionen Euro Ankerinvestment des Bundes sollen zur Startbahn für die nächste Generation österreichischer Zukunftsunternehmen werden“, wird Staatssekretärin Elisabeth Zehenter in einer Aussendung zitiert.

Ankerinvestment: „bis zu“ und „allenfalls“

Zwei Details, die auffallen: Der bislang als „Scale-up Fonds“ titulierte Dachfonds scheint seinen Namen wieder geändert zu haben. Und das „bis zu“ in der Aussage über das Ankerinvestment kann stutzig machen – wiewohl im weiteren Verlauf der Aussendung die 100 Millionen Euro bei einem anvisierten Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro noch einmal ohne Abschwächung genannt werden.

In den Texten der Bundesfinanzgesetze 2027 und 2028, wo der Fonds übrigens als „Start-up & Scale-up Dachfonds“ bezeichnet wird (namenstechnisch scheint also weiterhin allgemeine Unklarheit zu herrschen), findet sich keine genaue Summe für das Ankerinvestment. Im Gegenteil ist zu lesen: „Der nächste Projektschritt zur Umsetzung des Start-up & Scale-up Dachfonds ist die Beauftragung der Austria Wirtschaftsservice GmbH mit der Ausschreibung des Dachfondsmanagements und allenfalls mit der Verwaltung eines Bundesanteils am Dachfonds.“

„Allenfalls“ also. Zumal andere Budget-Zahlen sehr konkret beziffert sind, scheint hier also das letzte Wort – trotz beschlossenen Doppel-Budgets – doch noch nicht gesprochen zu sein. Definitiv fixiert ist dagegen die geplante Timeline: „31.12.2027: Start-up & Scale-up Dachfonds hat seine operative Tätigkeit aufgenommen (First Closing abgeschlossen)“, heißt es dazu im Wortlaut im Gesetz.

Ein weiteres Unicorn pro Jahr als Ziel im Budget-Gesetz

Ein weiteres spannendes Detail in den beiden Bundesfinanzgesetzen: Es wird eine konkrete anvisierte Zahl an österreichischen Unicorns als Kennzahl festgelegt (im Wortlaut „Anzahl der Startup-Einhörner in Österreich“). Als Ist-Zustand wird für 2025 die Zahl sechs genannt (über die man sich bekanntlich abhängig von der jeweiligen Definition streiten kann). Für 2027 wird das Ziel mit sieben, für 2028 mit acht angegeben.

Daneben schrieb die Regierung unter anderem die Weiterführung der Programme AWS Seedfinancing und AWS First Inkubator in den Gesetzestexten fest. Beschlossen sind diese noch nicht. Sie müssen nach der Vorlage durch den Ministerrat nun noch durch die Abstimmung im Parlament, die für 9. und 10. Juli vorgesehen ist.

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