15.03.2018

Industry meets Makers: 13 Aufgaben für Macher

Bei der dritten Auflage von Industry meets Makers schreiben 7 Top-Unternehmen 13 Briefings im Bereich FutureTech aus und laden "Makers" dazu ein, sie mit ihnen gemeinsam in 6 Monaten zu lösen.
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Industry meets Makers: Ein Prototyp aus dem letztjährigen Durchgang.
(c) Industry meets Makers: Ein Prototyp aus dem letztjährigen Durchgang.

Es ist ein großes Themenspektrum, um das es bei der diesjährigen Ausgabe von Industry meets Makers geht. Internet der Dinge, die Zukunft des Arbeitens, Industrie 4.0 und Smart Production, Blockchain und dezentrales Datenmanagement, Robotik und Cloud Computing, Smart City, Smart Logistics und vernetzte Fahrzeuge sind da etwa als Großthemen in den 13 „Briefings“ der sieben Großunternehmen zu finden. Dabei sind auch Herausforderungen zu ganz spezifischen Fragestellungen, wie der möglichen Umsetzung automatisierter Reinigungsprozesse, der Vereinfachung des Umlabelns von Paketen und des Ermittelns von Sendungstarifen oder der Suche nach neuen spielerischen Produktkonzepten, die dabei helfen, das Thema Energie greifbarer zu machen.

+++ Fokus: Corporate Innovation +++

„Briefings“ von AVL, Bosch, Fronius, Infineon, Magna Steyr, Nokia und Post

Die Briefings kommen dieses Jahr von AVL, Bosch, Fronius, Infineon, Magna Steyr, Nokia und der Post. Teilnehmen können Schüler, Studenten, freie Entwickler und Hobbyisten genauso wie Startups und KMUs. „Alle ‚Makers‘, die sich für diese Themenfelder interessieren, kreative Ideen und Können mitbringen und Lust haben, sich in den kollaborativen Entwicklungs- und Lernprozess einzuklinken“, heißt es von den Veranstaltern.

⇒ Mehr zu den Briefings

Industry meets Makers: Kick-off und dann 6 Monate

Das Industry meets Makers-Programm 2018 beginnt am Mittwoch, den 21. März um 18:00 Uhr, mit einem Kick-off-Event bei „Firestarters. The Space.“, einem neuen Co-Working-Space im 7. Wiener Gemeindebezirk, der im Oktober offiziell seine Pforten öffnen wird. Bei dieser initialen Veranstaltung werden die Briefing-Partner ihre Ausschreibungen nochmals kurz vorstellen und alle Detailfragen dazu beantworten. Im Anschluss gibt es sechs Monate Zeit in Abstimmung mit den zuständigen Experten der Firmen an der Entwicklung erster innovativer Lösungsansätze zu arbeiten und diese mit ihnen gemeinsam am Ende der Laufzeit, am Mittwoch, den 3. Oktober um 18.00 Uhr beim finalen Best of Industry meets Makers-Event bei den Digital Days am ERSTE Campus in Wien zu präsentiert und auszustellen.

Spannende Lösungen in den vergangenen Jahren

Schon in den vergangenen zwei Jahren sind unterschiedlichste spannende Lösungen entstanden. 2017 wurden für Magna-Steyr etwa „In-car Games für den Stauzeitvertreib“ entwickelt. Bei Infineon kam beim Thema “ E-Vehicles & Smart Accessories für einen grüneren Arbeitsweg“ unter anderem ein E-Longboard heraus. Nokia suchte nach IoT-Smart City-Lösungen. Dabei entstanden ua. ein Projekt zu smarter Wasseraufbereitung und eines zu smarten Solarleuchten.

⇒ Mehr zu den vergangenen Projekten 

Industry meets Makers: E-Longboard
(c) Industry meets Makers: E-Longboard

Hard Facts zum Kick-off-Event

Wann: 21. März, 18:00 Uhr

Wo: Firestarters. The Space, Halbgasse 7, 1070 Wien

⇒ offizielle Page und Anmeldung

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Die beiden kokei-Geschäftsführer Nima Derakhshan und Alexander Groll am Standort des übernommenen Transportbetriebs Winkler F & S Transport in Hörsching. | (c) kokei

Die klassische Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie verliert in Österreich zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von Creditreform Österreich und CH Consult zeigt: 45 Prozent der befragten Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung. Bereits 40 Prozent planen dabei eine Übergabe außerhalb der Familie, etwa durch den Verkauf an Investoren oder die Übernahme durch das Management.

Genau hier setzt die 2025 gegründete kokei Nachfolge GmbH an. Ein bekanntes Gesicht der österreichischen Startup-Szene hat die Idee dazu ins Rollen gebracht: Daniel Horak, Mitgründer der Finanzierungsplattform CONDA. Durch Gespräche mit Unternehmen wurde er auf die zunehmende Nachfolgeproblematik im österreichischen Mittelstand aufmerksam. Gemeinsam mit Alexander Groll, Nima Derakhshan und Dirk Littig entwickelte sich daraus das heutige Geschäftsmodell. Das Wiener Unternehmen will profitable österreichische KMU übernehmen und langfristig weiterführen. Anders als klassische Private-Equity-Gesellschaften setzt kokei dabei nicht auf einen gewinnbringenden Weiterverkauf.

Erste Übernahme eines Transportbetriebs

Mit der Winkler F & S Transport GmbH aus Hörsching hat kokei seine erste Beteiligung übernommen. Der auf spezialisierte Stück- und WAP-Frachten ausgerichtete Transportbetrieb beschäftigt 55 Mitarbeitende und verfügt über rund 40 Fahrzeuge. „Aus unserer Sicht ist Winkler eben ein Hidden Champion in einer attraktiven Nische“, sagt kokei-Mitgründer und Co-CEO Nima Derakhshan. Der Familienbetrieb in zweiter Generation sei bereits profitabel und verfüge über weiteres Wachstumspotenzial.

Da die Kinder des bisherigen Eigentümers Felix Winkler andere berufliche Interessen verfolgen, fehlte dem Familienbetrieb in zweiter Generation eine interne Nachfolge. Trotz weiterer Kaufangebote habe sich Winkler bewusst für kokei entschieden, erklärt Derakhshan. Von den konkreten Übernahmegesprächen bis zum Abschluss verging etwas mehr als ein Jahr.

Digitalisierung und neue Geschäftsführung bei Winkler

Die operative Geschäftsführung hat kokei-Co-CEO Alexander Groll übernommen, Felix Winkler bleibt während einer Übergangsphase weiterhin eingebunden. Seit der Übernahme im Frühjahr 2026 hat kokei bei Winkler bereits Veränderungen angestoßen. Dazu zählen ein neues Transportmanagementsystem, digitalisierte Prozesse und eine Neuausrichtung des Fahrer-Recruitings. Auch der Einstieg in die E-Mobilität wird vorbereitet.

Langfristig will kokei zentrale Dienstleistungen für sämtliche Beteiligungen aufbauen. Bereiche wie Personalwesen, IT, Marketing, Controlling und Recht sollen künftig unternehmensübergreifend unterstützt werden. Dadurch sollen sich die übernommenen Betriebe stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Auch bei der Geschäftsführung verfolgt kokei einen operativen Ansatz. Während Groll den ersten Betrieb selbst leitet, sollen künftig weitere Geschäftsführer eingesetzt werden. Dafür steht das Team bereits mit potenziellen Kandidaten in Kontakt. Auch geeignete Mitarbeitende aus den übernommenen Unternehmen kommen infrage. Das Wiener Unternehmen will dabei weiterhin eng in die operative Entwicklung eingebunden bleiben.

Zwei bis drei weitere Übernahmen pro Jahr geplant

Bei weiteren Übernahmen ist kokei grundsätzlich branchenoffen. Gesucht werden profitable österreichische KMU mit einem EBITDA ab rund 500.000 Euro, idealerweise einer Million Euro. Die Umsatzrentabilität sollte mindestens zehn Prozent betragen. Die Umsatzobergrenze liegt bei rund 30 Millionen Euro. Sanierungsfälle schließt kokei grundsätzlich aus.

Für die Auswahl nutzt das Unternehmen einen standardisierten Kriterienkatalog. Potenzielle Übernahmekandidaten werden anhand verschiedener Faktoren mit Punkten bewertet. Erfüllt ein Unternehmen die Anforderungen, folgt eine vertiefte Prüfung. Aktuell befindet sich kokei laut Derakhshan mit rund vier Unternehmen in konkreten Gesprächen. Wöchentlich würden etwa ein bis zwei weitere Betriebe geprüft. Mittelfristig strebt das Team durchschnittlich zwei bis drei Übernahmen pro Jahr an.

Langfristige Beteiligungen statt schneller Weiterverkauf

Die Beteiligungen werden gemeinsam mit einem Netzwerk langfristig orientierter Co-Investoren finanziert. Diese werden für jede Transaktion individuell ausgewählt. Dabei achtet kokei insbesondere auf unternehmerische Erfahrung und Interesse an der jeweiligen Branche.

Eine feste Exit-Strategie verfolgt kokei nicht. Stattdessen sollen die übernommenen Unternehmen langfristig gehalten werden und durch laufende Gewinnausschüttungen Erträge für die Investoren erwirtschaften. Einen späteren Verkauf schließt Derakhshan bei einem außergewöhnlich attraktiven Angebot allerdings nicht grundsätzlich aus.

„Wir wollen ein Portfolio von Unternehmen aufbauen. Nach dem Prinzip eines unternehmerischen Zinshauses: stabile Erträge, langfristige Wertsteigerung“, sagt Derakhshan. Durch die langfristigen Beteiligungen an unterschiedlichen österreichischen KMU sollen deren Gewinne Dividendeneinnahmen ermöglichen. Potenzial sieht Derakhshan jedenfalls genug. Eine Herausforderung sei weniger die rechtliche Situation als vielmehr die heimische Unternehmenskultur. Der Verkauf eines Familienunternehmens an Dritte werde hierzulande teilweise noch skeptisch gesehen. Dabei könne eine externe Übernahme eine sinnvolle Alternative zur klassischen Familiennachfolge darstellen.

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