25.02.2025
SOCIAL IMPACT

Indima: Linzer Startup erleichtert Anerkennung von internationalen Qualifikationen

Die Software von Emin Vojnikovic und Gevorg Simonyan vergleicht internationale Qualifikationen mit österreichischen Standards. Sie soll Migrant:innen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen.
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Indima
Gevorg Simonyan und Emin Vojnikovic | Foto: Indima

Mit Indima wollen Emin Vojnikovic und Gevorg Simonyan den Anerkennungsprozess für internationale Qualifikationen in Österreich digitalisieren – und Migrant:innen so den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. „Indima ist eine KI-basierte Software, die es ermöglicht, internationale Qualifikationen in wenigen Minuten zu bewerten“, erzählt Founder Emin Vojnikovic. Das Konzept entwickelten er und Simonyan im April 2023 in nur zwei Tagen bei der „48h Ideenwerkstatt“ von Update Social – brutkasten berichtete. Das Unternehmen wurde daraufhin im Juli 2024 gegründet. Ihre Idee pitchen die Gründer am Donnerstag in der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“.

Indima vergleicht mit österreichischen Standards

Mit der Software will das Gründer-Duo den Antragsteller:innen den Vergleich so einfach wie möglich machen: Sie laden ihre Unterlagen hoch, geben ihre Daten ein und erhalten kurz darauf ein Ergebnis. Der Algorithmus vergleicht internationale Qualifikationen mit den österreichischen Standards. „Das Resultat zeigen wir dann in Prozent an. Wenn zum Beispiel jemand in Bosnien Maschinenbau studiert hat, vergleichen wir das mit dem Maschinenbau-Studium in Österreich“, erklärt Vojnikovic. Auch die Inhalte einzelner Vorlesungen werden analysiert. Das Zertifikat von Indima steht schon nach wenigen Minuten zur Verfügung. Das soll im Vergleich zu Behördengängen mehrere Monate an Zeit sparen – und Migrant:innen helfen, schnell einen Job zu finden. Vojnikovic und Simonyan wollen so auch den Fachkräftemangel adressieren.

Startup will mit Behörden kooperieren

Das funktioniert bisher allerdings nur in nicht-reglementierten Berufen. „In solchen Berufen fordert nur der Arbeitgeber die Anerkennung – damit er einen Vergleich hat oder damit er dich richtig einstufen kann“, sagt Vojnikovic. Das ist in den meisten Berufen der Fall.

In einigen Berufen braucht es aber eine staatliche Anerkennung, also offizielle Qualifikationsnachweise: Zu den reglementierten Berufen zählen beispielsweise Gesundheitsberufe, Architekten, Rechtsanwälte oder Ärzte. Deswegen möchte das Gründerteam in Zukunft mit Hochschulen und Behörden kooperieren. „Wir möchten ihnen den Service anbieten, dass sie intern die Bewertung bekommen – und darauf aufbauend den Anerkennungsbescheid ausstellen können“, erklärt Vojnikovic. Den Behörden sollen Bundles verkauft werden. Privatkund:innen bezahlen pro Überprüfung für die Software.

Gevorg Simonyan hat in Armenien Jus studiert und musste selbst den gesamten Anerkennungsprozess durchlaufen – und damit auch monatelang auf eine Antwort warten. Das Ergebnis: Simonyan musste fast alles nachholen. In der Zeit war er als Berufs- und Bildungsberater tätig und begleitete andere Migrant:innen durch diesen Prozess. Da kam ihm die Idee zur Automatisierung.

Indima holt mehrere Preise

Für ihr Konzept haben die Founder bereits mehrere Preise gewonnen: unter anderem den Edison-Preis, den Social Impact Award und das Gründer:innen-Stipendium der Stadt Linz. Die Preisgelder dienen als erstes Startkapital. Seit Juni 2024 ist das Startup Teil der Huemer Group. „Unsere große Vision ist es, dass wir das europaweit machen können“, sagt Vojnikovic.

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Raimund Ortner | (c) Coinfinity
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Er ist bereits seit 2023 im Unternehmen – bislang als „Head of Business & Wealth“. Als solcher war Raimund Ortner vergangenes Jahr auch zu Gast im brutkasten-Video-Talk. Nun wird er Co-Geschäftsführer des 2014 gegründeten Grazer Bitcoin-Brokers Coinfinity, der seit Dezember 2025 eine MiCAR-Lizenz hält, wie brutkasten berichtete.

Doppelspitze mit Stefan Grill

Ortner ersetzt damit Gründer Max Tertinegg in der Doppelspitze mit Stefan Grill. Tertinegg bleibt aber im Unternehmen, wo er „künftig das Thema Künstliche Intelligenz vorantreiben“ soll. „Ich freue mich, die Geschäftsführung in die Hände von Raimund zu legen. Er ist Bitcoiner, kennt unsere Kundinnen und Kunden und lebt unsere Werte. Und er wird Coinfinity mit seinem eigenen Stil weiterführen“, kommentiert Tertinegg.

Ortner als Gesicht nach außen

Konkret soll Ortner fortan das Unternehmen nach außen vertreten und den Kundenbereich verantworten, wie er es auch schon bisher vielfach gemacht hat. „In den vergangenen Jahren war es häufig er, der Coinfinity in Podcasts, auf Konferenzen und in unzähligen Kundenterminen ein Gesicht gegeben hat. Diese Nähe zum Kunden bringt er nun in die Geschäftsführung ein“, heißt es dazu vom Unternehmen. Grill sei indes für den Betrieb im Inneren zuständig.

B2B- und Vermögensanlagegeschäft sollen ausgebaut werden

Ortner habe das Geschäft mit Firmenkunden und vermögenden Privatpersonen aufgebaut und geprägt, heißt es weiter. Dieses Angebot wolle man konsequent vorantreiben. „In meiner bisherigen Funktion als Head of Business & Wealth konnte ich wertvolle Perspektiven sammeln, die ich nun als Geschäftsführer mit voller Dynamik einbringen werde“, kommentiert er. Er wolle „Bitcoin seinen berechtigten Platz in der breiten Anlegerschaft verschaffen“.

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