06.05.2026
RECHT

incaseof.law: Wiener LegalTech kooperiert mit KI-Finanzautomatisierungsplattform ibana

Die Technologiepartnerschaft zwischen incaseof.law und ibana soll KI-gestützte Finanzautomatisierung in einer Oberfläche ermöglichen.
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© incaseof.law - Maximilian Kindler von incaseof.law und Markus Leimer (r.), Gründer von ibana.

2023 war ein essentielles Jahr für das Wiener LegalTech incaseof-law. Im Rechtsstreit mit dem österreichischen Rechtsanwaltsverein (ÖRAV) konnte sich das Startup damals über drei Instanzen hinweg mehrheitlich gegen die Anschuldigungen des ÖRAV durchsetzen. Und damit quasi eine Legalisierung von Law-Tech etablieren – brutkasten berichtete. Zwei Jahre danach folgte ein sechsstelliges Investment. Nun verkündet das Startup rund um Founder Maximilian Kindler eine KI-Technologiepartnerschaft mit ibana, einem Unternehmen für KI-gestützte Finanzautomatisierung.

incaseof.law: Verbindung zweier FinTech-Welten

Ab Mai 2026 können ibana-Kundinnen und -Kunden somit das gesamte außergerichtliche und gerichtliche Inkasso direkt aus ihrer Plattform heraus beauftragen. Beide Unternehmen verbinden damit „zwei komplementäre FinTech-Welten zu einem durchgängigen Cash-Cycle: von der eingehenden Rechnung über Zahlläufe und Spesenmanagement bis zum gerichtlich durchsetzbaren Forderungstitel“, wie es per Aussendung heißt.

Die Plattform automatisiert tägliche Finanzprozesse durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Agents – von der Erfassung der Eingangsrechnung über Zahlläufe und Spesenmanagement bis hin zum Management offener Forderungen.

Finanzprozesse vereinfachen

Mit Anbindungen an Buchhaltungs- und ERP-Systeme wie BMD, DATEV, RZL sowie über 3.000 integrierten Banken – darunter Erste Bank, Sparkasse, Raiffeisen, Volksbank, Barclays und HSBC – ermögliche ibana zudem einen vollständig digitalen Finanzworkflow. Die Plattform ist eigenen Angaben nach DSGVO-konform, hostet ausschließlich in der EU und wird regelmäßig durch unabhängige Sicherheitsprüfungen validiert.

„Unsere Mission ist es, Finanzprozesse durch KI und Agents radikal zu vereinfachen. Mit incaseof.law holen wir den letzten, bislang regulatorisch anspruchsvollsten Schritt des Forderungszyklus in unsere Plattform – ohne dass unsere Kundinnen und Kunden das Tool wechseln müssen. Das ist Finanzautomatisierung zu Ende gedacht“, sagt Markus Leimer, Gründer von ibana.

incaseof.law: außergerichtliches und gerichtliches Forderungsmanagement

Incaseof.law indes automatisiert mit Machine Learning die gesamte Prozesskette – von der ersten Mahnung bis zur Exekutionsführung, inklusive automatisierter Einreichung über den Elektronischen Rechtsverkehr (ERV) bei österreichischen Gerichten.

„Ibana ist für uns der ideale Technologiepartner: eine moderne, KI-getriebene Finanzplattform mit echter Produkt-DNA und direktem Zugang zu österreichischen und deutschen KMU“, sagt CEO Kindler. „Gemeinsam schaffen wir erstmals einen volldigitalen Cash-Cycle – von der Rechnung bis zur gerichtlichen Durchsetzung.“

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© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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