22.01.2019

In-Vision gewinnt mit „Light Engine“ für 3D-Druck NÖ-Innovationspreis

Die Wirtschaftskammer und das Land Niederösterreich zeichnen einmal im Jahr die innovativsten Unternehmen mit dem "Niederösterreichischen Innovationspreis" aus. In-Vision Digital Imaging Optics aus Guntramsdorf konnte mit einer intelligenten Belichtungsmaschine für seriellen 3D-Druck den Gesamtsieg erringen.
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Innovationspreis
(c) Andreas Kraus: (v.l.) Christoph Gamauf (Leiter Forschung und Entwicklung) und Michael Steiner (Chief Financial Officer)

Additive Fertigung und 3D-Druck kommen in den letzten Jahren – insbesondere beim Entwerfen von Prototypen – verstärkt zur Anwendung. In der Regel zeichnen sich diese Fertigungsverfahren dadurch aus, dass Material Schicht für Schicht aufgetragen wird. Das niederösterreichische Unternehmen In-Vision aus Guntramsdorf hat nun eine Belichtungsmaschine entwickelt, die ein 3D-Druck-Verfahren der „anderen Art“ ermöglicht.

+++ „Mostviertel soll sich zu einem überregionalen Innovationsraum entwickeln“ +++

Mit der Belichtungsmaschine – auch „Light Engine“ genannt – wird UV-Licht hochauflösend auf flüssigen Kunststoff projiziert. Das Licht bringt wiederum den Kunststoff selektiv zum Aushärten,  wodurch in weiterer Folge Gegenstände damit gedruckt werden können. Für diese Entwicklung zeichnete die Wirtschaftskammer und das Land Niederösterreich In-Vision Ende letzter Woche mit dem „Niederösterreichischen Innovationspreis 2018“ aus.

Die Vorteile des UV-Verfahrens

Wolfgang Pferscher, Geschäftsführer von In-Vision, sieht im UV-Licht-Verfahren und der anschließenden Aushärtung des Kunststoffes zahlreiche Vorteile geben – insbesondere für den seriellen 3D-Druck. „Dieses Verfahren produziert einmalige Werkstoffeigenschaften, so dass es auch für industrielle Anwendungen geeignet ist. Traditionellere 3D-Druck Verfahren eigenen sich bestenfalls für Prototypen oder einfache Modelle. Mit der Light Engine von In-Vision wird Serienproduktion möglich“, so Pferscher. Wie er weiters betont, würde In-Vision mittlerweile die wichtigsten 3D-Druck-Hersteller der Welt beliefern. Zudem sei das Unternehmen in den letzten fünf Jahren von 35 auf 125 Mitarbeiter gewachsen.

Sonderpreise für große Unternehmen, KMUs und Forschungseinrichtungen

Das Land Niederösterreich und die Wirtschaftskammer vergaben im Rahmen des NÖ-Innovationspreises auch Preise in zahlreichen Einzelkategorien:  Die Auszeichnung für die „beste Innovation aus großen und mittelständische Unternehmen“ ging an die Kunststofftechnik-Firma Asma mit Sitz in Gmünd. Asma wurde für die Entwicklung einer neuartigen Walzenbeschichtungen für die Produktion von Möbel ausgezeichnet.

Der Preis für die „beste Innovation aus Kleinunternehmen“ konnte die SY-Lab Geräte GmbH für sich entscheiden. Sie entwickelte ein System zur Untersuchung von Käsereimilch. Die „beste Innovation aus Forschungseinrichtungen“ erhielt die Donau Universität Krems mit einem mobilen berührungslosen Feldstärkesensor.

AVI Systems – ebenfalls aus Krems – konnte hingegen den Sonderpreis „Wirtschaft 4.0“ für sich entscheiden. Mit dem Projekt RailEye 4.0 möchte das Unternehmen Fahrern von Bussen und Zügen eine AI-Rundumsicht in Echtzeit ermöglichen.


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Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer
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Laut internationaler Energieagentur wird sich der weltweite Stromverbrauch der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das entspricht etwas mehr als dem gesamten Stromverbrauch Japans heute. Während die EU ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Label entwirft, um den Energie- und Wasserverbrauch der Branche einheitlich bewerten zu können, arbeitet man in Österreich bei Silicon Austria Labs an energieeffizienter KI und Rechen-Hardware.

Stromsparen mittels Chip-Bausteinen und optimierten KI-Modellen

Bei Silicon Austria Labs arbeitete man schon 2025 an einer effizienteren KI, wie brutkasten berichtete. Nun soll Energie mittels Hardware-Beschleunigern gespart werden, also mit Chip-Bausteinen, die KI-Berechnungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand ausführen als herkömmliche Prozessoren. So entwickelt das Silicon Austria Labs für das europäische Projekt ISOLDE im Rahmen des Chips Joint Undertaking energieeffiziente Beschleuniger.

„Unsere Stärke liegt darin, KI dort effizient zu machen, wo sie tatsächlich rechnet, im Chip und im Datacenter“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs. „Wir entwickeln Hardware und Verfahren, die dieselbe Rechenleistung mit deutlich weniger Energie erbringen. Das ist die Grundlage, damit KI in Europa nachhaltig wachsen kann.“

Zudem optimiert Silicon Austria Labs KI-Modelle so, dass sie Daten nicht in große Rechenzentren senden, sondern direkt auf den jeweiligen Geräten laufen, wie etwa Haushaltsgeräten, Sensoren oder Satelliten. Auch an einem energieeffizienten „föderierten Lernen“ wird bei Silicon Austria Labs geforscht. Bei dem Prozess wird KI trainiert, ohne dabei sensible Daten zusammenzuführen.

Energiesparende Elektronik für ein unabhängiges Europa

Laut Silicon Austria Labs geht es bei der Forschung nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die technologische Unabhängigkeit Europas. Durch selbst entwickelte energieeffiziente Chips und Verfahren sei man weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern. „Energieeffiziente Elektronik ist ein Standortvorteil für Österreich und Europa“, sagt Hirschl. „Wer die sparsamste Technologie beherrscht, macht sich unabhängiger und verbindet Digitalisierung mit Klimazielen.”

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