16.01.2026
NEUE STRATEGIE

Impact Hub Tirol richtet sich neu aus und holt Lena Obermair in die Geschäftsführung

Der Impact Hub Tirol richtet sich strategisch neu aus und verkündet Personaländerungen in der Geschäftsführung.
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Das Kernteam vom Impact Hub Tirol: Alex Auer, Lena Obermair und Maileen Krähe. | © Impact Hub Tirol

Nach dem ersten österreichischen Impact Hub in Wien eröffnete 2021 der zweite Standort des internationalen Netzwerks für Impact Entrepreneurship in Tirol. Mit dem Impact Hub Tirol entstand in Innsbruck laut den Gründern das erste Zentrum für soziale und ökologische Innovation, das seine Wirkung auch über die Stadt hinaus in die Regionen entfalten soll. Mehr als vier Jahre nach der Gründung richtet sich der Hub nun strategisch neu aus.

Impact Hub Tirol als „Brückenbauer und Katalysator“

Ziel sei es, künftig stärker auf langfristige Wirkung, vertiefte Zusammenarbeit und unternehmerische Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu setzen, heißt es in einer Presseaussendung. In der Praxis bedeute das ein erweitertes Unterstützungsangebot – von punktueller Beratung bis hin zu langfristiger Begleitung von Projekten und Organisationen. Gleichzeitig soll die Community stärker eingebunden werden: Mitglieder sollen proaktiv Verantwortung übernehmen und den Hub aktiv mitgestalten. 

Der Impact Hub Tirol versteht sich dabei als Brückenbauer und Katalysator für langfristige, systemische Lösungen in einer regenerativen Alpenregion. Die Neuausrichtung sei Teil einer internationalen Strategie des globalen Impact-Hub-Netzwerks.

Neue Schwerpunkte

Inhaltlich will sich die Organisation ab diesem Jahr auf mehrere Schwerpunkte konzentrieren. Dazu zählen der weitere Ausbau des Co-Working-Spaces sowie digitaler Infrastrukturen, die Weiterentwicklung von pioneer:impact hin zu einem stärker individualisierten Unterstützungsangebot und der Aufbau eines Programms für Impact Investor:innen gemeinsam mit dem Impact Hub Vienna und der Erste Foundation. Zudem soll das Alpine System Lab CO:ACT vertieft werden, um Schlüsselorganisationen systemisch zu vernetzen und Allianzen für nachhaltigen Wandel zu stärken.

Lena Obermair wird Teil der Geschäftsführung

Auch personell stellt sich der Hub neu auf. Neben dem bisherigen Geschäftsführer und Gründungsmitglied Alex Auer übernimmt künftig auch Lena Obermair eine Rolle in der Geschäftsführung. „Lena hat die Community-Arbeit des Hubs über Jahre geprägt, das Alpine System Lab CO:ACT geleitet und unsere strategische Ausrichtung maßgeblich mitentwickelt“, heißt es in der Aussendung. Gemeinsam mit Maileen Krähe bilden Auer und Obermair das aktuelle Kernteam des Impact Hub Tirol.

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(c) Brantner

Die Paprec-Gruppe wird strategischer Mehrheitsgesellschafter von Brantner green solutions, der Umwelt- und Abfallwirtschaftssparte der Kremser Brantner Gruppe. Das gaben die Unternehmen am Dienstag bekannt. Paprec übernimmt 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent bleiben im Besitz der Familie Brantner. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen, der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben. Der brutkasten hat bei Brantner green solutions nachgefragt.

Fünf Länder, 65 Standorte

Brantner green solutions wurde 1936 gegründet und ist in Österreich, wo sich auch der Hauptsitz befindet, sowie in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Serbien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende an 65 Anlagen und Niederlassungen und betreut mehr als 28.000 kommunale, industrielle und gewerbliche Kunden. Der Umsatz liegt bei mehr als 320 Mio. Euro.

Für Paprec ist es der Eintritt in fünf neue Märkte. Nach der Schweiz, Spanien und Italien bezeichnet die Gruppe den Schritt als nächste Etappe ihrer europäischen Expansion und als Wachstumsplattform in Mittel- und Osteuropa.

„Diese Transaktion ist unsere wichtigste Akquisition seit dem Zusammenschluss mit Coved im Jahr 2016. Sie ermöglicht uns den Eintritt in fünf neue Länder und stärkt unsere europäische Präsenz erheblich“, wird Mathieu Petithuguenin, Chairman und CEO der Paprec-Gruppe, in der Aussendung zitiert.

Logistik und Immobilien bleiben in der Familie

Der Deal betrifft ausdrücklich nur die Kreislaufsparte. „Wichtig ist zu betonen, dass sich diese Partnerschaft ausschließlich auf Brantner green solutions bezieht. Brantner logistic solutions und Brantner Real Estate bleiben vollständig im Eigentum der Familie Brantner und werden unabhängig weiterentwickelt“, stellt Bernd Brantner klar. Er führt die Brantner Gruppe seit 24 Jahren als CEO und vertritt die dritte Generation der Familie.

Der Entscheidung ging laut Aussendung ein fast zweijähriger Prozess voraus, an dessen Ende sich die Familie einstimmig für Paprec aussprach. „Die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm, ihre Realisierung wird jedoch erhebliche langfristige Investitionen erfordern“, begründet Bernd Brantner den Schritt. Als Familie habe man sich deshalb bewusst für einen starken strategischen Gesellschafter entschieden, der die eigenen unternehmerischen Werte teile. In der neu geschaffenen Gesellschaft übernimmt er die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden.

Von 40 auf 26.000 Mitarbeitende

Paprec startete vor 32 Jahren als kleines Altpapierrecycling-Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden in La Courneuve bei Paris. Die Schweiz war vor mehr als 15 Jahren der erste Markt außerhalb Frankreichs, in Spanien beschäftigt die Gruppe heute fast 4.000 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion soll Paprec rund 26.000 Mitarbeitende in 15 Ländern zählen und einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Brantner fiel zuletzt mit Innovationsprojekten auf

Das Kremser Familienunternehmen war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorstößen in der Kreislaufwirtschaft präsent. 2024 vereinbarte Brantner green solutions gemeinsam mit dem Schaumstoffproduzenten Neveon die Gründung eines Joint Ventures für das Recycling von Matratzen mit Sitz in Krems. In Hohenruppersdorf betreibt das Unternehmen zudem eine Anlage, in der Asche und Schlacke aus der Müllverbrennung aufbereitet werden. Und mit Scarab brachte Brantner Österreichs ersten autonomen Müllroboter auf die Straße, der Mülltonnen ohne menschliches Zutun leert.

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