01.03.2018

Ideengarten 2018: 5 Unis, 1 Roadtrip und THC-freier Hanf als Sieger

Fünf österreichische Unis schickten beim Ideengarten 2018 bereits in der dritten Auflage 21 Studierende auf einen Roadtrip durch Österreich.
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Ideengarten 2018
(c) Marius Quast: Die "Ideengärtner" vor dem Roadtrip-Schulbus

Bereits seine dritte Auflage hatte vergangene Woche der Ideengarten. Uni Innsbruck, Uni Salzburg, Uni Linz, WU Wien und Uni Graz schickten dabei wieder Studierende auf einen Österreich-Roadtrip. Auf der über 700 km langen Ideenreise tüftelten 21 Studentinnen und Studenten in fünf Teams an ihren Business Ideen. Und das jeden Tag in einer anderen Hauptstadt: Innsbruck, Salzburg, Linz, Wien und Graz. Fünf Tage lang gab es für die „Ideengärtner“ beim Ideengarten 2018 fachlichen Input und sie konnten ihr Netzwerk im österreichischen Startup-Ecosystem aufbauen und erweitern.

+++ WU Gründungszentrum: Große Pläne für 2018 +++

„Hoffnung auf eine bessere Zukunft für unsere Gesellschaft potenziert“

Während des Ideengarten-Roadtrips gab es jeden Tag neuen Input und Expertise, zunächst beim Startpunkt am Montag mit Teambuilding in Innsbruck. Jedes Team verfolgte eine eigene Startup-Idee. Auf dem Programm standen Workshops zu Zukunftstrends, Design Thinking, Business Modeling und Pitchtraining. Support gab es auch von regionalen Mentorinnen und Mentoren und Startups. Am Ende des Österreich-Trips mit einem amerikanischen Schoolbus, feuerten 150 Startup Begeisterte in Graz die Teams beim großen Finale an. „Der Roadtrip hat meine Hoffnung auf eine bessere Zukunft für unsere Gesellschaft potenziert“, sagt eine Teilnehmerin nachher.

THC-freier Hanf setzt sich beim Ideengarten 2018 durch

Die Bandbreite der Ideen wurde durch die unterschiedlichen akademischen Backgrounds der IdeengärtnerInnen sichtbar, die von Molekularbiologie über Psychologie bis zu Ingenieurswissenschaften reichten. Und das waren die Ideen: Herbz – das THC freie Hanfpflänzchen gegen chronische Krankheiten zum Selberziehen, das letztlich bei der Jury auch als Sieger hervorging. Procon – das digitale Maschinenlogbuch und – sharing für Großunternehmen, sowie Marina Finder – die perfekte Hafenplatzübersicht als Plattform für Segler, waren weitere Ideen. Auch Findyourtravelbuddy – dein perfekter Reisepartner, um einzigartige Erlebnisse zu teilen und Mineral Gold – das Proteinbier für Sportler wuchsen im Ideengarten weiter heran. (PA/red)

Finanziell ermöglicht wurde der Ideengarten 2018 durch die drei Wissenstransferzentren, gefördert von AWS und dem Wissenschaftsministerium.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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