31.03.2025
WETTBEWERB

IDCanopy: Wiener Startup gewinnt Pitch bei größtem FinTech-Event in CEE

Das 2024 gegründete RegTech-Startup IDCanopy kann sich bei MoneyMotion in Zagreb gegen rund 300 andere Startups durchsetzen.
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IDCanopy-Gründer Bernhard Reiterer (links) auf der MoneyMotion-Bühne | (c) MoneyMotion
IDCanopy-Gründer Bernhard Reiterer (links) auf der MoneyMotion-Bühne | (c) MoneyMotion

Ist die Person, mit der ich zu tun habe, wer sie vorgibt zu sein? Und sollte ich mit dieser Person ein Geschäft abschließen? Dass alle Geschäftsprozesse online erledigt werden können, ist heute eine Selbstverständlichkeit, stellt aber gerade Unternehmen in sensiblen Bereichen, wie etwa Banken und Versicherungen, vor gewisse Herausforderungen. Das 2024 gegründete Wiener RegTech-Startup IDCanopy will hier mit seinem Paket aus digitaler Identitätsprüfung, KYC (Know Your Customer), KYB (Know Your Business), eSignaturen und digitaler Identitätsausstellung eine umfassende Lösung bieten.

Gründer Bernhard Reiterer bringt dazu umfassende Erfahrungen aus seinem vorigen Startup mit. Mit IDCanopy hat er in den vergangenen Monaten die ersten Schritte getan. Mehrere bekannte internationale Unternehmen werden gerade als Kunden ongeboarded, verrät der Gründer, „die Namen kann ich dann in ein paar Wochen nennen.“

IDCanopy bereits unter ersten 15 von 1.500 bei EU Startups Summit im April in Malta

Aktuell soll auch die Teilnahme an internationalen Events und deren Pitch-Bewerben für Aufmerksamkeit sorgen. „Beim EU-Startups Summit in Malta im April treten wir als eines von 15 Startups aus mehr als 1.500 Bewerbungen an“, erzählt Reiterer.

Sieg bei MoneyMotion in Zagreb

Einen nicht ganz so großen Bewerb konnte Reiterer mit IDCanopy bereits jetzt im März für sich entscheiden. Aus insgesamt rund 300 Bewerbern wurde das Startup als eines von 20 Unternehmen aus 14 Ländern für den Pitch bei MoneyMotion in Zagreb ausgewählt – und konnte sich durchsetzen. Mit um die 2.000 Teilnehmer:innen ist es nach eigenen Angaben das größte FinTech-Event im CEE-Raum.

„Wollen den Schwung aus Zagreb direkt mitnehmen“

Mit dem Sieg holte sich das Startup Preise im Wert von 20.000 Euro, darunter 5.000 Euro Cash. Wichtiger ist für Reiterer aber die Sichtbarkeit. „Wir wollen den Schwung aus Zagreb direkt mitnehmen. Jetzt geht es darum, unser Wachstum mit starken Partnerschaften weiter zu beschleunigen, neue Märkte zu erschließen und unsere Embedded Workflows noch besser und effizienter zu machen“, so der IDCanopy-Gründer.

Die Qualität der anderen Pitches sei „richtig stark“ gewesen. Er sehe „eine großartige Bestätigung, dass unser Ansatz – KYC nicht nur als Pflichtübung, sondern als echten Wachstumstreiber zu sehen – überzeugt“, so Reiterer. „Die vielen Gespräche mit VCs und Branchenführern haben für mich auch gezeigt, dass wir mit unserer Lösung den Nerv der Zeit treffen.“

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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