17.01.2019

iab austria möchte sich 2019 verstärkt für Startups öffnen

Die Interessensvertretung der österreichischen Digitalwirtschaft iab Austria und der Onlinevermarkter austria.com/plus luden am Beginn der Woche zu einem Neujahrsempfang in die Wiener Krypt Bar. André Eckert, iab Präsident und Geschäftsführer bei Russmedia Digital, gab einen Ausblick auf die Vorhaben des iab austria für 2019.
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iab Austria
© iab Austria / breneis: André Eckert (Präsident iab austria), Alexandra Vetrovsky-Brychta (Managing Director von Bisnode Austria) und Stephan Kreissler (Geschäftsführer iab austria)

Beim traditionellen Neujahrsempfang des iab austria gab dessen Präsident André Eckert einen Rückblick auf das vergangene Jahr:  Das iab austria hätte laut Eckert wesentliche Erfolge bei der Ausgestaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung im engen Dialog mit der Bundesregierung erzielen können, obgleich die ePrivacy-Verordnung dem iab austria noch immer Kopfschmerzen bereite. Zudem konnten mit der Alliance for Digital Advancement nationale Allianzen führender Kommunikations- und Wirtschaftsverbände ausgebaut werden. 

+++ EU-Datenschutzverordnung: Das müssen Startups beachten +++ 

Zusammenarbeit im DACH intensivieren

Neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr, gab es im Rahmen des Neujahrsempfangs auch einen Ausblick auf die Vorhaben des iab austria für 2019. Wie Eckert erläuterte, werde das iab Austria die Zusammenarbeit mit Schwesterorganisationen im deutschsprachigen Raum intensivieren. Den Beginn macht erstmalig ein DACH-Gipfel mit iab Switzerland und dem Bundesverband Digitalwirtschaft (BVDW), der nächsten Donnerstag, am 24. Jänner, in Wien stattfinden wird. Bei dem Gipfel sollen „gemeinsame europäische Themen“ auf der Agenda stehen, so Eckert.

Aus- und Weiterbildung und webAD

Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung möchte das iab austria bestehende Kollaborationen ausbauen. Als Beisiel führte Eckert das Programm Crashkurs Digitalmarketing an, das gemeinsam mit dem Marketing Club Österreich (MCÖ) ausgebaut werden soll. Zudem soll ein besonderes Augenmerk auf den webAD gelegt werden, einen Award mit dem herausragende Onlinewerbemaßnahmen in Österreich geehrt werden. Dieser soll sich laut Eckert zu einer „zentralen Leistungsschau“ der heimischen Digitalwirtschaft entwickeln.

iab austria Schwerpunkt auf Startups

Abschließend betonte Eckert, dass sich das iab austria als Interessensvertretung verstärkt für Startups mit Digitalschwerpunkt öffnen wolle. Ziel sei es, künftig alle Bereiche der Digitalwirtschaft zu repräsentieren. Zudem wolle das iab den Erfolgskurs der letzten Jahre weiterführen: „Wir blicken auf ein intensives und sehr erfolgreiches Jahr zurück. Wir konnten die Mitgliederbasis um 15 Prozent ausbauen und während der EU-Ratspräsidentschaft einen konstruktiven Dialog mit der österreichischen Bundesregierung aufbauen. Diesen werden wir weiter vertiefen und über internationale Kooperationen engagierte Initiativen für den heimischen Digitalstandort setzen“, so Eckert.


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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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