03.03.2021

i²c: Diese künftigen Startups haben sich den Award des TU Wien Inkubators geholt

Quantentechnologie, BioTech, Chemie – an der TU Wien entstehen aus Forschungsprojekten Startups. Am i²c Networking Friday wurden die besten Projekte gekürt.
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Der i2c Networking Friday fand 2021 als Hybrid-Event statt © TU Wien
Der i2c Networking Friday fand 2021 als Hybrid-Event statt © TU Wien
kooperation

Das Projekt Q-Inertia ist der große Sieger des Pitch-Wettbewerbs am traditionellen „Networking Friday“ des Innovation Incubation Centers (i²c) der TU Wien. Das Siegerteam wird in den TUWi² Inkubator aufgenommen und erhält von Austria Wirtschaftsservice ein Gründerstipendium über 5.000 Euro, um aus dem wissenschaftlichen Projekt ein Startup zu formen. Q-Inertia entwickelt basierend auf Quantentechnologie einen Sensor, der die Position autonomer Fahrzeuge genauer bestimmen kann, als das bisher möglich ist.

Platz 2 und 3 für BioTechs

Die Jury rund um Investor und Startup-Beauftragten Michael Altrichter, Laurenz Simbruner (Push Ventures) und Marlis Baurecht (aws) hob das Team von BioMolecular Machinery auf den zweiten Platz (Rechtsberatung bei Graf Patsch Taucher und Platz in der IECT Summer School) – das BioTech-Projekt entwickelt ein präzises chemisches Verfahren zur Bekämpfung von Tumoren. Der dritte Platz ging an MiniLab, das die Wundheilung revolutionieren will und ein Medienpaket bei der brutkasten gewann.

Forschung besser in Startups übersetzen

Mit der Initiative will das i²c Unternehmertum an Hochschulen fördern und damit mehr Spin-offs in Österreich schaffen – ein Bereich, der hierzulande nach wie vor unterentwickelt ist. „Damit beraubt man sich allerdings einer Chance, nämlich auf gezielte Förderungen für Hochschulen und Forscherinnenteams. Es ist etwas pervers, dass exzellente Leute aus den Hochschulen fallen, sobald die Verträge ablaufen. Es würde den Unis auch gut tun zu lernen Risiken einzugehen“, mahnte Ulrich Frank von der Universität Duisburg-Essen im Rahmen einer Podiumsdiskussion am „Networking Friday“.

In Österreich will das mittlerweile auch die private Initiative Spin-Off Austria unterstützen, die von Startup-Investor Herbert Gartner (eQventures) ins Leben gerufen wurde: „Gerade die Disruptive Translation von Forschungsergebnissen aus Universitäten durch Spin-Offs muss gestärkt werden. Wir wollen von Investorenseite gute Vorbilder aufzeigen und hoffen darauf, dass sich die 3. Säule stärker in den Leistungsvereinbarungen mit den Hochschulen zeigen wird“, so der Investor am Podium.

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easyvegan Pixelrunner FireStart P4 Therapeutics - Insolvenzen
(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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