06.06.2025
GENANALYSE

Hypo-NOE-Betriebsrat wird Referenzkunde von Katharina-Schneider-Startup Permedio

Mitarbeiter:innen der Hypo-NOE konnten nun das Genanalyse-Angebot von Permedio stark vergünstigt nutzen. Bezahlt wurde vom Betriebsrat.
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Marcus Täuber, Permedio, Franz Gyöngyösi, Hypo-NÖ-Betriebsrat, und Katharina Schneider | © Permedio
Marcus Täuber (Permedio), Franz Gyöngyösi (Hypo-NÖ-Betriebsrat), und Katharina Schneider | © Permedio

Wenn ein Startup und ein Betriebsrat zusammen in einer Headline vorkommen, dann geht es meist um Probleme. Doch nicht so im vorliegenden Fall. Der Betriebsrat ist jener der Hypo NOE Landesbank. Und dieser ist nun Referenzkunde des niederösterreichischen HealthTech-Startups Permedio (brutkasten berichtete bereits mehrmals) rund um Katharina Schneider, die einem breiteren Publikum als Mediashop-Gründerin und Investorin bei „2 Minuten 2 Millionen“ bekannt ist, und ihren Bruder Stefan Wöhrer.

Genanalysen zu Medikamentenverträglichkeit, Lifestyle und Gesundheitsrisiken

Permedio verspricht Nutzer:innen mittels einmaliger Genanalyse wichtige Erkenntnisse zur eigenen Gesundheit zu gewinnen. Dazu bietet das Startup unterschiedliche Test-Formate. Eines davon ist der „MedikamenteCheck“ mit dem man herausfinden kann, ob man Medikamente verträgt und welche Dosis davon individuell notwendig ist.

„Wir verstoffwechseln Medikamente unterschiedlich“, erklärt Katharina Schneider im Gespräch mit brutkasten und konkretisiert: „Wenn jemand ein Medikament sehr schnell verstoffwechselt, ist die Wirkung geringer und er braucht eine höhere Dosis, wer es besonders langsam verstoffwechselt, braucht eine geringere Dosis, damit die Wirkung nicht zu stark ist.“

Viele „Blockbuster-Medikamente“, also besonders häufig genutzte Arzneien, seien teilweise für einen zweistelligen Prozentsatz der Menschen gar nicht geeignet. Nach dem einmaligen Test können Nutzer:innen über die Permedio-Plattform jederzeit klären, ob und in welcher Dosis sie ein bestimmtes Medikament vertragen.

Hinzu kommen der „LifestyleCheck“, der Erkenntnisse zu individuellen Faktoren wie Ernährung, körperlicher Belastbarkeit, Stressverhalten und Stoffwechselprozessen verspricht, sowie der „HealthRiskCheck“, der das individuelle Risiko für bestimmte Krankheiten wie koronare Herzkrankheit, Vorhofflimmern, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck analysiert.

Permedio-Tests im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

Diese drei Tests standen auch im Zentrum der Kooperation von Permedio mit dem Hypo-NOE-Betriebsrat im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Mitarbeiter:innen können das Angebot, das standardmäßig einmalig 389 Euro und bei Verlängerung 45 Euro pro Jahr kostet, stark vergünstigt in Anspruch nehmen. Das Budget dafür stellte der Betriebsrat aus seinem Etat bereit. „Die medizinisch-datenschutzrechtlichen Standards wurden dabei strikt eingehalten – sämtliche Ergebnisse blieben ausschließlich bei den Teilnehmer:innen“, betont man dabei beim Betriebsrat. Das Interesse sei „außerordentlich hoch“ gewesen.

„Als Betriebsrat ist es uns ein besonderes Anliegen, die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen aktiv zu fördern“, kommentiert Betriebsratsvorsitzender Franz Gyöngyösi. „Deshalb freuen wir uns sehr, als erste Organisation in Österreich DNA-Lifestyle-Checks, den MedikamenteCheck und den HealthRiskCheck im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt zu haben.“

„Der 17. Obstkorb und Yoga-Stunden sind bei Betrieben eben auch nicht mehr so up to date“

Permedio arbeite grundsätzlich nicht nur mit Ärzten und Krankenhäusern, sondern auch mit Unternehmen zusammen, sagt Katharina Schneider. „Der 17. Obstkorb und Yoga-Stunden sind bei Betrieben eben auch nicht mehr so up to date“, scherzt die Unternehmerin. Dies sei aber der erste Betriebsrat als Kunde. „Das sieht man, dass die auch sehr innovativ sind“, sagt Schneider, „Ich finde das cool.“

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Die neue Besetzung des Startup-Rats © BMWET/Dolenc

Der Startup-Rat des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ist neu aufgestellt worden. Die für Startups zuständige Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat damit neun Expert:innen für die kommenden drei Jahre berufen. Das Gremium vereint Perspektiven aus Startups, Venture Capital, Business Angels, Inkubatoren und Interessenvertretungen und soll als Schnittstelle zwischen Politik und Startup-Community fungieren. Entscheidungen trifft der Rat dabei nicht – er agiert rein beratend.

Neue Gesichter, ein prominenter Abgang

Neu berufen wurden:

Weiterhin im Rat sitzen Rudolf Dömötör, Claudia Falkinger, Stefan Haubner, Laura Raggl und Werner Wutscher

Mobilisierung von privatem Wachstumskapital im Zentrum

Im Zentrum der kommenden drei Jahre stehen laut Zehetner die Mobilisierung von privatem Wachstumskapital, einfachere und schnellere Gründungsprozesse, bessere Bedingungen für Scaleups sowie die stärkere Verankerung von Unternehmertum in Bildung und Gesellschaft. Gleichzeitig geht es darum, Österreich noch stärker als Teil eines gemeinsamen europäischen Innovations- und Kapitalmarkts zu positionieren.

„Wir wollen nicht nur mehr Gründungen, sondern mehr Wachstumsgeschichten aus Österreich. Dafür braucht es Menschen am Tisch, die wissen, wo es in der Praxis hakt, was international funktioniert und welche nächsten Schritte wirklich einen Unterschied machen“, betont die Staatssekretärin.

Fokus der neuen Periode: der Dachfonds

Zentrales Vorhaben dabei ist der Scaleup-Dachfonds: ein Fund-of-Funds mit einem Zielvolumen von 300 bis 500 Millionen Euro, der bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) angesiedelt wird und in VC-Fonds investieren soll, die wiederum Startups finanzieren. Laut aktuellem Budgetgesetz soll der Fonds bis Ende 2027 sein First Closing abschließen.

Die Vergangenheit des Gremiums

2020 setzte Ex-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck einen Startup-Beauftragten (Michael Altrichter) samt Startup-Komitee ein. Diese Konstruktion war vertraglich an ihre Amtszeit gebunden und endete mit ihrem Rücktritt. Im Juli 2022 rief Nachfolger Martin Kocher den Startup-Rat in seiner heutigen Form ins Leben – personell großteils identisch mit dem alten Komitee.

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