27.01.2015

Hype um Messenger-Dienst „Slack“: 1 Milliarde US-Dollar wert

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Slack CEO Stewart Butterfield// (c) twitter @stewart

Slack spiegelt den Trend einer modernen und zeitlich wie räumlich flexibleren Arbeitsweise in einer digitalen Zeit wieder: immer und überall erreichbar sein. Es ist ein Messenger-Dienst für Unternehmen. Ein Kommunikationstool mit dem man auf einfache Weise Ideen unter Arbeitskollegen austauschen kann oder Projekte teilen kann. Das Tool vereinfacht das miteinander arbeiten, wenn das Team nicht am selben Ort sitzt.

Die Arbeitsmoral in Startups spiegelt vielleicht einen wachsenden Trend wieder: Das Team „lebt“ die Arbeit. Wer heute selber gründet oder in einem Startup beginnt, weiß, dass Arbeitszeiten nicht genau eingehalten, Überstunden nicht bezahlt werden und ständige Erreichbarkeit vorausgesetzt wird. An den Wochenenden, so wie auch im Urlaub.

Slack vereinfacht es, immer und überall in Kontakt zu bleiben. Push Nachrichten erreichen den User, sobald jemand etwas in die organisierte Gruppe postet. Dabei ermuntert einen das Tool beim Starten der mobile App, der Webapp oder im Browser: „Alright, world, time to take you on“, „What a day“ oder „Remember to get up and strech“ sind nur Beispiele.

Und die Anzahl der User bestätigt seinen Erfolg. Laut Wirtschaftsblatt hat das neun-Monate-junge Unternehmen seit seiner Markteinführung im Februar über 360.000 User neu gewonnen. 15.000 benutzen das Tool täglich. Ohne relevanten Ausgaben für Marketing und Vertrieb errechnet man ein 25faches Wachstum für den Messenger Dienst. Ziel ist es, mittelfristig circa 10 Millionen US-Dollar zu erwirtschaften. Seit Unternehmensstart wurden in Slack circa 180 Millionen US-Dollar ivestiert, Investoren bewerten das Unternehmen auf über eine Milliarde Euro.

Unter den bekennenden Slack „Fans“ findet man auch sehr bekannte Nutzer des Tools. Dustin Senos, Design Lead von Medium etwa über Slack: „Wir haben etwas gesucht, das uns in der Team-Kommunikation unterstützt und nichts hat richtig gepasst, bis wir begonnen haben, mit Slack zu arbeiten“

Das junge Unternehmen ist seit seiner Gründung rasant gewachsen. Über 100 Mitarbeiter beschäftigt es und trotzdem beläuft sich laut Fortune die Burning-Rate bloß auf 100.000 US-Dollar im Monat.

Ob CEO Stewart Butterfield daran denkt, Slack zu verkaufen? „Ich bin jetzt 41 Jahre alt und glaube nicht, das ich noch einmal so eine große Gelegenheit bekommen werde“, verneint er bei der DLD-Konferenz.

 

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Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem
Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem

Einarbeitungszeiten um mehr als 35 Prozent und Fertigungsfehler um 20 Prozent reduzieren; gleichzeitig das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen Fähigkeiten um mehr als 20 Prozent steigern und die körperliche und mentale Belastung senken – das sind die ambitionierten Ziele des Projekts Manufactor.

Mit sechs Millionen Euro von Horizon Europe gefördert

14 Partner aus zehn EU-Ländern sind daran beteiligt, darunter Universitäten wie TU Darmstadt (Deutschland) und Universität Uppsala (Schweden), Industriebetriebe wie Hitachi Energy Sweden und Volkswagen Autoeuropa (Portugal) und Startups wie u-sense.it (Italien) und Viscando (Schweden). Mit dem oberösterreichischen Maschinenbauer Fill und dem Wiener Datenbrillen-Startup Viewpointsystem sind auch zwei österreichische Unternehmen bei dem im Rahmen von Horizon Europe mit sechs Millionen Euro geförderten EU-Projekt dabei.

Zusammenführung mehrerer Technologien

Um die zuvor genannten Ziele zu erreichen, sollen im Rahmen des auf drei Jahre angesetzten Forschungs- und Entwicklungsprojekts mehrere Technologien zusammengeführt werden und ein validierter Prototyp entstehen: tragbare Sensoren, XR-Brillen, Eye Tracking, 3D-Bildsensoren, KI-Agenten und Human Digital Twins. „Zusammen liefern sie Informationen über die körperliche und kognitive Situation der Mitarbeitenden und ermöglichen eine situationsgerechte Unterstützung direkt am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Technologie ihn bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann“, heißt es von Projektpartner Viewpointsystem in einer Aussendung.

Vom Eye-Tracking zum „Human Digital Twin“

Das Wiener Startup steuert als einer von vier zentralen Technologiepartnern eine Weiterentwicklung seiner Eye-Tracking-Brille bei. Die Eye-Tracking- und Kameradaten der Brille sollen im Projektverlauf mit weiteren Sensordaten zusammengeführt werden. Daraus soll ein Echtzeitbild der körperlichen und kognitiven Situation von Mitarbeitenden, also ein sogenannter „Human Digital Twin“ entstehen. KI-Agenten sollen diese Informationen dann nutzen, um die Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen, etwa durch Audioanweisungen oder direkt in der XR-Brille eingeblendete Informationen.

„KI kann ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen“

„Wirklich adaptive Unterstützung beginnt damit, den Menschen hinter der Aufgabe zu verstehen. Eye Tracking gibt uns in Echtzeit Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung eines Menschen“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Auf dieser Grundlage kann KI ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen und damit über eine reine Automatisierung von Assistenz hinausgehen.“

Test in der Next World Factory von Fill

Getestet wird das unter anderem bei Industriepartner Fill, konkret im firmeneigenen Ausbildungs- und Lernzentrum Next World Factory. Im Projekt soll untersucht werden, wie adaptive, KI-gestützte Assistenz den Kompetenzerwerb beschleunigen und die sichere Anwendung im Arbeitsalltag unterstützen kann. Martin Muik, Forschung und Entwicklung bei Fill, nennt auch den Fachkräftemangel als Grund für das Projekt. „Mit Manufactor wollen wir erproben, wie intelligente Assistenz das Lernen individueller, effizienter und motivierender gestalten und Menschen dabei unterstützen kann, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.“

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