12.05.2025
SKALIERUNG

NÖ-Startup Hydrosolid und japanischer Industriekonzern Sumida vereinbaren Partnerschaft

Im Rahmen der Expo in Osaka haben das niederösterreichische Clean-Tech Startup Hydrosolid und der japanische Industriekonzern Sumida eine strategische Partnerschaft vereinbart.
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Katsuyuki Kojima (Executive Vice President, Sumida Corporation), Ken Terao (Head of New Business Development, Sumida Corporation), Lukas Renz (CEO, Hydrosolid) sowie Dr. Franz Renz (Wissenschaftlicher Beirat Hydrosolid und Leibniz Universität Hannover) und Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreich.
Katsuyuki Kojima (Executive Vice President, Sumida Corporation), Ken Terao (Head of New Business Development, Sumida Corporation), Lukas Renz (CEO, Hydrosolid) sowie Dr. Franz Renz (Wissenschaftlicher Beirat Hydrosolid und Leibniz Universität Hannover) und Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreich.

Das niederösterreichische Stratup Hydrosolid hat sich auf die Entwicklung innovativer Wasserstoffspeichertechnologien spezialisiert. Mit dem HIVE S1 hat das Startup ein Feststoffspeichersystem entwickelt, das Wasserstoff bei Raumtemperatur und niedrigem Druck speichern und freisetzen kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Hochdruckspeichern bietet der HIVE S1 eine bis zu 30-fach höhere Energiedichte pro Jahr – brutkasten hat bereits berichtet.

Im Rahmen der EXPO in Osaka haben das niederösterreichische Clean-Tech Startup Hydrosolid und der japanische Industriekonzern Sumida nun eine strategische Partnerschaft vereinbart. Das Ziel dieser Kooperation ist die Skalierung und Kommerzialisierung von Hydrosolids Wasserstoffspeichertechnologie auf Basis der patentierten RSH2-Materialtechnologie.

Sumida mit knapp 144 Mrd. Yen Jahresumsatz

Der japanische Industriekonzern Sumida ist auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von elektronischen Bauelementen spezialisiert. 2024 konnte Sumida einen Umsatz von 143,98 Milliarden Yen (umgerechnet derzeit ca. 870 Millionen Euro) erzielen. Die Partnerschaft hat Hydrosolid mit der europäischen Tochter, der Sumida AG, abgewschlossen.

Diese internationale Partnerschaft soll als „Schlüssel für die Energiewende“ gelten. Japan nimmt hierbei die Rolle als Vorreiter in seiner nationalen Wasserstoffstrategie ein, während Europa Wasserstoff als zentrale Säule für grüne Energie- und Klimazukunft definiert. So werde Hydrosolids Know-how in der Wasserstoffspeichertechnologie mit Sumidas Expertise in der Großserienfertigung vereint, heißt es in der Presseaussendung.

Unterzeichnung im Österreich-Pavillion der Expo

Beide Partner zeigen sich erfreut über diese neue Zusammenarbeit: „Mit Sumida gewinnen wir einen Partner, der unsere Vision teilt, Wasserstoffspeicher sicherer, effizienter und wirtschaftlicher zu machen. Gemeinsam bringen wir die Technologie rasch vom Labor in die industrielle Anwendung“, sagt Lukas Renz, CEO von Hydrosolid.

Besiegelt wurde die Partnerschaft nun im österreichischen Pavillion der Expo. Dort unterzeichneten Lukas Renz, CEO Hydrosoli, und Katsuyuki Kojima (Executive Vice President Sumida Corporation) ein entsprechendes Memorandum of Understanding (MoU). Die feierliche Unterzeichnung fand unter der Patronanz der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner statt, die ebenfalls anwesend war.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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