23.05.2025
FINANZIERUNG

Hydrosolid: NÖ-Startup holt Millioneninvestment für Wasserstofftechnologie

Das niederösterreichische CleanTech-Startup Hydrosolid gibt vier Jahre nach seiner Gründung den erfolgreichen Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich bekannt.
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Gründer von Hydrosolid (v.l.n.r.): Clemens Regehr, Lukas Renz, Merkur Smajlaj und Michael Renz © Hydrosolid

Noch vor wenigen Jahren wurde der Wasserstofftechnologie vielfach mit Skepsis begegnet – vor allem wegen ihres hohen Energiebedarfs in mehreren Anwendungsbereichen. Genau hier setzt Hydrosolid an: Mit einem neuartigen Wasserstoff-Speichersystem will das Unternehmen eines der zentralen Probleme der Branche gelöst haben. Für seinen technologischen Ansatz konnte das niederösterreichische Startup nun ein Investment im siebenstelligen Bereich holen – bei einer Unternehmensbewertung im achtstelligen Bereich.

Geldgeber und strategischer Partner

Mit Erich Erber, Gründer der San Group, steigt ein erfahrener Investor bei Hydrosolid ein. Laut offizieller Mitteilung bringt Erber nicht nur Kapital, sondern komme auch als ein „erfahrener, strategischer Partner mit unternehmerischer Weitsicht“ an Bord. Nach dem Verkauf der millionenschweren Erber Group an Royal DSM im Jahr 2020 gründete Erber die San Group. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenburg investiert üblicherweise in den Bereichen Tiergesundheit, Pflanzenschutz, Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Immobilienentwicklung und grüne Energie.

„Hydrosolid adressiert eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – die sichere und effiziente Speicherung von grünem Wasserstoff. Ich bin überzeugt, dass das Team das Potenzial hat, einen entscheidenden Beitrag zur globalen Energiewende zu leisten“, so Investor Erich Erber.

Internationale Skalierung geplant

Das neu gewonnene Kapital soll laut Unternehmen in die Industrialisierung des patentierten Speichermaterials fließen. Ziel sei es, mit dem System eine zentrale Rolle in der globalen Energiewende zu übernehmen. Der Fokus liegt dabei klar auf der internationalen Skalierung. „Diese Partnerschaft unterstreicht das Vertrauen in unsere Technologie und unsere Vision einer sicheren, grünen Energiezukunft“, sagt Hydrosolid-CEO Lukas Renz.

Ein Blick ins Firmenbuch zeigt: San Future Invest (Teil der San Group) mit Sitz in Singapur übernimmt durch das Investment zehn Prozent der Anteile am Tochterunternehmen HydroSolid Hive. Die Beteiligungsstruktur des Hauptunternehmens Hydrosolid bleibt davon unberührt: Lukas Renz und Michael Renz halten jeweils 39 Prozent, Clemens Regehr die restlichen 22 Prozent.

Eröffnung der Wasserstoffspeicheranlage

Hydrosolid wurde 2021 in Wilhelmsburg gegründet und hat mit der sogenannten RSH2-Technologie ein innovatives Verfahren zur Speicherung von Wasserstoff entwickelt. Als Ziel gibt das Unternehmen aus, durch sichere Wasserstoffanwendungen einen wesentlichen Beitrag zur grünen Energiezukunft zu leisten.

Ein kleiner Meilenstein auf diesem Weg war die Eröffnung der ersten vollständigen Wasserstoffspeicheranlage des Unternehmens im Jahr 2024 im Sportzentrum von St. Pölten. Darüber hinaus gab Hydrosolid vor Kurzem eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Technologiekonzern Sumida bekannt – brutkasten berichtete.

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In der heimischen Startup-Landschaft hat sich Stefan Ebner längst einen Namen gemacht. Er gründete das Datenunternehmen Braintribe, eröffnete später unter anderem den Co-Creation-Space Tribe.Space, launchte die Co-Creation-Plattform Tribe.Land oder das KI-WealthTech-Unternehmen WeR. Nun meldet er sich mit seinem neuesten Projekt Tribe.One zurück, das laut Ebner eine „dritte Welle der KI“ einläuten soll, nach den Sprachmodellen (LLMs) und den KI-Agents.

Von Agents zur Co-Organisation

Agents hätten sich zwar wie ein „Super Personal Assistant“ angefühlt, seien aber nie etwas gewesen, was eine Organisation wirklich aufnehmen könne, argumentiert Ebner. Tribe.One setzt deshalb eine Schicht über den Agents an: „Ich glaube, die nächste Welle wird das sein, was wir Co-Organisation nennen“, erklärt der Gründer. Gemeint ist ein neues Operating Model, in dem Mensch und KI den Output gemeinsam nutzbar machen. Damit richtet sich die Lösung vor allem an CEOs, CFOs und CMOs, denn: „Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Organisation“, so Ebner.

Digitale Counterparts für die Führungsebene

Kern des Ansatzes sind sogenannte „Entities“, die auf Tribe.Ones Plattform Gzero laufen. Führungskräfte erhalten darüber ein digitales Gegenüber, etwa einen Co-CEO oder Co-CFO. Dieses kennt das Unternehmen samt Plänen und OKRs und gibt Aufgaben an Agents weiter, da eine Entity selbst keinen direkten Datenzugriff hat.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Tribe.One an sich selbst: Dort arbeiten laut Ebner vier menschliche und acht KI-C-Levels zusammen, und die Entities sind schon seit einem Jahr intern im Einsatz. Für Kund:innen soll die Möglichkeit bestehen bereits bestehende Agents mitzubringen und zu integrieren.

Ein Ort für Fokus und Austausch

Ebner verbindet technologische Vorhaben traditionell mit physischen Orten, vom Nachtclub Chaya Fuera bis zum Tribe.Space. Auch Tribe.One bekommt mit dem „Co-lab“ nun einen solchen Ort in Wien. Er ist laut Ebner kein klassischer Coworking-Space, sondern ein Ort für Fokus, Schulungen und Austausch, an dem auch Marketing, Kommunikation und Frühphasen-Projekte stattfinden sollen. Um die Szene zu vernetzen, ist jeden letzten Donnerstag im Monat ein „Open House“ geplant. Die offizielle Eröffnung soll gemeinsam mit dem großen Launch im Jänner erfolgen.

Forschung in Wien, Kapitalmarkt in London

Während Forschung und Entwicklung in Österreich bleiben, gründet Tribe.One in London eine Limited als Co-Headquarter für Markt und Kapital. Ebner selbst pendelt entsprechend zwischen zwei Welten: Zwei Wochen pro Monat verbringt er in Wien mit Forschung und Coding, die übrige Zeit bei Kunden, die er vor allem im DACH-Raum und in UK sieht.

Finanziert hat sich das Unternehmen bisher selbst und macht nach Ebners Angaben „substanzielle Umsätze“. Im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres will er nun aber Kapital aufnehmen.

Die Vision dahinter ist ambitioniert: Tribe.One soll zu den Top-5-KI-Firmen Europas gehören, die die neue Welle mitgestalten. Nach dem Soft Launch ist der große Launch für Januar geplant, und bis Jahresende will das Team 10 bis 15 Enterprise-Kunden und ebenso viele Startups onboarden. Ein Tool für Millionen Nutzer soll Tribe.One dagegen ausdrücklich nicht werden.

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