14.04.2026
ENTWICKLUNG

Hycobility: Wiener Startup bringt Holz-Metall-Hybrid auf den Markt

Das Wiener Startup Hycobility hat mit Hammerer Aluminium Industries (HAI) eine strategische Partnerschaft zur Markteinführung seines patentierten Hybridmaterials "HycoFusion" geschlossen. Das klebstofffreie Verfahren verbindet Metallprofile mit Holzkernen – und soll bis zu 50 Prozent CO₂ in der Herstellung einsparen.
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(c) Hycobility

Metall und Holz in einem Werkstoff, ohne Klebstoff und vollständig recyclingfähig – das Wiener Startup Hycobility Engineering & Technologies hat mit „HycoFusion“ eine patentierte Hybridtechnologie entwickelt, die genau das ermöglicht. Nun geht das 2021 gegründete Unternehmen mit Hammerer Aluminium Industries (HAI) aus Ranshofen den entscheidenden Schritt in Richtung Industrialisierung.

Von der Engineeringfirma zur Werkstoffinnovation

Die Idee entstand aus der Praxis: „Wir haben an einem Konzept für ein Holzauto gearbeitet und sind dort auf Gewichts- und Festigkeitsgrenzen gestoßen“, erklärt Gerhard Brecka, Managing Partner bei Hycobility. Gemeinsam mit Erich Wlasak und Alexander Stadlmann entwickelte er ein Verfahren, bei dem Aluminium- oder Stahlprofile klebstofffrei mit Holzkernen verbunden werden. Das Ergebnis: bis zu 50 Prozent Gewichtsreduktion, bis zu 50 Prozent weniger CO₂ in der Herstellung und eine um 180 Prozent höhere Steifigkeit gegenüber Standard-Aluminiumprofilen. Die Technologie ist international patentgeschützt.

HAI als industrieller Skalierungspartner

Mit HAI erhält Hycobility nun die industrielle Werkstoffkompetenz und Produktionskapazität, um „HycoFusion“ in Fassadensystemen, im Maschinenbau und bei Bauelementen marktfähig zu machen. Für 2029 ist der Start der Serienproduktion bei HAI in Rumänien geplant. Weitere Industriepartner sind bereits an Bord: Der Fassadensystem-Marktführer Schüco arbeitet mit Hycobility an einem neuen Pfosten-Riegel-System, dazu kommen Kooperationen mit der Holzmaschinenfirma Springer und dem Engineering-Unternehmen Segula.

aws-Förderung und ambitionierte Ziele

Finanziert wird die aktuelle Phase unter anderem über das aws Seedfinancing – Innovative Solutions. Der Gesamtkapitalbedarf für 2026 und 2027 beträgt laut Hycobility rund 500.000 Euro. „Das Programm gibt uns die finanzielle Stabilität, um den Sprung vom Prototypen in den Markt fokussiert durchzuführen“, sagt Brecka. Die Roadmap ist ambitioniert: Bis 2035 strebt das Startup fünf Prozent Marktanteil im europäischen Aluminiumprofil-Markt an – und ein Umsatzpotenzial von 75 bis 100 Millionen Euro.

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Feragen
© RVS - (v.l.n.r.) Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg), Thomas Heinzmann, Michael und Anja Geretschläger (alle Feragen), Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg).

Das Salzburger Genetik-Startup Feragen sorgte Anfang 2025 für Aufsehen, als es eine Kooperation mit Nestlé Purina verkündete – siehe hier. Nun beteiligt sich die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen am Unternehmen. Die Genossenschaft zur finanziellen und strukturellen Förderung junger und innovativer Unternehmen in Salzburg steigt mit einem sechsstelligen Betrag ein.

Feragen: Ursprung bereits 2012

Feragen geht auf die Forschung der Molekularbiologin Anja Geretschläger an der Universität Salzburg zurück, die damit bereits 2012 begann. 2017 wurde daraus ein Unternehmen. Heute führen Anja und Michael Geretschläger gemeinsam die Geschäfte. Während die Founderin die Bereiche Forschung und Entwicklung verantwortet, liegt der Fokus von Michael Geretschläger auf Vertrieb und Marketing. Aus dem universitären Spinoff ist ein international tätiges Diagnostiklabor mit Kundinnen und Kunden in zahlreichen europäischen Ländern geworden, heißt es per Aussendung.

Die Raiffeisen Salzburg Start-Up-Experten Bernhard Wimmer, Bernhard Tomasi und Herbert Stelzinger kommentieren die Beteiligung wie folgt: „Feragen zeigt, wie aus universitärer Forschung ein international erfolgreiches Unternehmen entstehen kann. Besonders beeindruckt haben uns die wissenschaftliche Tiefe, die klare Wachstumsstrategie und die konsequente Verbindung von Diagnostik und Digitalisierung. Das Unternehmen adressiert einen wachsenden Markt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und passt damit hervorragend zu unserer Beteiligungsstrategie. Wir freuen uns darauf, das Team auf dem weiteren Wachstumskurs zu begleiten.“

Über 10.000 User:innen

Ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie der Salzburger ist die digitale Plattform „myFERAGEN“. Durch sie verwalten Züchter, Zuchtverbände und Tierärzte genetische Daten und Analyseergebnisse. Aktuell nutzen eigenen Angaben zufolge rund 10.500 Anwender:innen die Plattform, auf der 38.000 Hunde erfasst sind. Mit dem integrierten Werkzeug DogMatching lasse sich bereits vor einer geplanten Paarung prüfen, wie gut zwei Tiere genetisch zusammenpassen. Dadurch können Risiken minimiert und die langfristige genetische Gesundheit von Populationen verbessert werden, so der Claim.

Mit der Beteiligung der Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen sollen digitale Angebote weiter ausgebaut und zusätzliche internationale Märkte erschlossen werden. „Ein Investor, der versteht, dass hinter unseren Analysen Forschung steht und kein schnelles Produkt, ist selten. Mit Raiffeisen haben wir genau diesen Partner gefunden – und das direkt vor unserer eigenen Haustür. Das Vertrauen, das uns hier entgegengebracht wird, ist Rückenwind und Verpflichtung zugleich. Wir gehen diesen Weg mit derselben wissenschaftlichen Konsequenz weiter, mit der wir ihn begonnen haben“, sagt Anja Geretschläger.

„Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt“

Auch Michael Geretschläger schlägt in eine ähnliche Kerbe, wenn er sagt: „Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt, sondern die Haltung dahinter: Die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen denkt regional und investiert langfristig – das passt exakt zu uns. Mit diesem Rückhalt können wir die nächsten Schritte deutlich schneller gehen: internationale Expansion und eine Plattform, die mitwächst. Dass aus Österreich ein Weltmarktführer im Pet-Bereich kommen kann, ist bewiesen. Wir haben vor zu zeigen, dass das auch aus Salzburg geht.“

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