28.03.2023

HustleGPT: Wie GPT-4 Startups mit nur 100 Dollar gründet

Ein Startup mit nur 100 Dollar gründen und in kurzer Zeit marktfähig machen. Eine KI namens HustleGPT soll das möglich machen.
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HustleGPT, Twitter
GPT-4 zeigt sich neuerdings als kompetenter Co-Founder für Startups (c) Tima Miroshnichenko / Pexels

Ein frisch gegründetes Startup mit nur 100 Dollar Startkapital bläst sich in wenigen Tagen zu einem Wert von insgesamt 25.000 Dollar auf. Dieses Wunder kann wohl nur eine neuartige Technologie wie GPT-4 vollbringen. Die Künstliche Intelligenz von OpenAI weiß scheinbar, wie man Unternehmen gründet. Dadurch könnte sie zur neuen Go-To-Technologie für-Startup-Gründer:innen werden. Das eingangs erwähnte Beispiel macht es vor.

KI gibt Anleitung zur Unternehmensgründung

Die Entstehungsgeschichte von GreenGadgetGuru, das gemeinsame Unternehmen des Brand Designers Jackson Greathouse Fall und GPT-4, löste Mitte des Monats einen Hype auf Twitter aus. Einen Tag nach der Veröffentlichung von OpenAIs GPT-4, startete der US-Amerikaner sein Experiment. Er ordnete dem GPT-4-Chatbot an, aus 100 Dollar so viel Geld wie nur möglich in kürzester Zeit zu machen.

Auf diesen Prompt hin schlug der Chatbot, fortan HustleGPT genannt, dem Unternehmer vier konkrete Schritte zur Unternehmensgründung vor:

  1. Eine Domain und einen günstigen Webhosting-Tarif kaufen.
  2. Eine Affiliate-Website aufsetzen und mit Content füllen.
  3. Inhalte über sämtliche Social-Media-Kanäle ausspielen.
  4. SEO-Maßnahmen setzen für besseres Google-Ranking und um organische Zugriffe zu erhöhen.

Teamwork von Mensch und Maschine

Die zu vertreibenden Produkte sollten eine profitable Nische mit niedriger Konkurrenz bedienen, wie etwa ökologische Produkte für nachhaltigen Lifestyle, spezielle Küchenutensilien oder Haustierzubehör. Greathouse Fall entschied sich für ersteres.

Später im Prozess riet HustleGPT dem Unternehmen noch, etwa einen Content Creator für die Erstellung der Website-Inhalte anzustellen und ein SaaS-Produkt, also die Bereitstellung von Softwarelösungen über das Internet, zu entwickeln. Das konnte mithilfe der Beträge von privaten Investor:innen finanziert werden, die sich schnell nach Bekanntwerden der Aktion auf Twitter bei Greathouse Fall meldeten.

Die KI gab also einen konkreten strategischen Fahrplan zur Unternehmensgründung. Ausführen musste die Schritte aber dennoch ein Mensch.

HustleGPT-Hype: Immer mehr Startups durch Twitter Challenge

Heraus kam dabei ein Startup mit einem Wert von 25.000 Dollar nach nur einem Tag und 130 Dollar an Umsatz nach einer Woche. Zahlreiche Twitter-User:innen schlossen sich daraufhin der Erfolgsstory von Jackson Greathouse Fall an. Auf GitHub gibt es bereits eine Sammlung von 202 Startups, die im Zuge der HustleGPT-Challenge gegründet wurden. 27 davon haben bereits einen Umsatz von mehr als 1 Dollar erzielt.

Darunter befinden sich etwa MeowMatters, ein Startup, das sich um das körperliche und geistige Wohl von Katzen kümmert und von einer Künstlichen Intelligenz geschriebene Katzengeschichten vertreibt. Oder Let AI Try, wo man Künstlicher Intelligenz vergnüglich dabei zuschauen können soll, wie sie die Probleme der Menschheit löst, dabei aber wohl kläglich scheitert.

Startup-Fonds auf Discord

Die parallel zur Twitter Challenge entstandene HustleGPT-Discord-Gruppe, auf der sich hustlende Startup-Gründer:innen austauschen, zählte vergangene Woche bereits nahezu 1.900 Mitglieder. Die Gruppe wurde mit einer Paywall versehen, um Geld für einen HustleGPT-Startup-Fonds zu sammeln. Bis Dienstag letzter Woche wurden bereits 2000 Dollar gesammelt, die in erfolgversprechende HustleGPT-Startups und „early believers“ fließen sollten.

Der Unternehmer Jackson Greathouse Fall konnte jedenfalls jetzt schon von der HustleGPT-Challenge profitieren. Seine Twitter-Followerschaft stieg innerhalb einer Woche von 2000 auf 100.000 an. Greathouse Fall widmet sich laut Aussagen auf seinem Twitter Account mittlerweile auch wieder anderen Projekten – und nutzt die neue Aufmerksamkeit zu deren Sichtbarmachung. Die HustleGPT-Challenge scheint aber dennoch genug Anhänger:innen gefunden zu haben und geht weiter.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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