27.08.2025
PERSONALIE

Hummingbird-Founder wird neuer Partner bei Speedinvest

Vom Silicon Valley zu Speedinvest: Will Wells wird neuer Partner beim Wiener VC - mit Fokus auf Deep-Tech.
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Will Wells, Speedinvest
© Linkedin/Canva - Will Wells nun bei Speedinvest.

Nachdem er Hummingbird Technologies aufgebaut und verkauft hat – ein Unternehmen für autonome KI-Systeme in Europa – wird Will Wells nun Partner bei Speedinvest. Er bringt einen kombinierten Erfahrungsschatz aus dem Silicon Valley und Europa mit, den er während seiner Zeit bei Lightspeed und firstminute capital gesammelt hat. Dort agierte er im Umfeld einiger global bekannter Unternehmen, darunter Wayve, Mistral, n8n, SpaceX, Base Power, Helsing und Proxima Fusion.

Fokus bei Speedinvest: Early-Stage Deep-Tech

Bei Speedinvest wird Wells‘ Fokus darauf liegen, die nächste Generation von Deep-Tech-Startups in der Frühphase zu finden – jene, die die großen Herausforderungen in den Bereichen grundlegende KI, Energie, Verteidigung, Robotik, Raumfahrt und Rechenleistung lösen sollen. Zudem soll Wells den Ausbau der Growth-Investment-Aktivitäten des Wiener VCs vorantreiben.

Wells‘ Wechsel ins Venture-Capital-Geschäft wurzelt in seiner eigenen Zeit als Gründer: „Ein Ex-Gründer im VC zu sein, gibt dir hoffentlich ein gewisses Maß an Empathie“, wird er im Speedinvest-Blog zitiert. „Man weiß ein wenig, wie es ist, der ‚Mann in der Arena‘ zu sein (…) das Blut, der Schweiß und die Tränen, die harten Entscheidungen, die existenziellen Slack-Nachrichten um zwei Uhr morgens.“

„Silicon Valley-DNA“

Er weist zudem darauf hin, wie ungewöhnlich so ein Background in Europa immer noch sei: „Weniger als fünf Prozent der europäischen VCs waren zuvor selbst operativ tätig, während die überwiegende Mehrheit im Silicon Valley genau diese DNA hat. Diese Statistik verwirrt mich bis heute – hoffentlich wird sich diese Lücke schließen“, sagt er.

Oliver Holle, CEO und Managing Partner bei Speedinvest, zur neuen Personalie: „Wir freuen uns außerordentlich, Will in unserer Deep-Tech-Partnerschaft willkommen zu heißen. Seine Gründerempathie, sein strategisches Denken und seine praktische Erfahrung machen ihn zu einer starken Bereicherung für unser Team und für die Gründer:innen, die wir unterstützen.“

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TikTok
Mit „Sell Across Europe" sollen heimische KMU künftig EU-weit verkaufen können | (c) AdobeStock

Nach Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland und Großbritannien folgt die nächste Ausbaustufe: Am 15. Juni geht TikTok Shop in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Polen live. Bemerkenswert: In den Vorab-Berichten internationaler E-Commerce-Medien tauchte Österreich bislang gar nicht auf – die Branche hatte primär Polen, Benelux und Skandinavien als nächste Märkte erwartet.

Laut TikTok nutzen über 2,7 Millionen Menschen in Österreich die Plattform monatlich. Sie sollen künftig direkt in der App über Shoppable Videos, Live-Shopping-Formate und einen eigenen Shop-Tab einkaufen können, ohne TikTok zu verlassen. Für österreichische Unternehmen öffnet sich die Registrierung bereits zwei Wochen früher, am 1. Juni.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne?

„Wir expandieren schrittweise. Dieses Jahr ist der richtige Zeitpunkt für Österreich“, erklärt Ningxin Wu, die TikTok Shop in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Polen verantwortet. Man wolle „Learnings aus Deutschland, Italien und anderen Märkten direkt einsetzen“.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne? Wu nennt drei Punkte: digital affine Kund:innen, eine Vorliebe für lokale und hochwertige Produkte – ein Muster, das man auch in Deutschland beobachtet habe – und Live-Shopping bzw. -Selling, das in dieser Form bisher keinen breiten Player in Österreich habe.

Ein österreichisches Scaleup als Anker

Zum Start setzt TikTok auf ein Einladungsmodell. Als einziger österreichischer Launch-Partner ist das Wiener Scaleup Neoh unter den ersten Marken – bekannt für zuckerreduzierte Riegel und Süßwaren-Innovationen. Das 2016 gegründete Unternehmen hat seine Discovery-E-Commerce-Strategie zuvor bereits in Deutschland erfolgreich erprobt.

„TikTok Shop ist für uns mehr als ein neuer Kanal – es ist eine andere Art zu verkaufen“, sagt Lisa Krapinger-Rüther, SVP Digital bei Neoh. „Das Einkaufserlebnis entsteht direkt im Content, organisch und authentisch. Wir haben in Deutschland gesehen, wie gut das funktioniert: Produkte, die sich über echte Community-Empfehlungen verkaufen, ohne sich wie klassische Werbung anzufühlen.“

Neben Neoh werden zum Start unter anderem deutsche Marken wie Hitschies, Judith Williams, More Nutrition und Svenja Walberg auf dem österreichischen Markt verfügbar sein. Der Roll-out ist schrittweise geplant, User:innen sollen mehr und mehr Marken und Produkte finden können.

„Sell Across Europe“: Die Chance für heimische KMU

Strategisch relevant für die heimische Startup- und KMU-Landschaft dürfte vor allem die Funktion „Sell Across Europe“ werden, die kurz nach dem Launch freigeschaltet wird: Mit einer einzigen Registrierung können Händler:innen in alle EU-Märkte verkaufen, in denen TikTok Shop verfügbar ist. Produktbeschreibungen lassen sich pro Markt lokalisieren, der Versand erfolgt direkt oder über TikTok-Logistikpartner.

„Österreichische Mittelständler haben durch TikTok Shop jetzt eine Plattform, ihre Produkte europaweit zu verkaufen“, sagt Wu. Lokale Produkte – sie nennt Ski-Sportartikel und Delikatessen – seien bisher häufig nur im Inland entdeckbar gewesen.

Eine Größenordnung liefert Christian Blum, Communications Lead bei TikTok Shop: Nach einem Jahr TikTok Shop in Deutschland habe man laut NielsenIQ 15 Prozent Penetration bei den Online-Shopper:innen erreicht. EU-weit – ohne UK – verzeichne man laut Unternehmensangaben dreistelliges Wachstum beim täglichen Umsatzvolumen seit dem Launch, mit über 100.000 lokalen Verkäufer:innen.

Die Temu-Frage: Wie grenzt man sich ab?

Während TikTok Shop wirbt, geraten Plattformen wie Temu und Shein wegen Billigimporten und Produktsicherheit zunehmend unter Druck. Wie grenzt sich TikTok ab? Wu verweist auf “Discovery-E-Commerce” als neue Art des Online-Shoppings, das vorläufige Einladungsmodell und generell eine strenge Listing Policy auf TikTok Shop, die EU-Compliance-Anforderungen wie der seit Dezember 2024 geltenden General Product Safety Regulation (GPSR) entsprechen müsse.

Konkrete Zahl: Laut TikTok seien 2025 weltweit 700 Millionen Produkte präventiv geblockt worden, bevor sie überhaupt gelistet werden konnten. Zusätzlich verifiziere man Identität, Mehrwertsteuernummer und Bankdaten der Händler:innen; neue Verkäufer:innen durchlaufen eine Probezeit.

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