08.02.2022

Hoss Mobility: Gründer hatte Idee zum E-Rollstuhl nach eBay-Verkauf

Ein Segway inspirierte Co-Founder Lukas Riegler zur Entwicklung des zweirädrigen Rollstuhls.
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Hoss Mobility, Hoss, 2 Minuten 2 Millionen Rollsuhl zwei Räder, E-Rollstuhl
(c) Hoss Mobility - Rollstuhl-Innovation aus Oberösterreich.

Lukas Riegler und Dominik Lorenz, Founder von Hoss Mobility, haben einen elektrischen Rollstuhl entwickelt, der auf nur zwei großen Rädern auf einer Achse selbstständig die Balance hält. Damit wollten die Gründer Wendigkeit und Geländefähigkeit kombinieren. Durch die großen Räder sei es möglich, über verschiedene Bodenbeläge oder Randsteine zu fahren oder sich auf engem Raum um die eigene Achse zu drehen. Der „Hoss“ wird per Joystick gesteuert und erreicht eine Geschwindigkeit von 15 km/h – mit einer Reichweite von 60 Kilometern. Anpassungen sind per App möglich.

Ursprung von Hoss Mobility bereits 2009

„Alles begann 2009 als ich das erste Mal auf einem Segway PT stand“, erklärt Riegler. „Als Elektrotechnikingenieur war ich von der Technik sehr begeistert, weshalb ich mir kurzerhand so ein Gerät kaufte. Die Art der Fortbewegung war intuitiv und ergab bei Kurzstrecken total Sinn, setzte sich so in der breiten Masse aber nie durch. Ich überlegte lange, wieso ein solches Ein-Achs-Antriebskonzept nicht Mainstream wurde und in welchem Bereich dieses seinen echten Mehrwert entfalten könnte.“

Jahre später bot der Co-Founder seinen Segway auf eBay an und war erstaunt über den Käufer. Jener saß im Rollstuhl und wollte testen, ob man das Gefährt als Basis für einen Rollstuhl verwenden kann. „Er war mit dem Status Quo von Hilfsmitteln nicht zufrieden und beklagte sich über die kleinen Räder, über fehlende Wendigkeit und die Limitierungen im Alltag eines Rollifahrers. Die Sache fand ich interessant und fing deshalb an, den Segway umzubauen“, so Riegler weiter.

„Die Idee war schnell geboren – bei der Umsetzung jedoch stand ich vor einer Mammutaufgabe. Einen Ein-Achs-Rollstuhl zu bauen, welcher den Komfort und die Sicherheit eines herkömmlichen Rollstuhles vorweisen konnte und gleichzeitig das volle Potenzial einer Achse ausschöpfte. 2017 habe ich Dominik kennengelernt, einen brillanten und hochmotivierten Antriebstechniker. Frisch von der Universität suchte er die nächste Herausforderung und verstand die Vision des besten Elektrorollstuhles sofort“, ergänzt der Gründer.

Mit Panasonic-Zellen bestückt

Somit entstand die Hoss Mobility GmbH und der Rollstuhl hat nach etwa 25 Personenarbeitsjahren Marktreife erlangt. Die Antriebsmotoren des Hoss stammen aus dem Automotive-Bereich. Der eigens entwickelte Lithium-Akku ist mit Zellen von Panasonic bestückt.

Das Faszinierendste am hoss sei, laut den Gründern, sein intuitives Fahrverhalten und die Fähigkeit sich dynamisch zu stabilisieren. Ein Vergleich mit dem Menschen erkläre es am besten: „Lehnt sich ein Mensch nach vorne, ohne die Beine zu bewegen, würde er auf die Nase fallen. Um den Sturz zu verhindern, befiehlt das Gehirn in diesem Moment, ein Bein nach vorne zu bewegen. Wenn du dich also vorlehnst, bewegst du dich unweigerlich vorwärts, immer einen Schritt nach dem anderen“, so die Gründer. „Der Hoss macht es genauso, nur eben mit zwei Rädern anstelle der Beine. Die Funktion von Gehirn und Muskeln übernehmen leistungsstarke Prozessoren und Elektromotoren.“

Hoss Mobility nutzt Gyro- und Beschleunigungssensoren

Konkret: In seiner Ruhestellung ist der Rollstuhl von Hoss Mobility durch seine Abstützung mechanisch stabilisiert. In der Sekunde, in der er in die Balance übergeht, analysieren redundante Gyro- und Beschleunigungssensoren mehrere hundert Mal pro Sekunde das Verhalten des Fahrers und des Untergrundes und balancieren den Fahrer wie auf zwei Beinen. Überwacht wird der Zustand des Balancesystems permanent von einem 100 Prozent entkoppelten und patentierten Stützsystem.


Interessierte können sich am Dienstagabend bei „2 Minuten 2 Millionen“ selbst ein Bild von Hoss Mobility machen. Weiters dabei: Shoutout, Secvel, Plantista und Die Pflanzerei.


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Wenn sich Anfang Juli Investor:innen aus 33 Nationen in Kitzbühel versammeln, dann nicht für Pitch-Marathons, sondern für Gespräche am Berg: Das World Venture Forum (WVF) ging heuer von 6. bis 11. Juli in seine zwölfte Ausgabe – unter dem Motto „Vectors of Change“. Den heutigen Namen trägt die Veranstaltung seit vier Jahren, davor lief sie als Venture Week. Das Format ist bewusst klein gehalten: Rund 200 Teilnehmer:innen, die laut Veranstalter ein Kapital von mehr als 40 Milliarden Euro repräsentieren, verteilen sich über eine Woche auf Themen-Chalets zu Web3, Family Offices, Corporate Innovation und Impact. Dazu kommen ein Golfturnier, eine Trekking-Tour auf die Streif und die Gala im K3 KitzKongress samt Award-Verleihung. Am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm traditionell mit dem Business Angel Summit, dem Jahrestreffen der österreichischen Angel-Szene.

Hinter dem Event steht Berthold Baurek-Karlic, Gründer und CEO von Venionaire Capital, der das Forum vor zwölf Jahren mit ins Leben gerufen hat. brutkasten traf ihn vor Ort zum Gespräch – über die Anfänge als Golfrunde, die Philosophie hinter dem Format, die neu eingetragene gemeinnützige Stiftung und die Frage, warum Österreich seiner Ansicht nach zehn Jahre in der Standortdebatte verloren hat.


brutkasten: Das World Venture Forum geht mittlerweile in die zwölfte Ausgabe. Wie ist das Ganze entstanden – und wie hängt es mit dem Business Angel Summit zusammen?

Berthold Baurek-Karlic: Vor zwölf Jahren gab es hier in Kitzbühel eine kleine Golfrunde – gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Standortagentur Tirol. Wir haben gesagt: Wir bringen informell lokale und ein, zwei internationale Investoren zusammen und reden darüber, wie wir mehr Kapital mobilisieren und international mehr Augen auf unseren Heimatmarkt und die EU bringen. Das Feedback war sehr gut, es gab Folgeveranstaltungen. Dann hat sich herauskristallisiert, dass es Bedarf an einem Jahrestreffen der Business Angels gibt – stark auf Österreich fokussiert, mit Bayern und Südtirol als Umfeld. Daraus wurde der Business Angel Summit, den wir bis heute in Partnerschaft und Freundschaft begleiten. Wir selbst haben daraus eine europäische Venture Week in Kitzbühel entwickelt – das heutige World Venture Forum. Es beginnt bereits am Montag; am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm dann mit dem Summit, unserem Partnerevent.

Was ist die DNA des Forums?

Wir machen ein Event von Investoren für Investoren. Unser Versprechen ist: Hier sitzt du am Tisch und nicht am Menü. Du gehst nicht in einen Raum, wo auf einen Investor zehn Startups kommen, die Geld wollen. Stattdessen hast du eine entspannte Atmosphäre über mehrere Tage, in der du Vertrauen aufbauen kannst, um international zu co-investieren. Kitzbühel ist dafür wunderbar geeignet: Wir machen den Content am Berg – dort kann keiner weglaufen, und es gibt wenig Ablenkung. Im zwölften Jahr haben wir 33 Nationen versammelt und repräsentiertes Kapital von weit über 40 Milliarden. Gleichzeitig sind wir bewusst klein geblieben, knapp über 200 Teilnehmer – Qualität ist wichtiger als Quantität.

Berthold Baurek-Karlic bei der Eröffnung des Gala Dinners am Mittwoch | (c) World Venture Forum

Seit dem Vorjahr gibt es auch eine Stiftung.

Ja, die World Venture Forum Stiftung, eine gemeinnützige Stiftung nach Bundesstiftungsrecht. Es war unglaublich schwierig, sie zu bekommen – zwei Jahre und zehn Monate. Sie kann nicht wieder aufgelöst werden, sie hat den Anspruch, ewig zu bestehen. Wir mussten aber lernen, dass sie ein Jahr eingetragen sein muss, bis die Spendenabsetzbarkeit greift. Das letzte Jahr war deshalb in Wahrheit die Hölle. Heuer konnten wir mit unserer Charity Auction erstmals Kapital einsammeln – knapp 60.000 Euro. Dazu haben wir mittlerweile Chapter Presidents in 19 Ländern, die das ganze Jahr die lokale mit der internationalen Community vernetzen. Die Stiftung lebt nach einem einfachen Prinzip: Innovation in Isolation ist eine Illusion.

Im Fokus der Stiftung steht Bildung. Was heißt das konkret?

Es geht um Innovations- und Entrepreneurship-Empowerment. Einerseits Capacity Building: Investoren die Skills zu geben, um lokal einen guten Job zu machen und internationale Standards einzuhalten. Andererseits haben wir mit der Hochschule Fresenius ein Programm entwickelt, das Scaleup-Gründern die Werkzeuge gibt, international zu raisen. Am Anfang hast du Friends, Family, Fools und lokale Angels – aber irgendwann brauchst du internationale Investoren, die dir neue Märkte aufmachen. Dort helfen wir.

Der Vorstand der World Venture Forum Stiftung: Alexander Rapatz und Berthold Baurek-Karlic | (c) World Venture Forum

Es sind auch Startups vor Ort. Welche Regeln gelten für sie?

Die Oberregel ist: Hier wird nichts verkauft. Es sind ausschließlich Scaleups vor Ort, in der Regel im Windschatten eines Sponsors – und jeder Founder, der hier ist, hat selbst schon investiert. Ein gutes Beispiel ist Florian Wimmer von Blockpit, der seit Jahren auch als Business Angel aktiv ist. Am Ende soll es keine Verkaufsveranstaltung sein. Die Leute sollen nach Hause gehen und sagen: Ich habe etwas gelernt.

Beim Business Angel Summit wurde viel über die politischen Rahmenbedingungen in Österreich diskutiert. Ist das auch hier Thema?

Wir haben ganz bewusst Martin Ohneberg als Festredner eingeladen und ich bin sehr glücklich über seine Rede. Er hat zu hundert Prozent recht: Wir labern viel zu viel und tun viel zu wenig. Politischer Diskurs ist wichtig, aber wenn wir zehn Jahre über einen Dachfonds diskutieren, haben wir zehn Jahre verloren. Ursprünglich wurde an einem Fund of Funds mit fünf bis zehn Milliarden gearbeitet – heute reden wir über einen Scaleup-Fonds mit 500 Millionen. Wir haben also weniger und zehn Jahre verloren. Am Panel kam die Frage, ob der Staat nicht mehr Geld in Fonds stecken sollte. Die Antwort eines deutschen Scaleup-Gründers war treffend: Viel gescheiter wäre, der Staat würde die Produkte kaufen, die in Europa entstehen – Umsatz ist besser als Eigenkapital.

Disclaimer: brutkasten ist Medienpartner des World Venture Forum

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