21.02.2025
HUB

Home of Innovation (HOIV): Wien erhält neues Zentrum für Startups, Kunst und Investoren

Mit dem Home of Innovation (HOIV) erhält Wien einen neuen Hub, der Startups noch in der Ideenphase, Künstler:innen und Kapitalgeber vernetzen möchte. Gründer Alexander Sanchez de la Cerda erklärt, was sein Zentrum von üblichen Co-Working-Spaces unterscheidet.
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Home of Innovation (HOIV)
© HOIV - Alexander Sanchez de la Cerda, Gründer von Home of Innovation (HOIV).

Alexander Sanchez de la Cerda, Gründer von Home of Innovation (HOIV), verbrachte viel Zeit im Ausland, speziell in den USA, wo er zwei Jahre an der Havard University studierte und an Quantum-Netzwerken und der Entwicklung von noise-resistenten Quantenprotokollen forschte. Nach seiner Rückkehr in Wien stellte er sich die Frage, wo es denn hierzulande einen Ort gäbe, um wirklich innovativ zu sein. Da er keinen fand, der seinen Vorstellungen entsprach, beschloss der Founder des US-Schweizer Startups assist-o, selbst einen zu schaffen.

Home of Innovation kein Co-Working-Fokus

So entstand Home of Innovation, ein Zentrum, das Kunst, Startups und Investoren an einem Ort vereinen und Kreativität, Innovation sowie wirtschaftliches Wachstum fördern möchte. „Dort wo die anderen aufhören, da fangen wir an“, sagt Sanchez de la Cerda. „Unser Business hat in keiner Weise einen Co-Working-Fokus, sondern richtet sich an ’super early stage‘-Startups. Mit dem Ziel, sie von der ganz frühen Ideenphase zur ‚Investment-Readiness‘ zu bringen. Das ist auch der Grund, warum wir einen leistbaren ‚Space‘ aufbauen. Um Ideen weiterzuverfolgen und ihnen Platz zu geben.“

Durch regelmäßige Events wie Vernissagen, Pitch-Nights und Networking-Veranstaltungen sollen bei HOIV Startups und Künstler:innen direkten Kontakt zu potenziellen Investor:innen, Mäzenen und Förderungen erhalten. Dies dient dem Ziel, nicht nur den Finanzierungsprozess zu beschleunigen, sondern auch nachhaltige Partnerschaften zu fördern.

„Synergien nutzen“

Der Fokus neben Startups auch Künstler:innen einzubinden, liegt in der Ähnlichkeit beider begründet. Sowohl Gründer:innen als auch Kunstschaffende sind angewiesen, mit Geld hauszuhalten – Geld investiert in die Location, fehle woanders, so Sanchez de la Cerda. Sein neues „Innovations-Home“ ist auf fünf Geschosse plus einer 1.600-Quadratmeter-Halle aufgeteilt und durchgehend geöffnet.

„Wenn wir Events veranstalten“, sagt er, „können die Künstler überall ihre Kunst aufstellen. Wir wollen die Synergien nutzen, um Leute anzuziehen, die man sonst vermissen würde. Zwischen den Leuten, die in Startups investieren und Kunst sammeln gibt es große Überschneidungen.“

Prinzipiell sind im Home of Innovation Personen willkommen, die innovativ und kreativ sind bzw. Startups, die Dinge neu und anders machen. Ein Fokus dabei: DeepTech, MedTech und PropTech.

Sie erhalten dem Gründer nach „umfassende Ressourcen, darunter modern ausgestattete Arbeitsräume, Ateliers, Mentoring und Business-Support“.

Home of Innovation: Zweite Location und Expansion geplant

Aktuell arbeiten der Gründer und sein Team an einer zweiten Location und daran, einen HOIV-Fonds aufzubauen, der sich an „super early stage“-Startups richtet und dabei als weiteres Instrument von der Idee bis zur Umsetzung dienen soll.

HOIV plant, dieses Modell in allen großen europäischen Städten zu etablieren und so ein Netzwerk von Hubs zu schaffen, das Kunst, Technologie und Investment miteinander verbindet. „Mit unserem hybriden Venture-Capital- und Inkubator-Modell schaffen wir eine neue Anlageklasse, die einen europäischen Ansatz für Risikokapital bietet“, so Sanchez de la Cerda- „Weniger Risiko durch aktive Unterstützung und vergleichbare Renditen wie bei traditionellen VC-Fonds.“

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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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