09.06.2021

Holy Pit: Wiener Startup möchte mit veganem Refill-Deo den Markt für Deo-Sticks aufmischen

Das Wiener Startup Holy Pit hat ein neuartiges Nachfüllsystem für Deos entwickelt. Zudem setzt das junge Unternehmen auf eine eigens entwickelte vegane Naturkosmetik-Deocreme, die ohne den Zusatz von Aluminium, Mikroplastik & Co auskommt.
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Holypit
Das Gründertrio | (c) HolyPit

„Mehrweg statt Einweg“ lautet das Motto des 2020 gegründeten Wiener Startups Holy Pit rund um Asmir Samardzic, Branka Puljic und Merima Samardzic. Konkret hat sich das Gründertrio zum Ziel gesetzt, den Markt für Deo-Sticks mit einem eigens entwickelten Nachfüllsystem disruptiv zu verändern. Angesichts der Einweg-Verpackungen von Deos, die in der Regel aus Plastik, Glas oder Aluminium bestehen, und schlussendlich am Müll landen, handelte es sich dabei um ein längst überfälliges Gründungsvorhaben.

Wie Co-Founder Samardzic, der zuvor mehrere Jahre Erfahrungen im E-Commerce Bereich sammelte, erläutert, gab es am deutschsprachigen Markt im Gegensatz zum US-amerikanischen Markt bis lang kein adäquates Nachfüllsystem. Die Marktlücke erkannt, tüftelte der Gründer gemeinsam mit seinem Team an einem Konzept für ein neuartiges Refill-Deo, das nicht nur hinsichtlich der Verpackung neue ökologische Standards setzt, sondern noch dazu vegan ist und ohne Aluminium, Mikroplastik & Co auskommt.

Holy Pit setzt auf Kartuschen aus Papier

Zum Einsatz kommt ein Deo-Case, das Konsumenten immer wieder nachfüllen können. Der Refill-Vorgang funktioniert über mit Deocreme befüllte Kartuschen aus Papier, die kompostierbar sind. Zudem werden die Kartuschen in einem eigenen Verfahren mechanisch so bearbeitet, dass sie im Inneren fettabweisend sind und ohne einer Plastikbeschichtung auskommen.

Dank eines sogenannten Push-up-Cases kann der Deo-Stick, der sich im Inneren des Refills befindet, ganz einfach mit einem Finger nach oben gedrückt werden. Zudem befindet sich im Boden der Refill Hülse ein Papierschieber. So sollen die Hände laut dem Startup immer sauber bleiben. Mit einer Refill-Kartusche soll man übrigens acht bis zehn Wochen lang auskommen.

(c) Holy Pit

Startup startet Kickstarter-Kampagne

Neben der Verpackung setzt das Wiener Startup auch beim Inhalt auf Nachhaltigkeit. Wie Samardzic erläutert, wurde die Deocreme gemeinsam mit einem deutschen Labor entwickelt und nach unzähligen dermatologischen Tests für den Markt zugelassen. „Unsere Refills werden unter Einhaltung höchster Hygienestandards und EU-Richtlinien in Deutschland hergestellt“, so Samardzic. Zudem erfolgten die Test in der Entwicklungsphase ohne Tierversuche, wie der Gründer versichert.

Um in die Serienproduktion zu gehen, hat das Startup nun auf Kickstarter eine eigne Crowd-Funding-Kampagne gestartet. Darüber hinaus befindet sich das Startup auch in Gesprächen mit Investoren, um das Geschäftsmodell weiter zu skalieren. Laut Samardzic konnte zudem ein Partner für die Abfüllung gewonnen werden. Die ersten Auslieferungen sind für September 2021 geplant.


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A1 Group CEO Alejandro Plater und A1 Group CTO Alexander Kuchar | (c) A1 Group
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„Als sich das Internet durchgesetzt hat, gab es ‚Greenfield-Unternehmen‘ wie Google, die keine Legacy hatten und etablierte Unternehmen wie Microsoft, die sich transformieren mussten. Jetzt sind wir in der gleichen Situation. Während OpenAI, Anthropic und Co. etwas komplett Neues aufbauen, müssen die bestehenden Player, wie etwa auch wir, die Transformation schaffen“, sagt Alejandro Plater, CEO der A1 Group, am Rande des A1 ICT Summit. Und er fügt an: „Microsoft ist diese Transformation damals sehr gut gelungen. Wir wollen wie Microsoft sein.“

ICT als entscheidender Wachstumsmarkt

Mehr noch als um die Herausforderungen, die KI innerhalb des Konzerns mit sich bringt, geht es für die Gruppe dabei darum, dem Markt zu liefern, was gebraucht wird. Das große Schlagwort lautet ICT mit umfassenden Cloud- und KI-basierten Angeboten für Unternehmen. Von 2021 auf 2025 wuchs der Gruppenumsatz in dem Bereich von 285 auf 573 Millionen Euro – eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 19 Prozent. Was das mit dem KI-Boom zu tun hat, bringt Plater auf den Punkt: „Wir sind groß und haben die Möglichkeiten, schnell auf alle Entwicklungen zu reagieren. Viele Unternehmen sind klein und haben diese Möglichkeiten nicht. Das ist eine große Chance für uns.“

„Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl.“

Eine Rolle spielt dabei natürlich auch das aktuell große Thema Digitale Souveränität. „Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl. Es gibt mehrere Alternativen und du kannst entscheiden“, erklärt Alexander Kuchar, CTO der A1 Group. Das trifft vor allem auf den Cloud-Bereich zu, wo man mit der Tochter Exoscale ein eigenes Angebot mit Data-Centern an zahlreichen europäischen Standorten hat, gleichzeitig aber auch Angebote der US-Hyperscaler vertreibt. „Es kommt hier immer auf die konkreten Kundenbedürfnisse an, welche Variante die sinnvollste ist“, sagt der CTO.

In Sachen KI setzt A1 dagegen primär auf Open-Source-Modelle, also einen genuin souveränen Ansatz. Dass diese technologisch nicht mit den Frontier-LLMs der US-Giganten mithalten können, sieht Kuchar wenig problematisch. Die Entwicklung verlaufe verschoben, aber parallel. „Was die Frontier-Modelle heute können, werden die Open-Source-Modelle in kurzer Zeit können“, so der CTO. Entscheidend seien die tatsächlichen Bedürfnisse der Unternehmenskunden – und hier spiele etwa auch die Abwägung zwischen Performance und Kosten eine große Rolle. Die Wahl falle daher oft bewusst auf schwächere Modelle, die den spezifischen Zweck aber – günstiger – erfüllen.

Strategie: Leute vor Ort

CEO Plater sieht das Thema aus der Vogelperspektive: „Es geht nicht primär um die Technologie. Es geht um das Leadership in den Unternehmen.“ Entscheidend sei, wie die Technologie operativ ankomme und es gelinge, die ganze Organisation mitzunehmen. A1 setzt dabei auf Präsenz in seinen Märkten. „Es ist überraschend, wie unterschiedlich unsere Märkte sind. Wenn ein US-Player kommt, und den Unternehmen erklären will, wie sie ihr Business zu führen haben, wird das nicht funktionieren“, sagt Alexander Kuchar. Und Plater ergänzt: „Das ist unsere Strategie: Wir haben Leute vor Ort, die die Sprache sprechen. Wir haben Callcenter und Techniker, die zu einem kommen. Bei den Hyperscalern erreichst du niemanden.“

Dass die besagten Callcenter schon in absehbarer Zeit nicht mehr mit Menschen, sondern mit KI-Agenten besetzt sein werden, ist für den CEO gleichzeitig eine Selbstverständlichkeit: „Die KI passt sich sogar an den spezifischen Dialekt der Anrufenden an. Menschen können es damit nicht aufnehmen“, meint er. Und ob aber Kund:innen nicht dennoch mit echten Menschen sprechen wollen? „Man wird nicht erkennen, dass es eine KI ist“, so Plater, „bloß, wenn die Regulatorik vorschreibt, das schon bei Gesprächsbeginn kenntlich zu machen.“

Generell sei die Regulatorik auch etwas, das ihn beschäftige, sagt der CEO, konkret die Unterschiede zwischen den Ländern bzw. den Großregionen: „So viel ist klar: Die weniger regulierten bewegen sich schneller – im Positiven wie im Negativen – und die stärker regulierten bewegen sich langsamer – im Positiven wie im Negativen.“

„Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“

Ein großes damit verbundenes Thema ist die Sicherheit. „Wir arbeiten mit mehreren Strategien daran, die Cyber-Security stetig zu verbessern“, sagt dazu Plater. Erstens versuche man etwa, wo es gehe, zu vereinfachen. „Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat und je simpler alles ist, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“ Zweitens habe man eigene Teams, die ständig die neuesten Entwicklungen im Auge behielten und solche, die konstant Angriffe auf das eigene System simulieren, um Lücken zu finden. Auch hier sieht der CEO eine große Chance für die A1 Group, die CTO Kuchar benennt: „Wir bieten hier maßgeschneiderte Lösungen für KMU.“

Und wie sieht es mit den zuletzt vielfach kolportierten globalen Bedrohungsszenarien durch KI aus, die bis zur befürchteten Auslöschung der Menschheit gehen? „Ich bin nicht sehr fatalistisch bei dem Thema“, sagt Plater. Man müsse solche Szenarien schon in Perspektive setzen. „Was sind die tatsächlichen Möglichkeiten, die so drastisch sein könnten? Das ist für mich eher Science Fiction. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich.“

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