18.07.2016

Hollywood meets Burgenland: Recherche-System für Journalismus der Zukunft

Ein zarter Hauch von Hollywood weht über das südliche Burgenland, zumindest symbolisch: Die neu gegründete X.News Information Technology GmbH hat eben dort den Sitz ihres Unternehmens. Für einen Konzern aus der Filmmetropole Los Angeles hat die Firma eine Recherche-Technologie für Newsrooms entwickelt.
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Hollywood-Spirit im Burgenland.

Das Unternehmen möchte mit seiner digitalen Recherche-Plattform den Journalismus auf ein neues Level heben. „X.News kontrolliert und indexiert kontinuierlich ein breites Spektrum externer und interner Quellen. Der Journalist braucht nur eine Benutzeroberfläche und erhält alle Informationen gesammelt, in Echtzeit“, so Simon Andrewes, Redaktionsleiter des Unternehmens in einer Aussendung.

Internationale Expansion

Die Recherche-Plattform soll aber nicht nur Los Angeles, sondern auch Medienunternehmen auf der ganzen Welt überzeugen. Das Marktpotenzial für die Idee sei groß genug, um sich an den internationalen Roll-out zu wagen. „Wir haben ein englisches Beratungsunternehmen beauftragt, eine Marktanalyse über das globale Potenzial im primären Fokusmarkt der Journalisten in Newsrooms zu erstellen. Das Ergebnis: Weltweit gibt es 4000 Newsrooms, in denen an die 500.000 Journalisten arbeiten“, meint Andreas Pongratz, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens zum Wirtschaftsblatt.

„Born Global Champion“ Award

X.News soll Journalisten überzeugen, dass sie „nicht mehr zwischen 20 und mehr Bildschirmseiten hin und herzuwechseln“ brauchen. Kern der Idee ist eine cloud-basierte Plattform, die verschiedenste Informationsquellen in einer Anwendung bündelt, die von jedem Gerät aus erreichbar ist. Social Media, Agenturen, Informationsmedien – alle sollen auf einem Interface abrufbar sein und so Journalisten die Arbeit erleichtern. „Wir ermöglichen die Vermeidung von Mehrfachaufwendungen durch Teilen von Informationen und Beiträgen zu Themen im Team. Kein anderes am Markt erhältliches System bietet diese Vielfalt“, meint Pongratz.

Für seine Idee wurde das burgenländische Unternehmen im Rahmen des Exporttages der Wirtschaftskammer Österreich mit dem „Born Global Champions“ Award ausgezeichnet. Der Preis geht an innovative, internationale Produkte.

1,5 Millionen € investiert

Big Data, Echtzeitanalysen und Cloudcomputing sollen diese Plattform von anderen Mediendiensten unterscheiden. Kunden zahlen dafür eine Installationsgebühr zwischen 14.500 und 16.500 € und Benützungsgebühren ab 30 € monatlich pro Arbeitsplatz, je nachdem, über wie viele Funktionen er verfügt.

1,5 Millionen € hat das Start-up in die Entwicklung der Plattform gesteckt, 18 Mitarbeiter waren ­daran beteiligt. In den ersten drei bis fünf Jahren will X.News sieben bis acht Prozent des Marktpotenzials abdecken und einen Umsatz bis zu sieben Millionen € generieren. Kernmärkte seien die USA, Großbritannien und der Asien-Pazifikraum.

Quelle

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Pulse
© Knightify/Canva - Amirali Khoshneviszadeh, Founder | Knightify FlexCo.

„Wie geht’s?“. „Gut“ – Das ist die Konversation zwischen zwei Individuen, die wohl am häufigsten im deutschsprachigen Raum geführt wird, oftmals in einer Beziehung. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine Reflex-Antwort oder Verheimlichung des wahren Zustandes, sondern dem Wiener Software-Studio Knightify FlexCo zufolge, manchmal einfach um Unwissen, was mit einem los ist.

Pulse: Health-Daten als Hinweisgeber für Partner:in

„Der Tag war lang, der Schlaf war schlecht, der Kopf ist voll, die eigene Belastbarkeit ist niedriger als sonst. Man ist vielleicht nicht krank und braucht auch keine medizinische Diagnose. Man ist einfach erschöpft“, beschreibt Amirali Khoshneviszadeh, Gründer von Knightify, die unsichtbare Seite von Beziehungen. Und möchte mit „Pulse“ hier ansetzen.

Mit dieser App werden laut Unternehmen Daten aus Apple Watch und Apple Health herangezogen, um Hinweise für Partner:innen zu formulieren. Statt konkrete Messwerte wie Herzfrequenz, Schlafdauer oder HRV weiterzugeben, soll Pulse daraus einen allgemein gehaltenen Hinweis ableiten – etwa, dass ein ruhiger Abend sinnvoll sein könnte. Die App soll dabei weder Diagnosen stellen noch den Gesundheitszustand eines Nutzers oder einer Nutzerin bewerten.

„Wir wollten nicht noch ein Dashboard bauen, das Menschen dazu bringt, sich selbst ständig zu analysieren“, sagt Khoshneviszadeh. „Wir wollten herausfinden, ob Technologie manchmal auch etwas viel Einfacheres tun kann: einem Menschen helfen, den anderen besser zu verstehen, ohne dass dieser alles erklären muss.“

Datenschutz

Ein Schwerpunkt liegt laut dem Founder auf dem Datenschutz. Die Rohdaten würden auf dem iPhone verarbeitet und nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Auch Partner:innen erhalten demnach keine konkreten biometrischen Werte. Geteilt werden können stattdessen die daraus generierten sogenannten Wellness-Cues.

Das Teilen einzelner Signale soll zudem freigegeben werden können und sich jederzeit pausieren lassen. Zusätzlich bietet Pulse Funktionen wie einen privaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat, gemeinsame Erinnerungen, Fragen des Tages und Möglichkeiten, um um Nähe oder ein Gespräch zu bitten. Zyklusdaten können freiwillig aktiviert werden; sie bleiben standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit dem Partner geteilt, heißt es.

„Wenn Technologie in die intimsten Bereiche eines Menschen kommt, muss sie nicht nur mehr können. Sie muss auch wissen, was sie nicht tun sollte“, sagt Khoshneviszadeh hierzu.

Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App

Der Gründer bezeichnet Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App und arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an der Weiterentwicklung des Produkts. Dafür sammle das Unternehmen Feedback von Paaren, um herauszufinden, welche Informationen im Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich sind.

Langfristig spricht Knightify von „Relationship Intelligence“ – gemeint ist ein persönlicher Kontext, der das gegenseitige Verständnis unterstützen soll, ohne die Beziehung selbst zu bewerten. Pulse wurde in Wien entwickelt und ist laut Pressemitteilung derzeit kostenlos für iPhone und Apple Watch verfügbar; die Apple Watch ist optional.

„Wir glauben, dass die interessanteste Information in einer Beziehung nicht unbedingt lautet, wie jemand heute geschlafen hat“, sagt Khoshneviszadeh abschließend. „Interessanter ist vielleicht, was diese Information für genau diese zwei Menschen bedeutet.“

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