02.05.2022

„Höhle der Löwen“: Löwen schnappen sich 40 Prozent von einem Sattelgelenk

Zudem präsentierte ein Startup eine Shrimps-Alternative, ein anderes eine Dusche, die gegen Neurodermitis helfen soll und ein drittes, eine strenge Dating-App.
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(c) RTL/Bernd-Michael Maurer - Iris-Sabine (r.) und Carmen Langstädtler präsentierten mit freibeik ein Fahrradsattelgelenk welches eine kontrollierte freie und gefederte Hüftbewegung um alle drei Achsen ermöglicht.

Die ersten in der „Höhle der Löwen“ waren Julian Hallet und Robin Drummond. Sie haben Happy Ocean Shrymps entwickelt.

Happy Ocean in der „Höhle der Löwen“

Den beiden Ozean-Fans ist bewusst, wie wertvoll die Weltmeere sind. „Doch die Menschen behandeln sie nicht entsprechend. Im Gegenteil. Unsere Ozeane sind durch CO₂-Emissionen übersäuert, durch Mikroplastik verschmutzt und gnadenlos überfischt“, berichtete Hallet in der Show. „93 Prozent der kommerziell genutzten Fischarten sind stark gefährdet. Über 300.000 Delfine und Wale verenden jährlich in Fischernetzen.“

Deshalb haben sie eine Idee entwickelt, wie Seafood trotzdem mit gutem Gewissen zu genießen ist. Dabei widmeten sie sich zunächst der Garnele, die besonders in der Kritik steht, wie Drummond ausführte: „Wird sie wild gefangen, verenden unzählige Robben und Delfine als Beifang. In der Aquakultur gezüchtet, leben die Tiere oft unter miserablen Umständen oder werden mit Antibiotika behandelt.“

Höhle der Löwen, Happy Ocean
(c) RTL/Bernd-Michael Maurer – Julian Hallet (l.) und Robin Drummond haben mit Happy Ocean Foods pflanzenbasierte Garnelen entwickelt.

Die Shrimps bestehen aus 100 Prozent pflanzlichen Inhaltsstoffen, hauptsächlich aus Algenextrakten, Sojabohnen und Meersalz. Durch ein spezielles Verfahren entstehen die Konsistenz und Optik. Ihren Meeresgeschmack erhalten sie durch eine Kombination aus pflanzlichen Ölen, Gewürzen und Aromen.

Um neben den pflanzlichen „Shrymps“ ihr Angebot um Thunfisch oder Lachs zu erweitern und ihr pflanzliches Seafood europaweit auf den Tisch zu bringen, benötigten die beiden Gründer ein Investment von 300.000 Euro und boten dafür zehn Prozent ihres Unternehmens.

Harte Verhandlungen mit den Investoren

Nach der Geschmacksprobe, die durchwegs positiv war, fanden Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl zusammen, warben für ihre Nachhaltigkeits-Aspekte und ihre Kontakte zum US-Markt. Sie boten 300.000 Euro für 20 Prozent. Danach offerierten Nils Glagau und Judith Williams das Gleiche.

Die Gründer kehrten nach der Beratung zurück und erhöhten ihr Ursprungsangebot auf zwölf Prozent.

Williams stellte gleich klar, weniger als zehn Prozent wäre für sie nicht denkbar. Rosberg und Wöhrl senkten ihre Forderung auf 16 Prozent für 300.000 Euro. Bevor sich die Founder entscheiden konnten, kamen dann plötzlich Einzelangebote von Williams und Glagau.

Die Beauty-Queen wollte 300.000 Euro bezahlen und dafür auch 16 Prozent haben. Glagau indes würde sich mit 15 Prozent zufriedengeben, meinte er. Es half nichts. Die Gründer rückten nicht von ihrem Standpunkt ab und blieben bei 12 Prozent.

Als es nach Erfolgslosigkeit aussah, meinte Wöhrl, die Gründer sollten es sich überlegen. Sie wäre gerne dabei. Am Ende boten sie doch 14 Prozent für 300.000 Euro. Deal für Happy Ocean mit Wöhrl und Rosberg.

Shower + macht die Dusche salzig

Als nächste betraten René Sackel, Benedikt Linne und Björn Bourdin die „Höhle der Löwen“ Sie wollen das Leben von Menschen mit Hautkrankheiten erleichtern und versprechen, die Kraft des Salzes in die Dusche zu bringen.

Seit seiner Kindheit leidet Sackel unter Neurodermitis und hatte verschiedene Klinik- und Reha-Aufenthalte: „Einer davon war auf der Insel Borkum. Hier tat mir nicht nur die salzhaltige Luft gut, sondern auch die täglichen Salzanwendungen in der Badewanne linderten meine Symptome“, erklärte er.

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(c) RTL/Bernd-Michael Maurer – .: Benedikt Linne, René Sackel und Björn Bourdin von Shower+.

Dazu gehörten Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz. Da der Familienvater zu Hause allerdings nur eine Dusche hat, konnte er diese Anwendungen nicht fortführen. Gemeinsam mit seinem Freund Linne, Ingenieur und ebenfalls von Neurodermitis betroffen, entwickelte er Shower+, ein Systemprodukt, mit dem das Duschwasser mit Salz angereichert wird.

Es besteht aus zwei Komponenten: dem Applikator ‚Base+‘ und dem dazugehörigen Salzstick ‚Stick+‘.

Acht Gesellschafter bei Shower+

Shower+ lässt sich an jeder handelsüblichen Dusche installieren, sie startet nach wie vor mit klarem Wasser und erst wenn der Schalter an der Base betätigt wird, reichert man das Duschwasser mit Salz an. Im Starter-Kit sind Base und 14 Sticks enthalten, die es pur oder als Sense-Sticks mit ätherischen Ölen gibt. Die Forderung: 300.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile.

Nach dem Pitch war Interesse am Startup da, allerdings wurde für manche zum Problem, dass es bei Shower+ bereits acht Gesellschafter gibt. Für Maschmeyer war die Studie, die aus kostengründen mit nur acht Personen durchgeführt wurde, zu klein; Rosberg, der selbst an Hautproblemen leidet, fühlte sich zu emotional investiert, um zu investieren.

Am Ende kehrte Wöhrl zurück, die bereits ausgestiegen war und bot gemeinsam mit Ralf Dümmel 300.000 Euro für 20 Prozent. Das Gründer-Trio lehnte ohne Gegenangebot ab. Kein Deal für Shower+.

Freibeik gegen Rückenschmerzen

Die nächsten in der „Höhle der Löwen“ waren Iris-Sabine Langstädtler und ihre Tochter Carmen. Beide sind leidenschaftliche Reiterinnen. Wenn die Einzelhandelskauffrau und die Social-Media-Managerin nicht gerade im Sattel sitzen, arbeiten sie im familiengeführten Fahrradgeschäft.

„Eines der Hauptanliegen unserer Kunden sind Probleme mit dem Sattel. Sie kommen rein und klagen über Rückenschmerzen oder dass sie nicht bequem auf ihrem Fahrrad sitzen“, erklärte Iris-Sabine.

Sattel können Druckstellen, Scheuerstellen, Taubheitsgefühl und Rückenschmerzen verursachen. Es gebe zwar viele Sattelvariationen auf dem Markt, allerdings sind sie fest auf dem Fahrrad montiert.

Freibeik, Höhle der Löwen
(c) RTL/Bernd-Michael Maurer – Iris-Sabine (r.) und Carmen Langstädtler haben ein Fahrradsattelgelenk gegen Rückenschmerzen entwickelt.

„Diese Starrheit lässt keine Bewegung des Rückens zu“, führte Iris-Sabine aus. „Wenn ich auf meinem Pferd sitze, sind die Bewegungen weich und bequem. Durch die Reiterei habe ich mich sehr mit der Biomechanik auseinandergesetzt.“

Dabei kam Iris-Sabine die zündende Idee: Das Freibeik-Sattelgelenk soll Radfahrern eine völlig neue Bewegungsfreiheit geben. Der Sattel ist rundum beweglich und übersetzt die Bewegungen des Radfahrers ohne Rucken und Stucken. Das Gelenk ist auf jedem Fahrrad nachrüstbar und passt unter jeden Sattel.

Sicherheit beim Radfahren

Dank des Gelenks würden beim Radeln ganze Muskelgruppen im Rücken aktiviert. Zudem sorge es für sichereres Fahren. Um mit ihrem patentierten Sattelgelenk in Serie zu gehen, benötigten die Unternehmerinnen ein Investment von 190.000 Euro und boten dafür 25,1 Prozent Firmenanteile.

Glagau nannte es einen „coolen Sattel“ nachdem er ihn getestet hatte. Auch Williams meinte, es sei erstaunlich. Danach erklärte Dümmel, dass das Produkt mit 149 Euro zu teuer sei, man müsse die Produktionskosten senken und den Preisvorteil an den Kunden weitergeben. Er und Carsten Maschmeyer boten 190.000 Euro für insgesamt 40 Prozent. Deal für Freibeik.

Woollaa die Strickmaschine in der Startup-Show

Als nächstes besuchten Friederike und Florian Pfeffer die „Höhle der Löwen“. Sie haben gemeinsam drei Kinder und teilen die Leidenschaft für Design. Beim Studium kennengelernt, geht das Ehepaar seitdem privat und beruflich gemeinsam durchs Leben. Hauptberuflich Inhaber eines Designbüros, wagten sich die beiden Unternehmer mit Woollaa aufs modische Parkett.

„Die Modebranche funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Neue Kollektionen werden erst gestaltet, dann produziert und am Ende verkauft“, erklärten die Gründer. „Genau hier beginnt die Misere. Denn niemand weiß, wie gut sich eine Kollektion verkaufen wird.“

Höhle der Löwen
(c) RTL/Bernd-Michael Maurer – Friederike und Florian Pfeffer präsentierten mit Woollaa eine Online-Strickmaschine erfunden.

Aus diesem Grund entsteht oft ein Überschuss. 40 Prozent aller Kleidungsstücke, die weltweit hergestellt werden, werden nicht verkauft oder getragen und landen im Müll.

Erst Verkauf, dann Produktion

Mit Woollaa wollen beide aus diesem Teufelskreis aussteigen und verkaufen erst, bevor sie produzieren. Ihre Online-Strickmaschine Woollaa strickt nur auf Bestellung. Auf der Website können sich Kund:innen mit Hilfe von Design-Modulen Schals, Kissen oder Babydecken selbst konfigurieren und individualisieren und erhalten innerhalb von sieben Tagen die bestellte Ware. Um weitere Modelle anbieten zu können und die Modeindustrie umzukrempeln, benötigte das Ehepaar ein Investment von 180.000 Euro. Dafür boten sie 20 Prozent ihres Unternehmens an.

Die Löwen jedoch zeigten sich zwar anfangs angetan von der „Mode on Demand“-Idee, konnten sich aber nicht überzeugen lassen, einzusteigen. Kein Deal für Woollaa.

Chaanz: Dating-App mit Zeit-Fenster

Den Abschluss der „Höhle der Löwen“ bildete chaanz. Das Startup von Marwin Grundel, Jakob Hubloher und Nino Reiter fußt auf einem desaströsen Abend, an dem die Singles im Sinn hatten, neue Leute kennenzulernen.

Das war die Initialzündung für chaanz, eine Dating-App fürs Ausgehen und für spontane Treffen in der Nähe der Suchenden, wie etwa auf Festivals, im Biergarten oder auf Partys.

„Ich lade die App herunter, gebe im ersten Schritt meine Interessen ein und kann auswählen, was mir bei der anderen Person wichtig ist“, erklärte Reiter den Löwen. Im Real-Life-Match-Modus kann der User angeben, in welchem Umkreis er gerne daten möchte.

(c) RTL/Bernd-Michael Maurer – (v.l.) Nino Reiter, Marwin Grundel und Jakob Hubloher von chaanz, einer Dating App mit Antwort-Zeitfenster.

Chaanz checkt sodann alle App-User:innen in diesem Radius und sucht nach Übereinstimmungen der Profile. Gibt es eine, erhalten beide Nutzer:innen eine zeitgleiche Push-Benachrichtigung und haben für eine Kontaktaufnahme ein Zeit-Fenster von fünf Minuten.

Fast die Hälfte des Startups verkauft

„Das war uns wichtig, denn so muss niemand mehr tagelang auf eine erste Antwort warten“, führte Grundel aus. Die Forderung: 125.000 Euro für 30 Prozent Firmenanteile.

Carsten Maschmeyer fand Gefallen an der App und frage Georg Kofler, ob er bei 200.000 Euro für 49 Prozent Anteile mit ihm Co-Investor werden würde. Die Gründer und der Südtiroler stimmten zu. Deal für chaanz.

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vlnr.: Lisa Fassl, Natascha Fürst und Florian Haas | (c) Viktoria Waba/brutkasten / Martina Trepczyk / brutkasten

Es ist wieder soweit: Die halbjährliche Trilogie der EY-Reports zur Startup-Finanzierung in Österreich wird mit der gewohnten Hiobsbotschaft komplettiert. Während die allgemeine Investment-Statistik Zyklen unterliegt, die sich in der langfristigen Betrachtung durchaus aufwärts bewegen, zeigt sich beim Female Startup Funding Index, den EY gemeinsam mit Female Founders und Fund F herausbringt, immer das gleiche Bild: Verbesserungen und Verschlechterungen passieren im Prozentpunkt-Bereich auf konstantem Keller-Niveau.

94,9 Prozent des Kapitals an rein männliche Teams

Die konkreten aktuellen Zahlen: Von den statistisch erfassten 472 Millionen Euro Risikokapital für österreichische Startups im ersten Halbjahr 2026 flossen 94,9 Prozent an rein männliche Founding-Teams, gemischte Teams erhielten 4,8 Prozent des Kapitals und rein weibliche Teams lediglich 0,3 Prozent; der Frauenanteil unter den Gründer:innen von Startups mit Investment im ersten Halbjahr liegt bei nur 13 Prozent; nur drei der 95 für den Index analysierten Startups mit Finanzierung haben ein ausschließlich weibliches Founding-Team; und bei Finanzierungen über zehn Millionen Euro gibt es kein einziges Gründungsteam mit weiblicher Beteiligung.

Fassl: „Der Aufschwung hat ein Geschlecht“

„2026 ist das Kapital zurück: 472 Millionen Euro Risikokapital für Österreichs Startups, mehr als eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr, und so viele Finanzierungsrunden wie nie zuvor. Bei Frauen ist davon nichts angekommen. Während rein männliche Teams fast das gesamte Volumen einsammelten, gingen 0,3 Prozent des Geldes an rein weibliche Teams – rund 1,4 Millionen Euro im gesamten Halbjahr. Damit ist klar: Der Aufschwung hat ein Geschlecht“, kommentiert Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F und Co-Gründerin von Female Founders.

Dass die Schieflage auch in einem starken Marktumfeld bestehen bleibt, habe mehrere Gründe, analysieren die Studienautor:innen: Große Finanzierungsrunden würden häufig von etablierten Venture-Capital-Fonds getragen, die auf bestehende Netzwerke, frühere Investmenterfolge und bekannte Muster zurückgriffen. Gleichzeitig zeige sich seit Jahren, dass Gründerinnen insbesondere beim Zugang zu Investorennetzwerken und großen Wachstumsfinanzierungen häufiger auf Hürden stoßen. Genau diese späten Finanzierungsphasen hätten jedoch den größten Einfluss auf die Verteilung des investierten Kapitals. „Das Problem beginnt nicht erst bei der Finanzierung, wird dort aber besonders sichtbar“, kommentiert Florian Haas, Head of Startup bei EY Österreich.

Fürst: „Die Zahlen widerlegen ein bequemes Narrativ“

Wie oben erwähnt, liegt der Frauenanteil unter den Gründer:innen jener Startups, die erfolgreich eine Finanzierung erhalten haben, bei rund 13 Prozent (31 von insgesamt 248 Gründer:innen). Eine weitere Aufschlüsselung: Von den insgesamt 95 erfassten Startups mit Investment im ersten Halbjahr, deren Gründungsteam bekannt ist, haben 72 ein ausschließlich männliches Founding-Team (76 Prozent), weitere 20 ein gemischtes Team (21 Prozent) und lediglich drei ein rein weibliches Gründungsteam (3 Prozent). Dabei handelt es sich um Factorymaker, Faund Social Dating Club und Recruitiverse.

Natascha Fürst, CEO von Female Founders, leitet daraus ab: „Die Zahlen widerlegen ein bequemes Narrativ: Es gründen genug Frauen – das Problem ist, wer von ihnen ans Kapital kommt.“ Die Studie zeige kein Problem an der Gründungsbasis, sondern ein strukturelles Versagen des Kapitalmarkts. „Und das lässt sich nicht wegdiskutieren“, so Fürst.

Lisa-Marie Fassl legt nach: „Noch nie saßen so viele Frauen in finanzierten Gründungsteams wie jetzt: 13 Prozent. Und trotzdem floss fast das komplette Kapital an rein männliche Teams. Mehr Frauen am Tisch heißt offensichtlich nicht mehr Geld für Frauen. Wer glaubt, dass das der nächste Aufschwung von selbst reguliert, hat die letzten vier Jahre die Augen zugemacht. Es wird Zeit, dass wir aufhören, eine rationale, wirtschaftliche Diskussion emotional zu führen. Denn als Standort lassen wir Rendite auf dem Tisch liegen, nachweislich, Jahr für Jahr.“

Keine Frau in Gründungsteams mit Investments über 10 Mio. Euro

Konkret lag bei Startups mit Finanzierungen bis zu einer Million Euro der Gründerinnenanteil bei 17 Prozent. Bei Finanzierungen zwischen einer und zehn Millionen Euro waren acht der insgesamt 75 Gründer:innen Frauen (11 Prozent). Bei allen analysierten Finanzierungen über zehn Millionen Euro bestanden die bekannten Gründungsteams ausschließlich aus Männern.

„Dass Gründerinnen bei kleineren Runden sichtbar sind, bei größeren Tickets aber praktisch verschwinden, zeigt sehr deutlich, wo die größte Herausforderung liegt: beim Zugang zu Wachstumskapital. Dort entscheidet sich letztlich, welche Unternehmen zu internationalen Champions werden“, analysiert Florian Haas.

Health-Sektor sticht positiv heraus

Deutliche Unterschiede beim Gender Investment Gap zeigen sich übrigens auch im Branchenvergleich: Hier sticht vor allem der Health-Sektor heraus, in dem insgesamt 17 Startups eine Finanzierung erhielten. Dort lag der Frauenanteil bei knapp 23 Prozent. Unter den insgesamt 48 Gründer:innen dieser Unternehmen befanden sich elf Frauen. Demgegenüber weisen mehrere technologieintensive Bereiche keine einzige Gründerin unter den finanzierten Startups auf, darunter SpaceTech/NewSpace, FinTech/InsurTech, Education, DefenseTech sowie ClimateTech/GreenTech/CleanTech.

„Gerade der Bereich Health zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn unterschiedliche Perspektiven in Gründungsteams zusammenkommen“, kommentiert Natascha Fürst. „Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern ein Innovationsfaktor. Unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel führen zu besseren Produkten, neuen Märkten und nachhaltigeren Unternehmen.“

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