03.09.2019

Höhle der Löwen: Gründer-jagende Investoren und temporäre Tattoos

Beim Start der sechsten Staffel von "Die Höhle der Löwen" sah man Ski für Rollstühle, temporäre Tattoos aus dem Gel einer Amazonas-Frucht und Bratpulver, das das lästige Spritzen beim Braten reduzieren soll. Zudem gab es ein Novum seit dem bestehen der Sendung: Nach dem Platzen eines Deals sind zwei Investoren einem jungen Gründer hinter die Kulissen "nachgejagt".
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Höhle der Löwen, Paudar, Sphery, Jagua for You, Wheel Blades, Skills 4 School, Marketing, Startup, TV, TV-Show, Carsten maschmeyer, Georg, Kofler, Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Frank Thelen, Nils Glagau, Ralf Dümmel
(c)TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Rubin Lind sorgte bei Höhle der Löwen für ein Novum mit seiner SchulApp
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Den Anfang der ersten Folge der neuen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ machten Johannes Schmidt und Deniz Schöne. Ihr Startup Paudar bietet Bratfett in Pulver-Form, ergo „Bratpulver“, an. Das Produkt besteht zu 100 Prozent aus pflanzlichen Rohstoffen und ist vegan und halal. Es sei leicht zu dosieren und könne hoch erhitzt und statt Öl verwendet werden, sagen die Gründer. Die beiden Wirtschaftsingenieure und Hobbyköche wollten für ihr einfach zu dosierendes Fett, das lästige Spritzer reduziert, 125.000 Euro für 12,5 Prozent Anteile haben.

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Palmöl als Problem für Dagmar Wöhrl

Investor Georg Kofler brachte es auf den Punkt, dass – nach den stichhaltigen Argumenten der beiden Düsseldorfer Gründer – eigentlich nur der Geschmack des Fleischs zähle. Nach der Kostprobe, die die ganze Jury überzeugte, fragte die Unternehmerin und ehemalige Miss Germany Dagmar Wöhrl nach den Ingredienzien. Als Palmöl als Inhaltsstoff fiel, zeigte sich die Ex-Politikerin emotionalisiert, ließ sich aber durch das Founder-Duo beruhigen. Paudar würde nachhaltig bewirtschaftetes und zertifiziertes Palmöl verwenden.

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c) TVNOW / Frank W. Hempel – Deniz Schöne (2.v.r.) und Johannes Schmidt (r.) präsentierten mit „Paudar“ ein pflanzliches Bratfett in Pulverform.

Video: Florian Kandler bewertet Paudar Bratpulver

Vier Investoren interessiert

Kofler war der erste, der mit ein Angebot herausrückte: 150.000 Euro für 20 Prozent lautete es. Neo-Investor Nils Glagau stieg in die Bieter-Runde ein und wollte 15  Prozent für 150.000 Euro. Ralf Dümmel bot ebenfalls 150.000 Euro für 20 Prozent und betonte, dass er seine ganze Power zur Verfügung stellen würde. Während Unternehmer Carsten Maschmeyer ausstieg, war Dagmar Wöhrl die vierte in der Runde, die bei Paudar mitmachen wollte. Auch sie bot die 150.000 Euro für 15 Prozent.

Wettbieten um Bratpulver

Als Maschmeyer bereits zur Zusammenfassung ansetzte, unterbrach ihn Kofler und verbesserte sein Angebot auf 250.000 Euro für 25 Prozent. Dies löste eine neue Angebotswelle aus. Dümmel blieb bei seiner Forderung einer 20-prozentigen Beteiligung und bot dafür 200.000 Euro. Auch Wöhrl ging plötzlich auf 200.000 Euro hoch. Daraufhin garantierte Kofler zusätzlich 250.000 Euro „Working Capital“, was alle anderen das selbe Versprechen abgeben ließ. Nach kurzer Beratungsphase entschieden sich die beiden Gründer für Ralf Dümmel, der seine Freude und Aufregung über den Deal zeigte, indem er Schmidt und Schöne seine nassen Handflächen beim Handschlag vorwies.

Schnee-Kufen für Rollstühle und Kinderwägen

Der zweite Pitch des abends kam von Patrick Mayer mit Wheelblades. Hierbei geht es um Schnee-Kufen für Rollstühle und Kinderwägen. Das Produkt soll anderen Menschen im Rollstuhl ein wenig Unabhängigkeit wiedergeben. Vor allem im Bereich Winter und Wintersport möchte der Gründer mit seinen Wheelblades betroffenen Sportlern neue Möglichkeiten eröffnen.

Schwerer Sportunfall im April 2000

Mit 21 Jahren hatte der Erfinder einen schweren Sportunfall und ist seitdem auf Gehhilfen und einen Rollstuhl angewiesen. Er hatte den Traum, ein professioneller Snowboarder zu werden und aus einer Notwendigkeit heraus schlussendlich 2008 die Idee zu Wheelblades. Seine Forderung: 100.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile.

Video: Florian Kandler bewertet Wheelblades

Kein Deal für Wheelblades

Investoren-Ikone Frank Thelen war voller Lob für die Produkte des Unternehmens, stieg aber dennoch aus, da das Business-Modell nicht sein Gebiet sei. Es kam infolge zu Diskussionen über Marketing-Möglichkeiten und deren Kosten. Dümmel meinte, man bräuchte mehrere Millionen um ein Produkt bekannt zu machen, was aber nicht zwangsweise bei Wheelblades nötig wäre. Der Gründer müsse in den Markt von Rollstühlen und Kinderwägen rein. Er stieg aus, so wie auch Dagmar Wöhrl, die auch keine Möglichkeit sah, zu helfen. Carsten Maschmeyer hatte zuviel Respekt vor dem Markt und stieg als letzter Investor aus. Kein Deal für Patrick Mayer.

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Temporäres Tattoo bei „Die Höhle der Löwen“

Die nächste im Bunde der Investoren-Suchenden war Janet Carstensen. Die Hamburgerin hatte die Idee zu einem natürlichen „Tattoogel“, das nach zwei Wochen wieder verschwindet. Für Jagua for You wollte die Gründerin 150.000 Euro für 15 Prozent Anteile.

Das Gel im Fläschchen wird aus der Frucht des Jenipapo-Baumes im Amazonas gewonnen. Bei den lokalen Einwohnern wird das Jagua seit Jahrhunderten zur temporären Körperbemalung genutzt. Mit dem Gel ließen sich temporäre Tattoos ohne Rückstände und Nebenwirkungen zeichnen, sagt die Gründerin.

Sie trumpfte damit auf, dass sie die Köpfe der Jury-Mitglieder als Tattoos auf ihrem Körper präsentierte und meinte, sie hätte dafür bloß die halbe Flasche gebraucht. Nachdem sich die Löwen als Künstler betätigt hatten und selbst Tattoo-Formen zu gestalten versuchten, meldete sich Home-Shopping-Expertin Judith Williams als Versuchskaninchen und ließ sich „tätowieren“.

Video: Florian Kandler bewertet Jagua for You

Vorteil der Kurzweiligkeit der Tattoos

Dann startete die übliche Gebotsrunde. Frank Thelen meinte zwar, bei Jagua for You handle es sich um ein gutes Produkt, stieg aber aus. Er würde ohne Tattoos sterben. Dem Rest der Jury gefiel der Gedanke der Kurzweiligkeit, womit sich Unentschlossene ein Tattoo auf Probe besorgen könnten. Dennoch stiegen auch Maschmeyer und Dümmel aus.

Zwei Löwen wollen mitmachen

Williams hingegen nannte die Gründerin einen „Schatz“ und bot die geforderte Summe für 30 Prozent Anteile. Daraufhin bekundete Nils Glagau sein Interesse und wollte für 150.000 Euro bloß 20 Prozent. Nach kurzer Überlegung und nachdem die Gründerin meinte, beide wären ihre Wunsch-Investoren, berieten sich beide Jurymitglieder und boten gemeinsam 150.000 Euro für 30 Prozent. Eine überglückliche Gründerin nahm an: Deal.

Gaming-Cube als Fitnessgerät

Der vorletzte Pitch des Abends kam von Sphery. Dabei handelt es sich um ein zertifiziertes Fitnessgerät mit Gaming-Elementen, den ExerCube. Jener verbindet Fitness mit Gamification  – auf wissenschaftlicher Forschungsbasis, wie die Gründer Stephan Niedecken, Helko Roth und Anna Martin-Niedecken betonen. Sie wollten eine halbe Million Euro für zehn Prozent Beteiligung.

Produkt für Fitness-Studio gedacht

Beim Training mit ExerCube sei der gesamte Körpereinsatz bei diversen Spielen gefragt. Zusätzlich solle das Produkt Teilnehmende kognitiv herausfordern und dabei das Gehirn trainieren. Das Fitnessprodukt, wie die Jury anmerkte, sei mit Maßen von 3 x 2 x 2,80 Metern eher für den Einsatz in Fitnessstudios geeignet.

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c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Investor Georg Kofler testet den „ExerCube“ von Sphery.

Bewertung zu hoch

Nachdem Georg Kofler eher „gemütlich“ versuchte, die sportlichen Herausforderungen des Cubes zu meistern und seine Kollegen dabei amüsierte, zeigten sich die Investoren skeptisch. Das umsatzlose Unternehmen und dessen Bewertung irritierte Maschmeyer, der auch den Namen und das Logo des virtuellen Produktes in Frage stellte. Es hätte am Markt enormen Erklärungsbedarf, daher wäre der ausgerufene Unternehmenswert zu hoch.

Am Trend vorbei?

Auch Dagmar Wöhrl stieg aus. Sie meinte der Preis, damit ein Fitness-Studio den ExerCube erwerbe, wäre mit 20.000 Euro ebenfalls zu hoch angesetzt. Kofler hingegen meinte, es gebe innovative Trainings-Center, die sich so eine Art Technologie leisten könnten. Allerdings ginge das „Sozial-Konzept“ des Produktes am Trend der Zeit vorbei. Gemeinsame Kurse und Gemeinschafts-Trainings wären jetzt modern. Und ihr Produkt sei für Einzel-Trainings gedacht. Daher müsse er aussteigen. Kein Deal für Sphery.

Schul-App als Abschluss der ersten Folge von „Die Höhle der Löwen“

Den Abschluss des Staffel-Debüts bildete der 19-jährige Rubin Lind. Er hat eine Lern-App namens Skills4School entwickelt, die Lehrer und Schüler miteinander vernetzt und die wissbegierigen Kleinen bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen soll.

700.000 Euro gesucht

Passend zum Lernplan können mit der Skills4School-App alle Inhalte interaktiv gestaltet und der Lernfortschritt permanent beobachtet werden. Lehrende haben zudem die Option, Themenfelder zu bestimmten, Übungen auszuwählen und Schüler für das Portal freizuschalten. Durch einen Lernalgorithmus wird der individuelle Lernfortschritt ermittelt und angepasst. Für 14 Prozent Anteile wollte der Entwickler 700.000 Euro haben.

Verlust von 17.000 Euro im Monat

Der souveräne Auftritt des jungen Entrepreneurs beeindruckte die Jury-Mitglieder sichtlich. Dann nannte der Gründer Zahlen: 20.000 „monthly active User“, von denen 11 Prozent „converted“ wurden und für das Service zahlen (10 Euro im Monat), sowie die Listung im iOS-Store führen zu rund 15.000 Euro Einnahmen im Monat. Das allerdings bei monatlichen Verbindlichkeiten von 32.000 Euro.

„80er-Jahre-Technologie“ als Problem

Daraufhin wurde der junge Gründer von Frank Thelen, dessen Steckenpferd Apps sind, mit harten Fragen getestet. Die Nutzung eines Tomcat-Java-Servers (Open-Source-Webserver) nannte der Investor „80er-Jahre“ und zeigte offen seine Skepsis darüber. Lind ließ sich nicht verunsichern und entgegnete, dass alles gut funktioniere.

Silicon Valley im Kopf

Glagau und Dümmel lobten den Gründer, meinten aber sie könnten nicht helfen. Thelen störte sich an der Unternehmensbewertung, worauf der junge Mann entgegnete, er sei womöglich von seinem Silicon Valley Ausflug inspiriert worden. Daher diese Forderung. Dies sorgte für Amüsement unter den Löwen und sie erklärten Lind, man dürfe nicht den US-Markt als Referenz nehmen. Kofler stieg daraufhin als nächster aus.

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c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer -Entwickler Rubin Lind wurde von den Investoren wieder zurück ins Studio geholt.

Ein Vorschlag von zwei Löwen

So blieben am Ende Carsten Maschmeyer und Frank Thelen über. Der Tech-Investor stieg aus, da die beiden genannten Gründe – Bewertung und veraltete Technologie – trotz des grandiosen Pitches des Gründers zu groß wären. Maschmeyer hingegen gab dem Gründer eine weitere Chance, wenn er sich dazu bringen ließe einen gänzlich anderen Deal zu akzeptieren. Er bot plötzlich gemeinsam mit Kofler die gewünschten 700.000 Euro für 30 Prozent. Nach kurzem Telefonat versuchte Lind zu verhandeln und brachte einen Gegenvorschlag: 25 Prozent für die vereinbarte Summe.

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Nein zu 700.000 Euro

Das wollten die Investoren nicht durchgehen lassen und wollten 28 Prozent. Die Folge: Der junge Gründer „pfiff“ auf 700.000 Euro und lehnte überraschend ab. Lind ging ohne frisches Kapital und hinterließ „traurige“ Investoren. Doch nicht für lange. Es gab ein Novum in der Show.

Ja zu 700.000 Euro

Normalerweise „laufen“ Gründer Geldgebern nach, dieses Mal war es anders. Sie holten den Entwickler nochmal ins Studio und korrigierten ihr Angebot auf 25,01 Prozent für 700.000 Euro. Doch noch ein Deal für Skills4School. Nachtrag: wie aktuell bekannt ist, ist der Deal noch nicht unter Dach und Fach. Wie eine Sprecherin von Georg Koflers „Social Chain Group“ der Bild-Zeitung mitteilte, sei man noch in der Abstimmungsphase: „Skills4School wurde am letzten Drehtag aufgezeichnet. Eine Beteiligung braucht dann ihre Zeit zur Abstimmung“, wird sie dort zitiert.


⇒ Wheelblades

⇒ Skills4School

⇒ Paudar Bratpulver

⇒ Jagua for You

⇒ Sphery

⇒ Zur Website der Startup-Show

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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