31.05.2021

„Höhle der Löwen“: Gründer bietet Maschmeyer „Economy Class“-Flug ins Silicon Valley

In dieser Folge der "Höhle der Löwen" ging es um langfristige Dauerwellen, ein neuartiges Hundehalsband und Früchten aus Südamerika. Zudem präsentierten zwei Gründer einen elektronischen Messerschärfer, während andere in ein langes Verhandlungsduell mit einem Löwen einstiegen. Und dabei ein ungewöhnliches Angebot machten.
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DHDL, Höhle der Löwen, Lambus, Reise-App
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Lambus-Gründer Anja Niehoff und Hans Knöchel lieferten sich mit Carsten Maschmeyer ein kleines Verhandlungs-Duell
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Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die es online auf TVNOW und immer montags um 20.15 Uhr bei VOX zu sehen gibt – waren Hans Knöchel und Partnerin Anja Niehoff. Den Gründer lockte einst ein Job nach Nordkalifornien, exakt ins Silicon Valley, wo er auch viel Besuch von seiner Familie und seinen Freunden bekam. Er merkte: „Während das Reisen immer schön war, war die Reiseplanung immer der stressige Part“, erklärte er den Löwen. Deswegen hat Knöchel Lambus entwickelt: eine All-in-One Reise-App. Buchungsbestätigungen, Routenhighlights, Fotos und Reisekosten gibt es auf einen Blick. Das Reisen in der Gruppe soll so einfacher werden und alle wichtigen Dokumente sind mit einem Klick abrufbar. „Wir haben eine Plattform erschaffen, die übersichtlich, einfach und vor allem digital ist”, erklärte der Informatiker im Studio. Mit der Hilfe einer Investorin oder eines Investors wollten die Founder ein deutsches Startup zu einem Global Player machen. Ihr Angebot: 500.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Kein Business-Plan

Nach der Demonstration der Funktionsweise, inklusive der Planung von Ausflügen und Organisation der Kosten, meinte Medien-Investor Georg Kofler, das gebe es doch schon. Wo sei der USP? Die Founder argumentierten mit der Einfachheit ihrer App, wo man keine multiplen Accounts brauche. Knöchel und Niehoff punkteten zudem damit, dass sie bereits 55.000 registrierte User hätten, die knapp 50.000 Reisen erstellt hätten. Allerdings erst bei einem Verdienst von 850 Euro. Das Startup mache Profit auf Provisionsbasis von Partnern wie Autoverleihern, konnte aber keine Umsatzpläne fürs nächste Jahr nennen.

Lambus, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Anja Niehoff und Hans Knöchel präsentierten mit Lambus eine All-in-one Reise-Plattform.

Kofler stieg deshalb als erster Löwe aus. Die Bewertung sei zudem zu hoch. Niehoff argumentierte mit gutem Wachstum, was aber auch bei LEH-Profi Ralf Dümmel wenig half. Nachdem auch der zweite Löwe draußen war, attestierte Multi-Investor Maschmeyer den beiden Pitchern hohe Kompetenz, während Familien-Unternehmerin Dagmar Wöhrl meinte, die ganze Reisebranche wäre wegen der Pandemie in einer schwierigen Phase. Auch sie stieg aus.

Harte Verhandlungen und ein Flugticket

Konzernchef Nils Glagau ging darauf als nächster und ließ den Wunsch-Löwen der beiden Gründer über. Knöchel erzählte Maschmeyer von weiteren Funktionen einer geplanten Premium-Version der App, die man zusätzlich monetarisieren könnte. Der letzte mögliche Investor sah allerdings in der Bewertung und Corona zwei Probleme, weshalb er zu einem besonderen Angebot griff.

Die erste Viertel-Million Euro für 25 Prozent – wenn es nach einiger Zeit gut liefe, folge der Rest. Die Gründer kehrten mit einem Gegenangebot zurück. Sie erklärten, dass sie bereits zehn Prozent für eine halbe Million Euro abgelehnt hätten, weil sie den Löwen-Bonus sehr schätzen würden. Mehr als 15 Prozent Abgabe ginge aber nicht. Der Investor ließ sich auf 20 Prozent Beteiligung runterverhandeln, erhielt aber danach noch eine weitere Offerte. 17,5 Prozent plus ein bezahlter Flug von Knöchel ins Silicon Valley – Economy Class. Maschmeyer ließ nach kurzem Amüsement über das ungewöhnliche Angebot nicht locker und sprach dann von 18,8 Prozent, die er gern hätte. Woraufhin der Gründer charmant 18 Prozent ins Spiel brachte. Deal für Lambus.

Das Hundeleinen-Problem

Das Ehepaar Walburga und Reto Falkenberg waren die nächsten in der „Höhle der Löwen“. Die Gründer lassen gern ihre beiden Hunde frei laufen. Doch gibt es immer wieder Situationen, in denen sie ihre Tiere an die Leine nehmen müssen, etwa wenn sie eine Straße überqueren, wenn ihnen ängstliche Passanten begegnen oder ein Auto oder Fahrrad vorbeikommt. „Doch wie kann man dann seinen Hund sicher und schnell anleinen?”, stellte Walburga die rhetorische Frage, die sie zur Gründung von WowWow gebracht habe.

Ausziehbare Hundeleine in der „Höhle der Löwen“

Im Normalfall hätten Hundebesitzer die Leine meistens um die Schulter hängend, wo dann in Notsituationen nur ein schneller Griff in das Hundehalsband helfe. Das würde für den Vierbeiner entweder einen plötzlichen Ruck am Hals oder sogar eine Würgesituation bedeuten. Mit WowWow stellten sie dafür eine neue Lösung vor: ein Halsband, in dem eine Leine integriert ist. Sie kann bei Bedarf ausgezogen werden und nach Gebrauch wieder im Halsband verschwinden. „Das Funktionsteil ist aus faserverstärktem Kunststoff hergestellt. Im Innern befindet sich ein Federmechanismus, der eine 43 Zentimeter lange Leine automatisch aufwickelt. Die Leine ist zwar dünn, hält aber Kräften von 400 Kilogramm stand“, erklärte der Founder. Um die Produktionskosten zu senken, brauchten sie 120.000 Euro und waren bereit 25 Prozent der Firmenanteile abzugeben.

WowWow, Hundehalsband, integrierte Leine, Hundeleine, DHDL
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Walburga und Reto Falkenberg aus Rosengarten erfanden mit WowWow“ ein Halsband mit integrierter Leine.

Neben der Standard-Version gibt es noch eine Pro-Variante des Halsbandes, an der man eine eigene Leine befestigen könnte. Nach der Vorstellung ging es kurz um den Preis von 129 Euro für WowWow, den Beauty-Queen Judith Williams als nicht so drastisch sah, wie ihre Sitzkollegen. Dümmel stieg aus Konkurrenzgründen als erster aus, da er bei Goleygo investiert ist. Williams erklärte, Tierprodukte wären nicht ihre Kernkompetenz und ging ebenfalls ohne Angebot.

Löwenkampf

Die beiden Gründer erwischten danach die Löwen emotional mit einer privaten Geschichte, als sie erzählten, dass Walburga ihre eigene Firma wegen einer Krankheit ihrer Tochter verlassen hatte. Und sie beide nach der Gesundung jetzt nur noch das machen, was sie als richtig und wichtig empfänden. Nachdem sich Wöhrl und Glagau daraufhin beraten hatten, boten beide 120.000 Euro für 30 Prozent Anteile. Kofler war indes in Stimmung in Konkurrenz zu treten. Er lobte die Gründer und ihre Skills und wollte für 150.000 Euro 25,1 Prozent Beteiligung. Und musste sich „ärgern“, dass seine Vorredner ihren Vorschlag nachbesserten: 150.000 Euro für 30 Prozent so das neue Doppel-Angebot. Die Gründer entschieden sich für das Investoren-Duo. Deal für WowWow.

Der deutsche Erfinderkopf

Milko Grieger war der nächste in der „Höhle der Löwen“. Der selbständige Friseurmeister wollte den Löwen quasi „die perfekte Welle“ zeigen: Es war das Jahr 1906, als ein deutscher Friseur das System der Dauerwelle erfunden habe. Der Style von Karl Ludwig Nessler hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt, aber ein Ziel blieb gleich: „Egal wo ich als Hairstylist gearbeitet habe – ob für große Modemagazine, Fashionweeks, große Werbespots, selbst in meinem eigenen Salon – der Wunsch meiner Auftraggeber und Kundinnen war immer der gleiche: natürlich gewelltes Haar“, erklärte Grieger.

Beach Waves

Bisher hat der 32-Jährige den Look mit Lockenstab, Glätteisen und Haarwickler erzielt, aber der hielt nur bis zur nächsten Haarwäsche. Um natürlich gewelltes Haar dauerhaft zu ermöglichen, hat der Gründer den Wavewinder entwickelt. Mit dem Friseur-Tool sollen sich mühelos und permanente „Beach Waves“ erzeugen lassen. Dazu werden die nassen Haarsträhnen in den Wavewinder entsprechend der Form „eingelegt“ und eine Dauerwellenflüssigkeit sowie ein Fixiermittel hinzugefügt. „Die Kundin kann selbst für sich entscheiden, wie sie ihre Haare an dem Tag tragen möchte. Wenn sie wie gewohnt ihre Haare glatt haben möchte, dann föhnt sie sich einfach trocken. Mit ein bisschen Wasser oder einem feuchtigkeitsspendenden Produkt werden die Haare geknetet und die Wellen kommen zurück“, so der Friseurmeister über die Vorteile. Unterstützung brauchte Grieger im Marketing und Vertrieb und bot 15 Prozent seiner Firmenanteile für 150.000 Euro an.

Höhle der Löwen, Wavebinder
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Milko Grieger und sein Wavewinder, ein Tool für permanente Beach Waves.

Der Gründer führte mithilfe seiner Vorführmodelle Hannah und Sonja die genaue Handhabung und auch das fertige Ergebnis vor. Nachdem Grieger erklärt hatte, dass die Haarbehandlung mit Wavebinder weniger schädlich als bei einem Lockenwickler wäre, sprach er von einem Verkaufspreis eines Sets mit 48 Stück und 24 Clips des Friseurprodukts von knapp 400 Euro, bei Produktionskosten von knapp zwölf Euro.

Höhle der Löwen-Juror: „Gründer kein Ganove“

Diese große Marge freute einerseits die Investoren, andererseits meinte Dümmel, ob es denn nicht günstiger besser wäre. Grieger erzählte, dass er bereits 150.000 Euro in unter anderem eine Spritzgussmaschine gesteckt habe, was den Löwen dazu brachte, den Gründer in Schutz zu nehmen. Er sei bei dieser preislichen Gestaltung kein Ganove, da er Werkzeugkosten einrechnen müsse. Kofler fand den Innovationsgedanken des Founders erfrischend, wolle aber nicht in B2B investieren.

Auch für Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg war der Friseur-Bereich der falsche, während Wöhrl meinte, sie sehe kein Business im Produkt. Maschmeyer und Dümmel waren trotz großem Lob auch keine Löwen fürs Beauty-Geschäft. Kein Deal für Wavebinder.

Obst aus Ecuador in der „Höhle der Löwen“

Die Vorletzte in der „Höhle der Löwen“ war Paulina Carrera, die für ein Praktikum aus Ecuador nach Deutschland gekommen war. „Dann habe ich mich in das Land und später in meinen Mann Oliver verliebt. Nun leben wir mit unseren drei Kindern glücklich in der Pfalz“, erklärte die Gründerin von Hilli Fruits. „Allerdings gibt es zwei Dinge, die mir aus meiner Heimat sehr fehlen: die Sonne und das unglaublich leckere Obst.“

Vielseitiges Fruchtpüree

Carrera fragte sich, wie sie den vollen Geschmack dieser Früchte nach Deutschland bringen könne. Die Idee: Die reifen Früchte ihrer Heimat frisch zu ernten, ohne Konservierungsstoffe und Zusätze zum Fruchtpüree zu verarbeiten und dann nach Europa bringen. Das Püree sei vielseitig verwendbar, als Smoothies, Cocktails, Saucen, Eis oder Backwaren. 250.000 Euro sind bereits in das Unternehmen geflossen. Für ein Investment von 150.000 Euro bot Carrera 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Hilli Fruits
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Paulina Carrera stellt mit Hilli Fruits“ Fruchtpüree aus südamerikanischen Früchten her.

Den kritischen Moment der Kostproben überstand die Gründerin mit überzeugten Löwen, die mit Worten wie „frisch“, „intensiv“ und „fruchtig“ um sich warfen, allerdings bei einem Muffin aus dem Fruchtpüree kleine Abstriche machten. Dümmel hatte mit der Bewertung des bisher umsatzlosen Startups ein Problem bis die Gründerin von einem Auftrag erzählte, der zu 80.000 verkauften Verpackungen mit einem Preis von 2,99 Euro pro Stück führen würde. Zudem würde ihr Businessplan eine Million Euro Gewinn auf das ganze Jahr gerechnet beinhalten.

Das Nachhaltigkeitsproblem

Georg Kofler störte sich an der nicht nachhaltigen Verpackung und dem Transport der Früchte per Schiff. Er stieg aus. Maschmeyer sah einen zu kleinen Innovationsgrad in der Idee und ging ebenso ohne Angebot. Ähnlich dachte Glagau und blieb ebenso ohne Intentionen einzusteigen. Dümmel stimmte seinen Vorgänger zwar zu, Innovation fehle, jedoch würde Hilli Fruits unglaublich gut schmecken. Er bot 150.000 Euro für 25 Prozent Anteile. Auch Wöhrl konnte es als letzte Löwin nicht sein lassen und forderte das Gleiche wie der Handelsexperte. Die Gründerin nahm jedoch Dümmel mit an Board. Deal für Hilli Fruits.

Mit Sensoren Messer schärfen

Der letzte Gründer in der „Höhle der Löwen“ hatte stumpfe Messer – ein alltägliches Problem in Millionen von Küchen – zum Thema. „Zwar gibt es Schleifsteine und –stäbe, doch der Umgang damit ist nicht für jeden praktikabel“, meinte Horst Paetzel: „Für jene, die damit nicht umgehen können, ist die Verletzungsgefahr recht groß. Und bei unsachgemäßer Handhabung können Schäden an dem Messer entstehen“, erklärte der 70-Jährige, der gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Jürgen Dangel auftrat. Beide stellten mit sked ein patentiertes elektronisches Messerschärfgerät in Form eines Messerblocks vor. Sensoren erkennen das mitgelieferte Messer, Keramikpolygone bewegen sich entlang der Messerklinge und schärfen es, ohne dass der ungewollte metallische Abrieb entsteht. So soll die Schärfe des Messers dauerhaft erhalten bleiben. Um eine Löwin oder einen Löwen für sich zu gewinnen, boten sie 20 Prozent ihrer Firmenanteile für 100.000 Euro an.

sked, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Stefan Gregorowius – Die Löwen Georg Kofler (l.) und Ralf Dümmel nahmen den schärfenden Messerblock von sked genau unter die Lupe.

Kofler zeigte sich als Fan scharfer Messer und Schleifsteinen, allerdings sei für ihn der Marktpreis von rund 170 Euro für Block und Messer zu hoch. Die Gründer erklärten, dass es bereits Anfragen aus diversen Ländern gebe, ihr Gerät vertreiben zu wollen. Glagau meinte, die Gründer hätten ihr Produkt nicht zu Ende gedacht. Leute in der Küche würden mehrere Messergrößen brauchen, die man jedoch nicht mit sked schärfen könne. Er und Williams stiegen aus.

Maschmeyer glaubte, dass der sked-Messerblock am Massenmarkt vorbeiginge, auch wenn er als Idee „hochklug“ sei. Dümmel hingegen war total begeistert, meinte aber der Verkaufspreis wäre einfach zu hoch. Als die Gründer Bereitschaft zeigten jenen zu senken, bot der Löwe 100.000 Euro für 30 Prozent. Paetzel und Dangel sagten zu. Deal für sked.

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„Es kommt nur selten vor, dass Vertreter:innen der weltweit führenden Frontier-Labs gleichzeitig an einem Ort zusammenkommen“, erklärt Alina Nikolaou, Co-Founder, Director & Curator der TEDAI. Mit der Ankündigung weiterer hochkarätiger Speaker:innen aus Organisationen wie Anthropic und Google DeepMind nimmt die dritte Auflage der TEDAI, die vom 28. bis 30. Oktober 2026 in der Wiener Hofburg stattfindet, nun konkrete Formen an. Rund 1.200 internationale Entscheidungsträger:innen, Pionier:innen und KI-Enthusiast:innen werden in Wien erwartet und sollen dort die Möglichkeiten, Grenzen und offenen Fragen der nächsten KI-Generation diskutieren.

Praktische Umsetzung im Vordergrund

Schon im März berichtete brutkasten über die ersten bekannten Namen im Line-up, darunter Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger. Seither hat sich das Programm der weltweit einzigen offiziellen TED-Konferenz zu Künstlicher Intelligenz noch deutlich erweitert und wurde analog zur weiterhin rasanten KI-Entwicklung adaptiert. Während die Konferenz anfangs vor allem breite gesellschaftliche und ethische Themen im Visier hatte, rückt mit den neuesten Speaker:innen-Bestätigungen vom August die praktische Umsetzung in den Vordergrund. „Vom Modell zur Wirkung“ lautet das aktuelle Motto. Es gehe darum, „wie aus leistungsfähigen KI-Modellen verlässliche Anwendungen und KI-Agenten entstehen, die Menschen in Arbeit, Forschung und Wirtschaft konkret unterstützen“.

Zielsetzung der TEDAI im Wandel

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der personellen Auswahl der Veranstalter:innen wider. Erklärte Alina Nikolaou im März noch, dass im Fokus der Konferenz „die ambitioniertesten KI-Trends und Ideen unserer Zeit: konkrete Lösungen, radikale Paradigmenwechsel, augenöffnende Forschungsergebnisse und schwierige, aber dringend notwendige soziale Fragen“ stünden, so sagte Nikolaou im Juni bereits über die gewünschte Perspektivenvielfalt: „Wenn es um KI geht, entstehen die spannendsten Erkenntnisse oft nicht im Konsens, sondern dort, wo Perspektiven und Paradigmen aufeinanderprallen. Genau diese Spannungsfelder wollen wir auf der TEDAI 2026 sichtbar machen.“ Nun, mit den neuesten Ankündigungen von heute, stehe laut den Organisator:innen die Chance im Fokus, „Einblicke in Ideen zu gewinnen, an denen heute gearbeitet wird: von KI-Agenten in der Wirtschaft bis zur Zukunft der Wissensarbeit“.

Die Top-Speaker:innen

Unter den zahlreichen Neuzugängen sind einige besonders klingende Namen:

Geoffrey Hinton: Der britisch-kanadische Wissenschaftler gilt als einer der „Godfathers of AI“ und ist ein Pionier im Bereich neuronaler Netze und Deep Learning. Für seine grundlegenden Beiträge wurde er 2018 mit dem Turing Award und 2024 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Peter Steinberger: Der gebürtige Österreicher sorgte mit seiner Open-Source-Anwendung OpenClaw für einen internationalen Hype. Inzwischen arbeitet er für das US-Schwergewicht OpenAI an Produkten für eine „Agent-first“-Welt, mit dem Ziel, jedem Menschen einen eigenen KI-Assistenten zur Verfügung zu stellen.

Felix Rieseberg: Er kommt neu ins Line-up und arbeitet bei Anthropic direkt an der Schnittstelle zwischen Modellen und praktischer Anwendung. Dort entwickelte er unter anderem Claude Cowork und verantwortete Engineering-Teams für Claude.ai sowie Claude Code auf dem Desktop.

Nenad Tomašev: Als Senior Staff Research Scientist bei Google DeepMind forscht er zu Multi-Agenten-Systemen, Agentic Economies sowie KI-Sicherheit. Seine Arbeit fokussiert darauf, wie komplexe KI-Agenten wirksam durch Menschen kontrolliert und an menschlichen Interessen ausgerichtet werden können.

Valeria Pettorino: Die Physikerin ist Project Scientist der Euclid-Weltraummission bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Sie bringt eine astrophysikalische Perspektive ein und zeigt, wie KI-Technologie unser Verständnis des Universums, insbesondere im Bereich Kosmologie und Dunkler Energie, erweitert.

Die weiteren Speaker:innen: breites Spektrum von Kosmologie bis Plattformkritik

Um den Anspruch zu erfüllen, die „gesamte Bandbreite der KI-Debatte abbilden“ zu können, bringen die weiteren Speaker:innen höchst diverse Perspektiven nach Wien. Die wissenschaftliche und technologische Grundlagenforschung wird durch die Forscherinnen Anna Goldie und Azalia Mirhoseini, Gründerinnen von Recursive Intelligence und ehemalige Leiterinnen des AlphaChip-Projekts bei Google, beleuchtet. Mahmoud „Mido“ Assran forscht an sogenannten World Models und Self-Supervised Learning, um effiziente und sichere KI-Agenten zu ermöglichen. Gehirnaktivitäten mittels KI entschlüsselt wiederum der japanische Neurowissenschaftler Yukiyasu Kamitani, dessen Arbeit bis zur Rekonstruktion von Träumen reicht.

Demgegenüber stehen kritische Stimmen aus Medien, Ethik und Gesellschaft: Nicholas Thompson, CEO von The Atlantic, und der bekannte Autor und Aktivist Cory Doctorow ordnen die gesellschaftlichen und politischen Folgen von KI ein. Um Datenschutz und Ethik dreht sich die Arbeit von Carissa Véliz (Associate Professor in Oxford), während der Rechtswissenschaftler César Rodríguez-Garavito (NYU) zu KI-Governance und Klima- sowie indigenen Rechten forscht. Die nigerianische klinische Psychologin Kauna Ibrahim Malgwi bringt zudem ihre Forschung zu algorithmischem Trauma und mentaler Gesundheit in prekären digitalen Arbeitsbedingungen ein.

Praxisnahe Anwendungen bringen schließlich Kateryna Lopatiuk (räumliche Datenanalyse für den Wiederaufbau), Dr. Layla Hosseini-Gerami (Ignota Labs, Chief Data Science Officer für KI-gestützte Medikamentenentwicklung) und Gabriella Di Laccio (Donne, Women in Music) mit Datenanalysen zur Sichtbarkeit von Komponistinnen ein.

Neben den rund 20 TED-Talks am abschließenden Konferenztag will die TEDAI 2026 den Besucher:innen ein umfassendes „Gesamterlebnis“ bieten. Dazu gehören ein festlicher Eröffnungsball, der Wiener Tradition mit moderner Innovation verbinde, sowie der sogenannte „Discovery Day“ mit interaktiven Workshops.

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