15.10.2019

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

In der heutigen Folge von "Die Höhle der Löwen" ging es um eine "Step-in" Funktion fürs Snowboard, eine Pfanne, die beim wilden Wenden den Inhalt schützt, einen Beinwärmer-Sack und Marshmellow-Variationen. Neben dem schnellsten Deal seit Sendungsbeginn gab es zudem eine weitere Besonderheit in Folge sieben zu sehen: Ein Investor, der bereits weg war, kehrte mit einem Deal-Angebot zurück.
/artikel/hoehle-der-loewen-folge-7-2
Höhle der Löwen, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Georg Kofler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Georg Kofler, Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer beim Testen des Performancesacks.
sponsored

Die ersten in der siebten Folge von „Die Höhle der Löwen“ waren Sabine und Robert Ackermann mit Mellow Monkey. Hierbei geht es um süße Variationen von Marshmallows. Seit zwei Jahren gibt es die handgemachten Süßigkeiten mit Eiskern am Markt. Aus 20 verschiedenen Sorten können die Käufer im Onlineshop oder im Foodtruck auf Festivals auswählen. Außerdem bieten die beiden Founder Catering an. Sie forderten 100.000 Euro für 10 Prozent Beteiligung.

+++Pona: Sechsstelliges Investment für Wiener Getränke-Startup+++

Sinnlicher Genuss außerhalb des Höhle der Löwen-Studios

Die Gründer führten die Investoren gleich aus dem Studio zu ihrem Food-Truck und versorgten die Jury mit ihrem flambierten Mellow Monkey Eis. Die Augen der Löwen sprachen dabei Bände und wurden riesengroß. Besonders Judith Williams fiel auf und genoss sichtlich die süße Kostprobe. Multi-Investor Carsten Maschmeyer stibitzte beim Gehen verschmitzt gar noch ein Stück Marshmellow für den Rückweg ins Studio – und das obwohl er vorab behauptet hatte, die Lagerfeuer-Süßigkeit schmecke ihm prinzipiell nicht.

Einzelhandel oder Franchise

Im Studio drinnen ging die Kostprobe und der offen zur Schau gestellte Genuss weiter. Danach kam man aufs Geschäftliche zu sprechen. Die Gründer erzählten vom Wunsch, in den Einzelhandel zu kommen und eigene Stores zu eröffnen. Man wäre auch für ein Franchise-System offen.

Höhle der Löwen, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Georg Kofler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Stephanie und Robert Ackermann präsentierten den Investoren mit „Mellow Monkeys“ geröstete Marshmallows mit Eiskern.

„Das leckerste Produkt der Show“

Maschmeyer nannte das Produkt „das Leckerste, das er in der Show je probiert hätte“. Allerdings war ihm das Geschäftsmodell zu kompliziert und nicht zu Ende gedacht. Er folgte seinem Kollegen Dümmel und stieg aus.

Auch Wöhrl hatte Probleme, das Vorhaben der Gründer zu fassen. Stores, Shop in Shop, Einzelhandel – es fühlte sich für die Familien-Unternehmerin wie „zu viele Puzzle-Teile“ an. Auch Kofler dachte ähnlich und stieg als letzter aus. Kein Deal.

Beine warm halten

Der nächste auf der „Höhle der Löwen-Bühne“ war Bülent Yaman mit seinem Startup Soccer Performancesack. Mit seiner Idee richtet er sich an Fußballer, die die meiste Zeit der Spiele auf der Ersatzbank verbringen. Der Performancesack dient dazu, die Beine vor Wind und Kälte zu schützen. Er ist wind- als auch wasserdicht. Das Innenfutter besteht aus Fleece und Thermowatte, um auch bei Minusgraden die Beine der Fußballer warm und trocken zu halten. Der Gründer wollte für 15 Prozent Firmenanteile 80.000 Euro haben.

Der Founder setzte bei seinem Pitch direkt Kofler, Wöhrl und Maschmeyer auf die Ersatzbank und erklärte seinen Kälteschutz für die Beine. Yaman konnte seinen Fußsack bereits bei sechs Profivereinen anbringen, darunter der FC Ingolstadt, Darmstadt 98, die Damenmannschaft des VFL Wolfsburg und der schweizer Erstligist St. Gallen.

+++ SK Rapid Hack Weekend: “Digitale Fanerlebnisse” für den Rekordmeister +++

Danach ging es in der Diskussion um die Zielgruppe fürs Startup. Yaman erklärte, dass er auch Versionen seines Performancesacks habe, die für VIP-Leute und Fans im Stadion geeignet seien. Der hohe Produktionspreis von über 67 Euro schreckte die Investoren jedoch ab. Der nächste „Schock“ für die Jury kam, als der Gründer zugab, dass er in zweieinhalb Jahren „nur“ 150 Stück seines Produkts verkauft hat.

Neue Werbefläche

Für Kofler war schlussendlich die Zielgruppe zu klein. Dümmel lobte indes den starken Auftritt des Gründers, meinte aber, dass der vertriebliche Aufwand zu groß für die potentiellen Verkäufe sei. Beide Investoren stiegen aus. Maschmeyer riet, der Gründer solle das Business-Modell überdenken und seinen „Sack“ als neue Werbefläche anbieten.

Konzern-Chef Nils Glagau erzählte, dass sein Unternehmen Orhtomol zwar bereits als Sponsor aufgetreten sei (Fortuna Düsseldorf). Der Fußball-Bereich sei aber insgesamt ein schwieriger Markt. Er stieg so wie auch Wöhrl aus, die dem Gründer aber abschließend nahe legte, sich auf den Freizeitmarkt (Ausflüge) zu fokussieren.

Schnellster Deal der Höhle der Löwen Geschichte

Bei Easy Pan von Tom Becker und Jan Heimann geht es um eine Pfanne mit Überrollbügel. Die Erfindung der beiden Familienväter soll verhindern, dass Schmutz auf der Herdplatte oder auf dem Tisch landet. Mit dem speziellen Design ist es für jeden möglich, zu schwenken wie ein Profikoch. Beide Männer forderten „bloß“ 25.000 Euro für 20 Prozent Anteile.

Nach dem Pitch offenbarte Dümmel seine große Kenntnis zum Pfannenmarkt und meinte, er wäre der richtige Partner. Er drängte die Gründer dazu, gar nicht mehr auf die anderen Juroren zu warten, er wolle „Das Ding groß machen“ und gleich zur gewünschten Forderung einschlagen. Ohne große Überlegung kam es zum Handschlag. Der schnellste Deal der Show war unter Dach und Fach.

Höhle der Löwen, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Georg Kofler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Tom Becker (r.) und sein Partner Jan Heitmann konnten mit „Easy Pan“ den schnellsten Deal der Show-Geschichte ergattern.

Omega-3 Riegel für Leistungsfähigkeit

Danach öffnete sich die Höhle der Löwen-Bühne für ahead. Philip Brohlburg und Johannes Schröder sind zwei ehemalige Bundeswehroffiziere und stellen einen vegetarischen Omega-3-Riegel her, der der Steigerung der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit dienen soll. Die Hamburger boten den Löwen 10 Prozent der Firma für 400.000 Euro.

Der Riegel, der in zwei Geschmacksrichtungen daherkommt – chocolate peanut und lemon cheescake – kam geschmacklich bei den Investoren gut an. Einzig Maschmeyer musste aufgrund seiner Nuss-Allergie auf eine Kostprobe verzichten.

Denkfehler der Gründer

Die Gründer haben neben dem Riegel auch noch Nahrungsergänzungsmittel im Sortiment, mit denen sie 2018 einen Umsatz von 430.000 Euro erwirtschaftet haben. Dennoch war den TV-Investoren die Bewertung zu hoch. Wöhrl zeigte den Gründern ihren Denkfehler auf: Sie nannte die aufgerufene Firmenbewertung von ahead eine für einen normalen Investor. Das Startup brauche aber einen „Löwen“ mit Know-how, der einen langwierigen Weg des Markenaufbau vor sich habe. Sie stieg aus.

Ähnlich agierte Dümmel und schloss sich Wöhrl an. Multi-Investor Maschmeyer sagte daraufhin, dass der Name des Unternehmens eine Katastrophe für den deutschen Markt sei. Mit „ahead“ müsse man zuviel erklären. Auch Glagau meinte, der Riegel schmecke ihm zwar, aber er erkenne keine Innovation. Kein Deal für ahaed.

Pferde App als Management-Tool

Die vorletzten bei „Die Höhle der Löwen“ waren Christina Terbille und Sarah Wendlandt. 2018 gründeten sie die Pferde App. Die App unterstützt dabei, Pferde zu versorgen und alle Daten zu dokumentieren. Vor allem soll die Anwendung die Abstimmung aller Beteiligten untereinander in allen Prozessen rund ums Pferd erleichtern und auch für Mitarbeiter das Schicht-Management ordnen. Verkauft wird sie in einem monatlichen Abo-System, abgerechnet wird nach der Anzahl der Pferde. Die Gründerinnen forderten 150.000 Euro für 15 Prozent Anteile.

Dümmel als Stall-Meister

Der Pitch der beiden Frauen zeigte deutlich auf, was das Problem einer Pferdehaltung ist, die nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist. Die Gründerinnen simulierten einen ereignisreichen Tag im Stall, bei dem alle paar Minuten neue Anliegen von Pferdebesitzern und Mitarbeitern des „virtuellen“ Hofs eintrudelten. Daher wurde Ralf Dümmel kurzerhand zum „Pferdehofbesitzer“ befördert, der auf einer Kreidetafel anstehende Aufgaben verteilen und aktuell halten sollte.

Und er hatte viel zu tun: Kranke Pferde, um die man sich unterschiedlich zu kümmern hatte und plötzlich ausfallende Stallgehilfen brachten den Investor gehörig ins Schwitzen. Mit dieser Vorstellung lieferten beide Damen der Jury eine ungefähre Ahnung, warum eine Organisations-App die Arbeit im Pferde-Bereich erleichtern könne.

Zwei Investoren raus

Glagau lobte die Idee, sah sich aber nicht in der Lage zu helfen und stieg aus. Maschmeyer tat es ihm gleich – auch ihm fehlte Erfahrung mit der Materie. Nach dieser Absage merkten die Gründerinnen an, dass man nicht „pferdesport-erfahren“ sein müsse. Sie erklärten, dass die Management-App einen großen Nutzen aufweise, den man nicht nur im Reitsport zur Geltung bringen könne.

Höhle der Löwen, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Georg Kofler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Christina Terbille (l.) und Sarah Wendlandt holten einen bereits „verlorenen“ Investor wieder zurück.

Weitere Investoren gehen

Sie warfen Bereiche wie Altenpflege, Facility-Management und Hotellerie ein, die von der Logik ihrer App profitieren könnten. Auch Wöhrl meinte, die Gründerinnen bräuchten sie als Investorin gar nicht. Dem entgegneten sie, dass sie in Sachen Markenaufbau wenig Erfahrung hätten und schon jemanden benötigten, um sich in solchen Dingen zu entwickeln.

Nachdem Dümmel der nächste war, der sich als potentieller Investor verabschiedet hatte, gaben Terbille und Wendlandt nicht auf. Sie argumentierten in Richtung Marktpotential, was aber Kofler – trotz aller Sympathie für die beiden Frauen – nicht daran hinderte, sich auch zu verabschieden.

Als es bereits nach keinem Deal für die die Pferde App aussah, ergriff Maschmeyer erneut das Wort. Obwohl er bereits abgesagt hatte, meinte er, die Founderinnen wären derart toll, dass man die App nur branchenspezifisch erweitern müsse. Er sprach von einer Mehrbranchenlösung und forderte 24,9 Prozent für 150.000 Euro. Deal.

Handfreie Nutzung mit Clew

Der Abschluss der siebten Folge von „Die Höhle der Löwen“ gebührte Johannes Weckerle, Jakob Schneider und Matthias Albrecht. Mit Clew haben die drei Erfinder ein zweiteiliges System mit Step-in-Funktion fürs Snowboard entwickelt. Die Bindung besteht aus zwei Teilen.

Das erste (Fußteil) kann an jeden beliebigen Softboot geschnallt werden. Das zweite Teil (Base) ist fest auf dem Snowboard montiert. Man kann Beide durch Auftreten und ohne die Hände benutzen zu müssen verbinden. Die Gründer forderten 200.000 Euro für 15 Prozent Anteile.

„Clever und intelligent“

Tech-Guru Frank Thelen probierte mit seiner 46er Schuhgröße den Prototypen im Studio und bewies großes Wissen in Sachen Bindung. Die Gründer betonten, dass es sich bei ihrem Produkt um eine schuhunabhängige Lösung handele. Thelen nannte es daraufhin clever und intelligent.

Auch Dümmel meinte, die Gründer hätten wirklich ein Problem gelöst. Es wäre nur nicht sein Business. Auch Williams stieg in den selben löblichen Tenor ein und verabschiedete sich als Investorinnenkandidatin. Maschmeyer hingegen war hin und her gerissen.

Höhle der Löwen, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Georg Kofler
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Jakob Schneider, Johannes Weckerle und Matthias Albrecht wollten mit einer neuartigen Snowboard-Bindung die Jury überzeugen.

„Rockstars“ gesucht

Er meinte, drei Gründer wären viel, wenn man nicht komplementär gleich stark wäre. Es bräuchte „Rockstars“ in den Bereichen Design, Marketing und Finanzen. Er und sein Team müssten im Fall der Fälle Kontakte zur Ski-Szene erst aufbauen und das Gründer-Trio coachen. Die Idee würde ihn reizen, weil es eine „echte Erfindung“ sei, jedoch fehle es ihm an der Team-Stärke. Er ging ohne Angebot. Snowboarder Thelen blieb als letzte Hoffnung über.

Aus Passion ein Angebot

Seine Kollegen wollten den letzten Löwen überzeugen. Und es gelang ihnen. Thelen bot aus Passion am Sport 200.000 Euro für 30 Prozent, obwohl er relativ skeptisch und vorsichtig den potentiellen Markt für das Produkt kalkulierte. Den Gründern war das jedoch zuviel uns sie meinten, mehr als 20 Prozent könnten sie nicht abgeben. Es kam überraschenderweise nicht zum Deal. Judith Williams und ihre Kollegen fassten die Entscheidung nicht und meinten sinngemäß, die Gründer wüssten nicht, was sie tun.


⇒ Mellow Monkey

⇒ Soccer Performancesack

⇒ Easy Pan

⇒ ahead

⇒ Die Pferde App

⇒ CLEW

==> DHDL-Folgen zum Nachsehen auf TVNOW

==> DHDL

Redaktionstipps
Deine ungelesenen Artikel:
27.05.2026

Schwache Glieder im IT-Ökosystem der Unternehmen als Einladung für Cyber-Attacken

Der jüngste KI-Betrugsfall rund um das niederösterreichische Startup poptop zeigt, wie professionell und erfolgreich Cyberkriminelle inzwischen vorgehen. Eine aktuelle KPMG-Studie bestätigt den Trend: Angriffe werden nicht nur häufiger, sondern durch den Einsatz von KI auch deutlich raffinierter – und stellen Unternehmen zunehmend vor neue Sicherheitsrisiken.
/artikel/schwache-glieder-im-it-oekosystem-der-unternehmen-als-einladung-fuer-cyber-attacken
27.05.2026

Schwache Glieder im IT-Ökosystem der Unternehmen als Einladung für Cyber-Attacken

Der jüngste KI-Betrugsfall rund um das niederösterreichische Startup poptop zeigt, wie professionell und erfolgreich Cyberkriminelle inzwischen vorgehen. Eine aktuelle KPMG-Studie bestätigt den Trend: Angriffe werden nicht nur häufiger, sondern durch den Einsatz von KI auch deutlich raffinierter – und stellen Unternehmen zunehmend vor neue Sicherheitsrisiken.
/artikel/schwache-glieder-im-it-oekosystem-der-unternehmen-als-einladung-fuer-cyber-attacken
Cyber-Attacken, Cybersecurity, KI-Scam
© KPMG/Eva Kelety - (v.l.) Andreas Tomek, Michael Höllerer und Robert Lamprecht.

Cyberangriffe auf heimische Unternehmen sind in den vergangenen zwölf Monaten – auch wenn diese bereits auf hohem Niveau waren – noch einmal mehr geworden. 25 Prozent der Befragten in einer aktuellen KPMG-Studie sagen, dass Cyberangriffe auf ihr Unternehmen stark bzw. eher zugenommen haben. Jeder achte registrierte Cyberangriff war dabei erfolgreich und überwand die Sicherheitsbarrieren der Unternehmen. Der Trend, der sich abzeichnet: Cyberangriffe werden effizienter, nicht harmloser. Heute dominieren unauffällige und mit KI strategisch orchestrierte Angriffe das Bild.

Diese Erkenntnisse aus der KPMG-Studie lassen sich mit einem konkreten Beispiel der jüngsten Vergangenheit gut belegen und zeigen, wie gefährlich Unachtsamkeit in so einem Fall sein kann.

Niederösterreichisches Startup als jüngstes Beispiel

Letzte Woche wurde – wie brutkasten berichtete – das NÖ-Kindermöbel-Startup poptop Opfer eines KI-Scams. Und überwies 41.000 Euro an eine dubiose US-Firma. Dabei wurden interne Zahlungsfreigaben per KI-generierter Mail täuschend echt imitiert. Man konnte den überwiesenen Betrag mithilfe der Bank zurückbekommen.

Doch KI- und Cyberangriffe kommen nicht nur über E-Mail, wie die Untersuchung weiter ausweist.

Die Top-Angriffsarten sind in diesem Jahr Malware über E-Mail-Anhänge (von 78 Prozent der Unternehmen berichtet), (Spear-)Phishing über Links (69 Prozent), die Ausnutzung von Hardware-/Software-Schwachstellen (58 Prozent), Business-E-Mail-Compromise, also CEO-/CFO-Fraud (57 Prozent), sowie Scam-Anrufe (52 Prozent).

Abgenommen haben im Vergleich zum Vorjahr Denial-of-Service-Attacken, Scam-Anrufe und (Spear-)Phishing-Angriffe. Gestiegen sind unter anderem die Umgehung der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) sowie Angriffe gegen Industriesteuerungsanlagen (OT).

Neu hinzugekommen ist das Ausnutzen von Hardware-/Software-Schwachstellen, was verdeutlicht, dass KI die Art der Angriffe in den letzten zwölf Monaten wesentlich verändert hat.

  • Die Hälfte aller Angriffe (50 Prozent) lässt sich auf organisierte Kriminalität zurückführen.
  • Jeder zehnte Angriff wird von staatlich unterstützten Akteuren ausgeführt.
  • Jedes vierte von Ransomware betroffene Unternehmen gibt an, die Lösegeldforderungen bezahlt zu haben.
  • In 40 Prozent der Angriffsfälle war ineffektives Patch-Management das Einfallstor.

Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln

„Wir stehen mit KI an einem Wendepunkt und bewegen uns weg von einer Welt, die auf klaren Regeln, bekannten Mustern und nachvollziehbaren Reaktionen basiert, hin zu Systemen, die Entscheidungen zunehmend autonom treffen und die wir nicht immer vollständig nachvollziehen können. Die zentrale Frage ist daher nicht nur, ob KI eingesetzt wird, sondern ob sie steuerbar bleibt“, beschreibt KPMG-Partner und Studienautor Robert Lamprecht die aktuelle Lage.

Besonders kritisch sei zudem die Verkürzung der Zeitspanne zwischen dem Auffinden von Schwachstellen und deren Ausnutzung durch die Angreifer. Was früher Tage oder Wochen gedauert hat, kann heute in wenigen Stunden passieren. Gleichzeitig herrsche in Unternehmen eine spürbare Skepsis, ob KI tatsächlich zur Verbesserung der Cybersicherheit beiträgt (nur 33 Prozent Zustimmung), da die Vorteile aktuell stärker aufseiten der Cyberkriminellen gesehen werden.

  • Für jedes zweite befragte Unternehmen (50 Prozent) stellen KI-unterstützte Cyberangriffe die größte Herausforderung dar.
  • 47 Prozent geben an, dass bei Cyberangriffen gegen ihr Unternehmen verstärkt KI eingesetzt wird. 28 Prozent haben sich mit dem Einsatz von KI zur Verbesserung der eigenen Cybersicherheit beschäftigt.
  • Bei 61 Prozent führten Anwender:innenfehler bei der Nutzung von KI zu Cybersicherheits- und Datenschutzvorfällen sowie Know-how-Abfluss.

Laut der, zum elften Mal in Folge veröffentlichten, Studie bringen zudem KI-Systeme und zunehmende Vernetzung Unternehmen unter Druck, da Kontrolle und Überblick über komplexe Abhängigkeiten schwinden. Besonders die Lieferkette gilt als kritisches Einfallstor: Angreifer nutzen gezielt schwache Glieder im IT-Ökosystem, wodurch ganze vernetzte Strukturen gefährdet werden.

So waren bei 39 Prozent der Unternehmen die eigenen Dienstleister oder Lieferanten innerhalb der letzten zwölf Monate Opfer eines Cyberangriffs; bei weiteren 14 Prozent gab es zumindest einen entsprechenden Verdacht. Derartige Vorfälle bleiben oft nicht ohne direkte Konsequenzen für die Auftraggeber: Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) berichtet, dass ein Vorfall bei einem Dienstleister oder Lieferanten in der Folge auch zu einem Angriff auf das eigene Haus geführt hat. Dementsprechend groß ist die Verunsicherung hinsichtlich der IT-Sicherheit in der Lieferkette. 31 Prozent der Betriebe treibt die Sorge um, dass ihre Zulieferer nicht dieselben hohen Sicherheitsstandards einhalten wie sie selbst und dadurch zu einem gefährlichen Einfallstor für Angreifer werden.

„Es geht nicht darum, Lieferanten als Risiko zu sehen. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass unsere Vernetzung unsere größte Stärke und gleichzeitig unsere größte Verwundbarkeit ist“, betont KPMG-Partner Andreas Tomek.

Digitale Souveränität als Antwort auf Cyber-Attacken

Digitale Souveränität – so der Bericht weiter – sei ein Eckpfeiler wirksamer Cybersicherheit: Nur wer Kontrolle über Daten und Infrastruktur behalte, könne Abhängigkeiten reduzieren und im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Laut Studie sind jedoch 70 Prozent der Unternehmen stark von digitalen Technologien aus dem Ausland abhängig, 69 Prozent beziehen Cybersicherheitsanwendungen von dort – und mehr als die Hälfte könnte im Ernstfall nicht länger als drei Monate ohne diese auskommen.

Außerdem ende Cybersicherheit nicht bei technischen Schutzmaßnahmen: Fallen Cloud-Lösungen oder Plattformen plötzlich aus, geraten Unternehmen schnell in reale Existenzprobleme. Andreas Tomek dazu: „Für digitale Souveränität ist es notwendig, dass Unternehmen ihre strategische Ausrichtung neu denken und Abhängigkeiten klar identifizieren und analysieren.“

Staat doch gefragt

All dies sowie steigende Komplexität und Dynamik der Bedrohungslage führen den Autoren zufolge zu einer zentralen Erkenntnis: Cybersicherheit sei nicht länger ein optionales Investitionsthema, sondern eine Voraussetzung für stabile Geschäftsmodelle in einer digitalisierten Wirtschaft.

Unternehmen sehen hierbei den Staat zunehmend als aktiven Partner in Sachen Cybersicherheit: „Wir brauchen nicht nur das Miteinander von Unternehmen, Behörden sowie Forschungs- und Technologieeinrichtungen auf nationaler Ebene: Vielmehr braucht es eine gemeinsame europäische Kraftanstrengung in einem geopolitisch volatilen Umfeld, um die digitale Sicherheit von Unternehmen zu unterstützen“, sagt Michael Höllerer, Präsident des KSÖ (Kompetenz­zentrum Sicheres Österreich) und aktuell noch Generaldirektor von Raiffeisen NÖ-Wien.

„Eine Welt, in der wir den Angreifern gezeigt haben, wie schnell verwundbar wir sind“

Und Robert Lamprecht ergänzt: „Es ist eine Welt, in der wir den Angreifern gezeigt haben, wie schnell wir heute verwundbar sind. Im Wettlauf gegen die Cyberkriminellen sind wir um viele Plätze zurückgefallen, und das Momentum liegt eindeutig auf der Seite der Angreifer. Angriffe werden dort erfolgreicher, wo Verteidigung zu spät, zu langsam oder zu bequem ist. Das ist kein Grund für Alarmismus, aber ein guter Grund für Cybersecurity. Wer hier noch auf Zeit spielt, wird irgendwann überholt. Nicht die Bedrohung ist neu. Neu ist nur die Geschwindigkeit. Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet heute nicht mehr, ob sie in Cybersicherheit investieren sollen, sondern ob sie es sich leisten können, es nicht zu tun.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Höhle der Löwen Folge 7: Schnellster Deal der Geschichte und naschende Investoren