22.01.2026
FINANZIERUNG

HMW Mobility: Zweirad-Startup holt sich sechsstelliges Investment von Branchen-Spezialist RBO

Die auf Ersatzteile für historische Zweiräder spezialisierte RBO Ing.-Stöckl GmbH steigt als Lead-Investor bei HMW Mobility ein. Das niederösterreichische Startup erhält damit nicht nur frisches Kapital, sondern auch operative Unterstützung in Logistik, Vertrieb und Service.
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Mitgründer und Geschäftsführer Michael Hofbauer | (c) Martin Pacher | brutkasten

Das niederösterreichische Zweirad-Startup HMW Mobility bekommt frisches Kapital und einen strategischen Partner. Die RBO Ing.-Stöckl GmbH steigt im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit einem substanziellen, sechsstelligen Betrag als Lead-Investor ein. Neben dem Kapital übernimmt RBO eine operative Schlüsselrolle, insbesondere in den Bereichen Logistik, Vertrieb und Service, wie das Startup nun bekannt gab.

HMW Mobility positioniert sich im Segment elektrischer Leichtfahrzeuge sowie klassischer Motorräder im 125cc-Bereich. Das Unternehmen adressiert laut eigenen Angaben urbane Nutzer:innen, Wiedereinsteiger:innen sowie Kund:innen, die einen niederschwelligen Zugang zur motorisierten Zweiradmobilität suchen – sowohl im E-Mobility- als auch im Verbrenner-Segment. 2024 präsentierte das Unternehmen seine Modell-Palette einer internationalen Öffentlichkeit auf EICMA in Mailand – eine der größten Motorradmessen weltweit (brutkasten berichtete von vor Ort).

Operativer Partner mit Branchenfokus

Dem Investment gingen laut HMW Mobility eine bereits bestehende Zusammenarbeit im Bereich Fulfillment voraus. RBO tritt dabei nicht als klassischer Finanzinvestor auf, sondern als operativer Partner. Die RBO Ing. Stöckl GmbH ist auf die Ersatzteilversorgung für historische Zweiräder spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf Puch-Motorrädern, -Rollern, -Mopeds und Kleinkrafträdern, insbesondere aus den 1950er-Jahren aufwärts. In kleinerem Umfang beliefert das Unternehmen auch Marken wie KTM, Lohner, BMW und eben HMW.

(c) HMW Mobility GmbH

Diese Erfahrung soll künftig direkt in den Aufbau von HMW Mobility einfließen – etwa beim Aufbau stabiler Lieferketten, bei der Händleranbindung sowie im After-Sales-Bereich. Ziel ist es, die Organisation auf weiteres Wachstum auszurichten und operative Risiken zu reduzieren.

Umfirmierung und Standortwechsel

Im Zuge des Einstiegs von RBO wurde auch die Gesellschaftsstruktur geschärft. Die bisherige Acceleration Hub GmbH firmiert nun unter HMW Mobility GmbH, um den Markenauftritt klarer zu positionieren. Gleichzeitig übersiedelte das Unternehmen von Wien nach Stetten (Niederösterreich), wo künftig Logistik, Verwaltung und Showroom gebündelt werden.

Das frische Kapital soll laut Unternehmen vor allem in den Personalaufbau, den Bestandsaufbau sowie in die Professionalisierung des Vertriebs und die Absicherung der Supply Chain fließen.

Produktportfolio und Wachstum

Aktuell vertreibt HMW Mobility zwei Produktlinien mit jeweils drei Modellen. Das Portfolio umfasst vollelektrische Fahrzeuge in den Klassen L1e und L3e sowie klassische 125cc-Motorräder. 2025 konnte das Unternehmen erste Fahrzeuge in Österreich absetzen. Für 2026 plant HMW Mobility eine deutliche Steigerung und rechnet mit einer hohen dreistellige Absatzmenge.

(c) HMW Mobility GmbH

Wachstumstreiber soll vor allem der systematische Ausbau des Händlernetzes sein. Neben Österreich stehen Deutschland, die Schweiz sowie weitere Märkte in Zentral- und Osteuropa im Fokus. Die neue operative Struktur soll es ermöglichen, diese Märkte parallel zu entwickeln und die Marke breiter zu positionieren.

Crowd-Investment als Ergänzung

Ergänzend zum Einstieg von RBO öffnet sich HMW Mobility auch für weitere Investor:innen. Über Conda Capital Market begibt das Unternehmen Genussscheine im Volumen von bis zu 750.000 Euro. Eine Beteiligung ist ab 250 Euro möglich. Das Kapital soll unter anderem in den Vertrieb, den Ausbau des Händlernetzes sowie in die Weiterentwicklung des Produktportfolios fließen.

„Wir glauben an eine breite Community, die nicht nur investiert, sondern die Marke mitträgt. Crowd statt Konzernkapital; gerade in einer Phase des industriellen Umbruchs ist dieses Modell besonders stark“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Michael Hofbauer.

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Guive Balooch (c) L'Oréal Groupe

Auf der VivaTech in Paris, Europas größter Tech- und Startup-Messe, hat L’Oréal Mitte Juni eine weitreichende KI-Kooperation mit OpenAI vorgestellt: Künftig sollen Konsument:innen Make-up-Looks direkt im ChatGPT-Umfeld ausprobieren, die Produktsuche der Marken von Lancôme bis Kérastase wird in den USA innerhalb von ChatGPT gestärkt, und im Forschungslabor kartiert der Konzern mithilfe eines spezialisierten OpenAI-Modells das Hautmikrobiom.

brutkasten war vor Ort und hat am Rande der Messe mit Guive Balooch gesprochen, der bei L’Oréal vor rund fünfzehn Jahren den Technologie-Inkubator aufgebaut hat und heute als Global Vice President für Tech und Open Innovation die Partnerschaften des Konzerns verantwortet. Im Gespräch erklärt er, wie der Weltkonzern seine Partner auswählt, wo überall KI zum Einsatz kommt und welche Rolle das übrige Innovationssetup spielt, von Corporate-Venture-Investments in Startups bis zur hauseigenen Forschung. Es geht also um die Frage, wie der weltgrößte Beauty-Konzern seine Beauty Tech vorantreibt.


L’Oréal hat im Rahmen der VivaTech 2026 die Kooperation mit OpenAI verkündet. Was eröffnet das für L’Oréal?

Zu unserer KI-Strategie gehört, dass wir – in den unterschiedlichen Anwendungsfeldern – mit den jeweils Besten zusammenarbeiten wollen. Mit NVIDIA beispielsweise kooperieren wir über deren Plattform Alchemy, um Moleküle zehnmal schneller zu entwickeln, als wir das früher im Labor konnten. Mit Anthropic wiederum arbeiten wir an Enterprise-Lösungen. Und OpenAI ist für uns der richtige Partner, weil das Thema Conversation boomt: Menschen holen sich zunehmend über KI-Plattformen Rat. Wir haben über zehn Jahre einzigartige Services wie den Lancôme Skin Screen, den Lancôme Shade Finder oder L’Oréal Paris‘ Beauty Genius aufgebaut. So geben wir Konsument:innen die passgenaue Information zu ihrer Beauty-Routine an die Hand – und dies dank Partnern wie OpenAI so präzise wie möglich.

Sie nutzen die Modelle auch zur Erforschung des Hautmikrobioms. Was erhoffen Sie sich?

Dafür nutzen wir das Modell von NVIDIA. Wenn man im Labor ein neues Molekül entdecken will, muss man Tausende von ihnen nach dem Trial-and-Error-Prinzip testen, das dauert lange. Beim Mikrobiom haben Sie Milliarden Mikroben auf der Haut. Mit Alchemy beschleunigen wir diesen Prozess bei der Entdeckung neuer Inhaltsstoffe stark, das macht uns mehr als zehnmal schneller. Es geht nicht um Sekunden, es steckt weiter viel Wissenschaft dahinter. Aber für das Innovationstempo ist das ein Gamechanger.

Longevity war schon im Vorjahr ein Thema. Wie hat sich das Feld entwickelt?

Longevity wird Jahr für Jahr wichtiger – in Health, Wellness, Fitness und Beauty. Die Menschen wollen nicht nur länger leben, sondern besser. Das reicht bis in die Beauty: es geht vor allem um gesündere Haut, wir wollen so lange wie möglich jung aussehen. Vor zwei Monaten haben wir mit Lancôme unsere erste Produktreihe dazu gelauncht, Absolue Longevity MD. Das Herzstück jedes Produkts ist Mitopure – die einzige klinisch getestete Form von Urolithin A, welches die Mitochondrien, die Energiequellen unserer Zellen, verjüngt. Mitopure wurde von unserem Partner im Bereich Longevity, Timeline, entwickelt. Timeline verfügt über einen der weltweit besten Wirkstoffe zur Stimulierung der mitochondrialen Aktivität in Zellen.

Nach welchen Trends suchen Sie, wenn Sie über Ihren CVC-Arm investieren?

Wir investieren nur in Plattformen, mit denen wir langjährig Innovation aufbauen können. Longevity gehört klar dazu – dies wird den Anti-Aging-Markt zu einem neuen Well-Aging-Markt erweitern. Auch Supplements, also der Ansatz zwischen Nutrikosmetik und Topicals, sind ein spannendes Feld, ebenso Biotech-Inhaltsstoffe, die heute skalierbar werden, was sie vor zwanzig Jahren nicht waren. Und Tech: Wir haben in das führende chinesische Technologieunternehmen ZUVI investiert, woraus der Haartrockner AirLight Pro entstand; im Biotech-Bereich in ein Unternehmen aus San Diego um Pionierarbeit bei bioidentischen, nachhaltigen Inhaltsstoffen zu leisten;  im Longevity-Bereich in Timeline.

Ein großes Thema am VivaTech ist die technologische Souveränität Europas. Wie nehmen Sie das wahr?

Für uns bei L’Oréal bedeutet europäische Technologiesouveränität vor allem die große Chance, durch die einzigartige Verbindung von lokaler wissenschaftlicher Exzellenz, einem starken Startup-Ökosystem und globaler Open Innovation die Zukunft der personalisierten Beauty Tech selbstbestimmt und führend mitzugestalten. Unser Fokus liegt dabei ganz klar auf der konkreten Consumer Journey. Das Wichtigste sind für uns die Konsument:innen, die  anspruchsvoll sind und genau auf sie zugeschnittene Informationen brauchen. Wir werden alles tun, um ihnen diese auf die ethischste, präziseste und wissenschaftlich fundierteste Weise zu liefern – das geht sehr oft ohne KI, manchmal noch besser mit.

Kommen genügend Startups aus Europa in Ihren Deal Flow?

Absolut. Wir machen heute gleich viele Startup-Deals in Asien, Europa und den USA. Wir beobachten ein starkes Wachstum in den Bereichen Biotech, Longevity, Supplements und nachhaltige Produktentwicklung, und in allem steckt KI: Die meisten Startups, selbst im Biotech, sind ohne KI-Plattform nicht mehr wettbewerbsfähig. Meine Überzeugung als Wissenschaftler ist, dass geografische Grenzen immer weniger eine Rolle spielen. Am Ende setzen sich die besten Ideen durch.

Wie stark wächst Beauty Tech innerhalb von L’Oréal?

Wir investieren jährlich 1,3 Milliarden in R&I und 1,5 Milliarden in Tech, also nahezu gleich viel. Als ich das Team vor fünfzehn Jahren gegründet habe, ging es in erster Linie darum, Konsument:innen zu begeistern. Heute steckt Technologie in allem: in den Laboren, in der molekularen Forschung, in Marketing und Kreation. Das ermöglicht uns, schneller und besser zu liefern, was unsere Konsument:innen wollen.

Was werden wir nächstes Jahr hier sehen?

Ich wünschte, ich wäre Hellseher. Aber ich bin in einem Punkt sicher: Wir werden mehr Devices sehen, die uns Dinge ermöglichen, die unsere Hände nicht können, und wir werden mehr biologische Einblicke in die Haut haben. Zudem werden wir die ersten konkreten Erfolge unserer Kooperationen im Bereich der Conversational AI erleben – mit neuartigen Services, die unsere digitale Beratung auf ein neues Level heben.

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