22.04.2024
GASTBEITRAG

Hinter Innovation steht Marketing: Wie ein (un)gleiches Paar Innovation zur Norm macht

Gastbeitrag. Olivia Lancerotto spricht über die Rolle von Marketing in innovativen Unternehmen - passend zum gestrigen Welttag der Innovation.
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Olivia Lancerotto (c) Nikki Harris

Der Welttag der Innovation am 21. April 2024 soll Menschen dazu ermutigen, ihren Ideen freien Lauf zu lassen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das feiere ich. Die Gefahr bei Jahrestagen ist nur, dass allzu gerne gefeiert und an Ideen von einer besseren Zukunft geträumt wird, im Alltag aber dann davon nur wenig zu spüren ist. Sprich, es mangelt an Umsetzung der hehren Ziele. Woran liegt das?

Wenn mangelnde Kommunikation Innovationen scheitern lässt

Außergewöhnliche Ideen lassen sich meist nicht allein umsetzen. Wer Grenzen überschreitet, muss kommunikative Brücken bauen, um sowohl unternehmensinterne Unterstützung als auch unternehmensexterne Kooperationen zu sichern.

95% aller Ideen scheitern. Nicht nur, aber auch aufgrund fehlender Kapazitäten, um durch geeignete Botschaften Silodenken abzubauen und ein Unterstützer*innen-Netzwerk für Veränderung aufzubauen. Während viel Kraft in die richtigen Innovationsstrategien, -prozesse und -methoden gesteckt wird, bekommt das Thema Kommunikation nur wenig Aufmerksamkeit.

Denn die große Frage ist: Wer ist im Konzern für die Kommunikation von Innovation(stätigkeiten) verantwortlich?

Innovationsverantwortliche konzentrieren sich auf ihr Innovations-Business: Die Vermarktung ist oft die einzige Phase im Prozess, die nicht mehr in ihren Händen liegt. Marketingverantwortliche konzentrieren ihre Ressourcen auf das gewinnbringende Kerngeschäft.

Das frustrierende Ergebnis aus Innovationssicht: „Wir machen so viele tolle Sachen. Nur keiner weiß davon (außerhalb der Innovationsbubble).“ Intern nicht und schon gar nicht der Markt.

Eine starke Innovationskultur als Erfolgsfaktor

So lange Innovation im Unternehmen kaum wahrnehmbar ist bzw. eine Außenseiterrolle spielt, wird die Umsetzung von Innovation auch die Ausnahme bleiben. Ein Teufelskreis, der nur durch eine starke Innovationskultur gebrochen werden kann:

Nur wenn alle Mitarbeitenden Innovation nicht als shiny Hobby der Chefetage oder Image-Mascherl belächeln, sondern als Garantie in die Zukunft begreifen und mitmachen können, dürfen und wollen, kann Innovation auch die für die Umsetzung notwendige Unterstützung erfahren.

Sei es durch das Sammeln (was in den meisten Unternehmen noch am besten funktioniert) als auch durch die zur Verfügungstellung der notwendigen Ressourcen für die Ausarbeitung, Umsetzung und Vermarktung von Ideen.

Change needs a winning team

Innovationskultur bedeutet aber mehr als die Einführung einer Ideen-Plattform und ein paar Methoden-Trainings. Um Innovationskultur wirklich „in den Griff“ zu bekommen muss ein Portfolio an richtigen Kommunikationsbotschaften, -kanälen und -formaten bespielt werden. Kurz: es braucht professionelle Kommunikation für verschiedene Zielgruppen.

Die Voraussetzung dafür ist ein absolut aufeinander abgestimmtes Dream Team aus Innovation und Marketing. Eines, das sich nicht nur an Jahrestagen pflichtbewusst zunickt, sondern im Alltag harmonisch und respektvoll aufeinander abgestimmt ist und gemeinsam Sichtbarkeit für Innovation nach innen und nach außen schafft. Das ist nicht immer selbstverständlich.

Hier sind 5 Tipps für eine gelungene Partnerschaft auf Augenhöhe:

  1. Gemeinsame Ziele

Nichts verbindet so sehr wie gemeinsame Visionen und Werte. Einerseits müssen die Ziele beider Unternehmensbereiche dem jeweilig anderen klar sein. Andererseits haben sie wahrscheinlich mehr gemeinsam als sie denken.

  1. Respekt

Aktives Zuhören und Einblick in die andere Abteilung kann helfen, das gegenseitige Verständnis und Miteinander zu verbessern. Walk in each others shoes.

  1. Gleichberechtigung.

Eine faire Arbeitsteilung je nach verfügbaren Kompetenzen und Ressourcen ist der Grundstein für ein harmonisches Miteinander und sorgt für den nötigen Teamgeist, um gemeinsam etwas Großes zu erreichen.

  1. Grenzen setzen

Es ist wichtig, dass sich Innovation und Marketing aber auch weiterhin als unabhängig voneinander wahrnehmen und Eigenverantwortung für abgegrenzte Bereiche übernehmen.

  1. Transparente Kommunikation

Silodenken wird durch stete und offene Kommunikation zwischen den Abteilungen entgegengewirkt. Austausch mit Gleichgesinnten kann ebenfalls inspirierend und bereichern wirken. Gelegenheit dazu gibt es beim nächsten INNCOMMON Community Meeting am 28. Mai 2024 in der ÖBB Open Innovation Factory: Die Community für Innovationskommunikation verbindet Innovations- und Kommunikationverantwortliche mit dem Ziel, nachhaltige Innovationen durch mehr Sichtbarkeit erfolgreich umzusetzen.

Das Fazit

Was Peter Drucker als die „einzigen Funktionen im Unternehmen“ zusammenführt, soll der Mensch nicht trennen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Innovation und Marketing ist einer der größten Hebel, um die Umsetzung von Innovation im Unternehmen zur Norm zu machen.

Über die Autorin

Olivia Lancerotto verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Innovationsmarketing in internationalen Konzernen. Als selbstständige Beraterin setzt sie sich für die Umsetzung von Innovationen für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein, indem sie Innovations- und Kommunikationsverantwortliche mit Strategie- und Proessentwicklung unterstützt. Neben ihrer Beratungstätigkeit organisiert sie im Rahmen des INNCOMMON Netzwerks regelmäßig Community-Treffen für den praxisnahen Austausch zu Innovationskommunikationsthemen.

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v.l. Thomas Gegenhuber, Linzer Wirtschafts- und Finanzstadtrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz mit dem Tabakfabrik-Geschäftsführungs-Duo Denise Halak und Markus Eidenberger | (c) TabakfabrikLinz / MecGreenie
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Das Open Innovation Center/LIT, der Impact Hub Vienna, WeXelerate, Unicorn Graz und Startup Salzburg aus Österreich; die Founders Foundation, die Kreativbehörde Regensburg, das Gründerhaus Nürtingen und das WERK1 in München aus Deutschland; dazu der 1535° Creative Hub aus Luxemburg und das Economic Centre Krakau aus Polen – diese Innovations-Hubs sind Teil einer neuen, von der Tabakfabrik Linz initiierten Allianz.

Ziel der „Interessensgemeinschaft“ sei, Partner:innen aus den jeweiligen Netzwerken, Jungunternehmer:innen, Startups und Unternehmen, leichteren Zugang zu den anderen Standorten, Märkten und Industrien zu ermöglichen, heißt es von der Tabakfabrik. „Die Partner:innen vernetzen sich international, um voneinander zu lernen und Innovationen zu beschleunigen.“

Bis zu fünf Tage in Partner:innen-Hubs arbeiten

„Gemeinsam fördern wir den internationalen Austausch. So können ausgewählte Unternehmen für bis zu fünf Tage in einem unserer Partner:innen-Hubs arbeiten, sie erhalten dort gezielten Zugang zu lokalen Netzwerken und Märkten“, erläutert Denise Halak, Geschäftsführerin der Tabakfabrik Linz. „Unsere Partner:innen öffnen ihre wichtigsten jährlichen Veranstaltungen für das internationale Netzwerk und fördern so den Austausch und die Sichtbarkeit.“

Alle zwölf Institutionen würden als direkte Verbindung in ihr städtisches Umfeld fungieren, so Halak. „Mit vielen davon verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit, die wir nun vertiefen.“ Markus Eidenberger, ebenfalls Geschäftsführer der Tabakfabrik Linz, ergänzt: „Besonders freut uns die Kooperation mit dem WERK1, dem digitalen Gründungszentrum im Münchner Werksviertel. Uns verbindet eine jahrelange Partnerschaft mit dem 39 Hektar großen Areal – unsere Tabakfabrik und das Werksviertel waren immer wieder gegenseitige Vorbilder für die Transformation ehemaliger Industriegelände.“

„Bridge Office“ in der factory300

In der Tabakfabrik wurde dazu ein „Bridge Office“ in der factory300 eingerichtet, in dem unter anderem Besucher:innen aus den anderen Hubs arbeiten können. „Dieser Raum steht der Wirtschafts- und Innovationsabteilung der Stadt Linz sowie der Tabakfabrik Linz zur Verfügung, ebenso allen Partner:innen des neuen Bündnisses, wenn sie in Linz neue Kontakte knüpfen möchten“, erklärt Ana Zuljevic, Abteilungsleiterin für Wirtschaft und Innovation am Magistrat Linz.

Das Bridge Office in der Tabakfabrik Linz | (c) Tabakfabrik Linz
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