09.02.2021

Hero: Novomatic-Tochter kauft Wiener E-Sport-Wetten-Blockchain-Startup

Exit: Das Wiener Startup Hero mit seiner Blockchain-basierten E-Sport-Wetten-Plattform wird von der Novomatic-Tochter Greentube aufgekauft.
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Hero Greentube - vlnr. Philip Peinsold, Michael Bauer und Paul Polterauer | (c) Greentube
Hero Greentube - vlnr. Philip Peinsold, Michael Bauer und Paul Polterauer | (c) Greentube

Längere Zeit lang war es nun ruhig um das Wiener Startup Hero, das unter anderem mit dem ersten ICO nach österreichischem Recht einer breiteren interessierten Öffentlichkeit bekannt wurde. Über seine Blockchain-basierte Plattform herosphere.gg bietet es Sportwetten im E-Sport-Bereich an. Laut eigenen Angeben gibt es momentan rund 300.000 User.

Nun wird das Wiener Startup in eine größere Konzernstruktur eingegliedert. Greentube, Tochterunternehmen des Glückspiel-Riesen übernimmt das Unternehmen (Byte Heroes GmbH). An diesem waren neben den Gründern Paul Polterauer, Philip Peinsold und Bernhard Blaha (bereits vor einiger Zeit operativ ausgeschieden) unter anderem Michael Altrichter, startup300 (Pioneers Ventures II) und die MyWorld (ehem. Lyoness)-Tochter 360 Innovation Lab (derzeit in Liquidation) beteiligt. Über den Kaufpreis machten Greentube und Hero bislang keine Angaben.

Greentube betritt nach Hero-Akquisition Neuland

Greentube, das nach Selbstdefinition die „interactive division“ von Novomatic ist, will über die Akquisition ins E-Sport-Wettgeschäft einsteigen. CFO/CGO Michael Bauer kommentiert: „Mit den einzigartigen Produkten von Hero haben wir ein innovatives und spannendes Unternehmen erworben, mit dem wir Neuland betreten werden. Der E-Sport- und Blockchain-Bereich bietet eine Menge Möglichkeiten für den Gaming-Sektor und wird uns als Unternehmen neue Türen öffnen“.

Hero CEO Paul Polterauer kommentiert: „Von einem so renommierten Unternehmen wie Greentube übernommen zu werden, ist ein großer Beweis für die harte Arbeit, die wir in die Entwicklung und Weiterentwicklung unserer Produkte gesteckt haben“. Und Co-Founder und CTO Philip Peinsold sagt: „Durch unsere Blockchain-Technologie haben wir unser Ziel erreicht, den Wettmarkt zu revolutionieren und das soziale Element mit dem Peer-to-Peer-Ansatz zurückzubringen. Greentube teilt unsere Vision, die Branche zu erneuern, und wir sind begeistert, dass wir nun unsere Kräfte bündeln. Gemeinsam werden wir unsere Produkte weiterentwickeln und den Spielern etwas Neues bieten.“

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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