28.09.2017

Hengstschläger: „Gene sind nur Bleistift und Papier“

Der Mensch sei nicht nur auf seine Gene reduzierbar, sagt Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts für Medizinische Genetik. Gene sind die Grundausstattung aber wie Talente entdeckt und gefördert werden, bestimmt letztendlich wieviel wir aus unseren Grundvoraussetzungen machen können. Am 12.10. 2017 spricht Hengstschläger am Austrian Innovation Forum in Wien. Interview von Julia Weinzettl
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Autor und Wissenschafter Markus Hengstschläger.

Sie sind preisgekrönter Genetiker, dennoch hat eines Ihrer wichtigsten Themen, die Abwendung vom Durchschnitt, und die Erkenntnis und Anwendung der eigenen Talente, gar nichts mit Genetik zu tun. Wie verbinden Sie die beiden Themen?

Wie viel Talent angeboren ist und welchen Einfluss die Umwelt hat, ist die wahrscheinlich am stärksten diskutierte Frage dabei. Ich sage: Der Mensch ist bei seinen Talenten auf jeden Fall nicht auf seine Gene reduzierbar. Gene sind nur Bleistift und Papier, die Geschichte schreibt jeder selbst. Ohne Übung geht nichts, aber Üben führt nicht bei jedem zum Gleichen – weil jeder eben auch genetisch individuell ist.

In Ihrem Buch ‘Die Durchschnittsfalle’ zeigen Sie auf, dass es falsch ist, Kinder an ihren Fehlern zu messen, anstatt zu versuchen, sie in ihren Talenten zu fördern. Wo sollte die Grenze gezogen werden?

Ich bin ein starker Anhänger davon, dass jeder ein gutes und breites Bildungsspektrum erfährt. Meine Angst ist ja nur, dass Kinder einfach zu sehr ausschließlich mit dem Ausbessern ihrer Schwächen beschäftigt werden und ihnen dadurch einfach zu wenig Zeit und Lust bleibt, ihre Stärken zu stärken und diese kreativ und innovativ einzusetzen.

Unternehmen sollen die inter- und intrapersonellen Skills der Mitarbeiter stärken um einen höheren Gehalt an Innovation und Kreativität ins Unternehmen zu bringen. Was sind die Benefits, wie sollen diese Skills gefördert werden?

Intrapersonelle Intelligenz steht bei mir dafür, dass jeder möglichst viel über sich selbst wissen sollten: Wo sind meine Stärken und Schwächen, was will ich und was nicht? Interpersonelle Intelligenz steht für Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Empathie etc. Große Lösungen und Erfolge werden im Team erarbeitet.

Redaktionstipps

Welche Änderungen und Verbesserungen wären in zehn jahren in Ihrem Bereich möglich?

In der Life Science hoffe ich, dass die ersten Patienten mit somatischer Gentherapie oder neuen Stammzelltherapien behandelt werden können. In der Bildungsfrage wünsche ich mir, dass jedes Kind, unabhängig vom Einkommen seiner Eltern, eine faire Chance hat, dass seine individuellen Talente entdeckt und gefördert werden.

Welche Jobs werden wir in Zukunft benötigen, die heute noch keinen Namen haben?

Wie kann ich das wissen? Ich weiß lediglich, dass junge Menschen, die ihre inter- und intrapersonellen Intelligenzen mutig einsetzen, um alte Wege zu verlassen und Neue zu gehen, unsere größte Ressource für die Zukunft sind.

Zur Person

Dr. Markus Hengstschläger arbeitete er an der Yale University in den USA und wurde mit 35 Jahren zum Universitätsprofessor berufen. Heute leitet er das Institut für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien und ist auch als Unternehmer in den Bereichen genetische Diagnostik, Forschung und Entwicklung und Innovationsberatung tätig.

Dieses und mehr spannende Interviews zum Thema Future of Work findet ihr hier.

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Shark Finance Founder Marc Tüchler © Mark Tüchler

Manuelle Aktienanalysen sind zeitaufwendig. Eine Tatsache, die der 20-jährige Marc Tüchler bereits während seiner Schulzeit an einer steirischen HTL erkannte. „Wenn ich für jede Aktie zwei Stunden brauche, wäre ich nach siebeneinhalb Jahren noch nicht einmal fertig bei 25.000 Aktien“, erklärt der Gründer im Interview.

Stattdessen nutzte er seine Programmierkenntnisse, um quantitative Algorithmen zu entwickeln, die den Markt automatisiert filtern. Daraus entstand Shark Finance, eine Plattform, um den zeitlichen Aufwand der Aktienrecherche für Privatanleger zu minimieren.

Der Shark Score: Performance durch logarithmische Kurven

Das Herzstück der Web-App ist der sogenannte Shark Score. Dieser bewertet Unternehmen in den vier Kategorien Wachstum, Profitabilität, Bewertung und Stabilität auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten. Das System basiert auf logarithmischen Kurven, wodurch die Punktzahl bei steigenden Wachstumsraten zunehmend langsamer ansteigt.

Zielgruppe sind laut Tüchler primär Privatanleger, die sich abseits von „typischen Hype-Aktien einen schnellen, datenbasierten Überblick verschaffen wollen“. Ergänzend bietet die Plattform einen „Stockchecker“ mit über 40 Kennzahlen sowie Dashboards für technische Analysen.

Zwischen Gratis-Basisversion und Pro-Features

Seit Jahresbeginn ist Shark Finance Tüchlers Hauptprojekt. Das Startup wurde im vergangenen Oktober gegründet, vor wenigen Wochen folgte der offizielle Launch der Vollversion.

Um die Einstiegshürden niedrig zu halten, existiert neben der Pro-Version für 19,90 Euro pro Monat auch eine kostenlose Basisversion. Diese umfasst Daten zu allen S&P-500-Aktien inklusive Shark Score, wobei die Gesamtmarktdaten hier um eine Woche verzögert ausgespielt werden. In der kostenpflichtigen Version werden Scores für alle Unternehmen ab einer Marktkapitalisierung von einer Milliarde US-Dollar berechnet, wobei die Preisdaten während der Börsenöffnungszeiten live verfügbar sind.

Mit diesem Setup will der junge Solo-Founder nun skalieren und zeigen, dass professionelle Analyse-Tools auch für Privatanleger erschwinglich sein können.

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