28.10.2025
EXPANSION

Hello Inside verkündet Partnerschaft mit Garmin Health und US-Expansion

Der FemTech-Markt wächst. Davon profitieren auch heimische Startups wie Hello Inside: Die Glukose-Monitoring-Lösung des Wiener HealthTechs startet heute in den USA - und vermeldet dabei ein paar namhafte Partner:innen.
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Hello-Inside-Founder:innen Jürgen Furian, Anne Latz, Mario Aichlseder und Vinzenz Weber | Foto: Hello Inside

Das Wiener FemTech-Startup Hello Inside brachte schon einige Schlagzeilen: So schaffte es das Startup in die „World’s Top Health Tech Companies 2025“ laut Time Magazine – brutkasten berichtete diesen September.

Ein Jahr zuvor, im September 2024, holte man sich ein 1,65-Millionen-Euro-Investment, angeführt von Verge Fund und mit strategischen Partnern wie DocMorris, 10xFounders, Simon Capital und Miele Ventures an Bord.

Murray und Demuth bereits investiert

Unter den Investor:innen sind außerdem einige Startup-Schwergewichte wie Amorelie-Founderin Lea-Sophie Cramer, Waterdrop-Founder Martin Murray und Bitpanda CEO Eric Demuth. Bereits das Pre-Seed-Investment des Startups 2021 war siebenstellig – brutkasten berichtete.

Nun vermeldet das FemTech weitere Neuigkeiten: Hello Inside gibt heute den offiziellen Start in den USA bekannt. Ab diesem Monat sei die Lösung des Startups – eine Kombination aus Continuous Glucose Monitoring Sensoren (CGM) und einer KI-basierten Gesundheits-App – in den USA erhältlich.

Hello Inside positioniert dabei sich als Plattform, die „bereits tausende Frauen in Europa bei Herausforderungen rund um PMS, Hormonbalance, Gewichtsmanagement und Wechseljahre unterstützt“.

Flo Living und Clue als US-Partner

Die Expansion in die USA erfolgt mit einer Reihe an strategischen Partnerschaften, die dem Wiener HealthTech ein breites Branchennetzwerk bereitstellen sollen.

Zu den neuen Partnern gehört das FemTech-Unternehmen Flo Living. Die Kooperation gestaltet sich als Forschungspartnerschaft. Untersucht wird dabei, wie eine zyklusorientierte Lebensweise Symptome reduzieren kann.

„Hello Inside zeigt Frauen, wie ihre Ernährungsentscheidungen ihren Blutzuckerspiegel und damit ihre Hormon- und Zyklusgesundheit beeinflussen – und liefert datenbasierte Motivation für Verhaltensänderungen“, sagt Alisa Vitti, Gründerin von Flo Living.

Außerdem als Partnerin gelistet ist die von der Dänin Ida Tin co-gegründete Zyklusapp Clue als strategischer Partner: Die App bietet Hello Inside zu einem Vorteilspreis für Clue-Plus-Mitglieder in den USA an.

Zudem verpartnert sich Hello Inside mit der KI-Organisation „Foundation Health“, die als Telemedizin- und Fulfillment-Partner in den USA wirkt und landesweiten Zugang ab Launch sichern soll.

Integration in Garmin Health

Doch das sind lange nicht die einzigen News: Hello Inside verkündet zudem, „offizieller API-Integrationspartner“ von Garmin Health zu sein. Die Lösung des Startups wird somit gezielt in die Biometrie des Digital-Health-Pioniers integriert, wobei biometrisches Tracking mit metabolischen Gesundheitsdaten speziell für hormonelle Zyklen verbunden wird.

„Die Integration der Garmin-Biometrie ermöglicht Hello Inside ein noch umfassenderes Bild der Stoffwechselgesundheit von Frauen“, sagt Jörn Watzke, Senior Director bei Garmin Health. „Wir sind gespannt, wie diese innovative digitale Gesundheitslösung das Leben von Frauen weltweit verändern kann.“

Überdies sei Hello Inside außerdem für den „Garmin Health Summit Showcase“ an der New Yorker Stock Exchange im Bereich Women’s Health Innovation ausgewählt worden.

USA als logischer Schritt

Die USA erweisen sich als logischer nächster Zielmarkt für das Wiener HealthTech. Wie das Startup in einem Pressebericht vermeldet, hätten rund 70 Prozent der Erwachsenen in den USA Schwierigkeiten dabei, ihr Gewicht zu regulieren. Frauen seien dabei „überproportional betroffen“ – unter anderem, da sie „im Verlauf ihres Lebens mit vielfältigen hormonellen Veränderungen konfrontiert sind. Dem Startup zufolge mangle es dort an „nachhaltiger Unterstützung bei Verhaltensänderungen und Lifestyle-Anpassung“.

Glukose-Monitoring und Coaching per App

Die Lösung des Startups funktioniert wie folgt: Hello Inside kombiniert Glukose-Monitoring mit personalisiertem Coaching. Damit will es aufzeigen, „wie Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress und Hormone die metabolische Gesundheit in Echtzeit beeinflussen“.

Die Plattform greift dabei auf einen umfangreichen Datensatz im Bereich der Frauengesundheit zurück, der klinisch validiert und bereits in europäischen Märkten im Einsatz ist, wie es heißt.

„Entscheidungen beeinflussen Gesundheit“

Mit seiner Expansion will Hello Inside europäische Datenschutzstandards in den US-Markt bringen, wobei unter Einsatz von KI „Personalisierung, Sicherheit und Vertrauen der Nutzerinnen an erster Stelle stehen“ sollen.

„Unsere Plattform zeigt Frauen in Echtzeit, wie ihre Entscheidungen ihre Gesundheit beeinflussen – ein entscheidender Faktor, um Gewicht und hormonelle Veränderungen langfristig zu managen“, sagt Mario Aichlseder, CEO und Co-Founder von Hello Inside.

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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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