23.10.2025
MILESTONE

hello again: Leondinger Scaleup erreicht 1.000-Kunden-Marke

Das Kundenbindungs-Scaleup hello again hat den nächsten Meilenstein erreicht und die 1.000-Kunden-Marke überschritten.
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hello again
© hello again - (v.l.n.r.) Sebastian Auberger, Michael Schöndorfer, Franz Tretter, Mario Pecile.

Die Erfolgsgeschichte von hello again geht weiter. Hat man noch im Dezember 2024 zehn Millionen App-User:innen gefeiert und als nächstes Ziel 1.000 Kunden ausgerufen, so ist man heute dort, wo man damals sein wollte. Und mehr: Mittlerweile greifen 15 Millionen App-User:innen in 28 Ländern auf die Kundenbindungs-App der Oberösterreicher zu und das Ziel aus dem Dezember wurde erreicht. Zudem konnte man das Wachstum um 45 Prozent (Year-over-Year) steigern und kann auf zehn Mio. Euro ARR (Annual Recurring Revenue) blicken.

hello again: 90 Mitarbeiter:innen

„1.000 Kund:innen und der Fortschritt von hello again sind für uns nicht nur Zahlen, sondern ein klares Signal, dass digitale Kundenbindung immer mehr Unternehmen überzeugt. Das Wachstum von 45 Prozent allein in diesem Jahr zeigt, dass wir mit unserer Lösung den Nerv der Zeit treffen. Unser Ziel ist es, diese Entwicklung weiterzuführen und hello again als führenden Loyalty-Anbieter in Europa zu etablieren“, sagt Co-Founder und CEO Franz Tretter, der das Unternehmen gemeinsam mit Sebastian Auberger, Michael Schöndorfer und Mario Pecile gegründet hat.

Das Scaleup verfügt über 90 Mitarbeiter:innen in Österreich und Deutschland und kann renommierte Marken wie Klipp Frisör, L’Osteria, Deichmann, Kölle Zoo oder Müller als Kundenreferenz ausweisen. Zu den wichtigsten Branchen des Unternehmens zählen Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Bäckereien.

Ziel: Nummer 1 in Europa

„Von Anfang an haben wir unser Unternehmen bootstrap-finanziert [Anm. d. Red.: Es gab unter anderem im Jahr 2020 und im Jahr 2022 Investments in das Unternehmen] und sind stolz darauf, dass wir nicht nur profitabel sind, sondern auch ein Wachstum verzeichnen können. Unsere 10 Mio. ARR und 15 Millionen App-User in 28 Ländern sind ein klarer Beweis für den Erfolg unseres Modells und die starke Nachfrage nach einer effizienten und skalierbaren Lösung zur Kundenbindung“, so Tretter weiter. „Unsere Kunden steigern ihren Umsatz und ihre Markenbindung dank unserer Lösung. Gamification und personalisierte Kommunikation erhöhen das Engagement und fördern den Erfolg. Unser Ziel ist es, weiterhin führend in diesen Bereichen zu bleiben und in den kommenden Jahren Player Nummer eins in Europa zu werden.“

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Reploid veröffentlicht Jahresbericht 2025: Komplexes Bild hinter glänzender Fassade

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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Im Juli gab das Welser Scaleup Reploid bereits vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 bekannt, wie brutkasten berichtete. Und große Überraschungen gibt es im nun veröffentlichten kompletten Jahresbericht bei den damals genannten Kennzahlen keine:

Der Umsatz stieg demnach von 5,1 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,9 Millionen Euro im Jahr 2025, das Betriebsergebnis (EBIT) von 1,1 Millionen auf 12,6 Millionen Euro. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro und das Eigenkapital von 4,7 Millionen auf 19,2 Millionen Euro (jeweils zum Stichtag 31.12.). Unterm Strich stehen 9,4 Millionen Euro Gewinn.

Österreichs Scaleup-Musterschüler?

Die Zahlen sprechen für sich, will man meinen. Ist Reploid also Österreichs Scaleup-Musterschüler, dem starkes Wachstum auf allen Ebenen bei steigender Profitabilität gelingt? Ein genauer Blick in den Jahresbericht abseits der Zahlen, die es in die begleitende Presseaussendung geschafft haben, zeigt ein deutlich differenzierteres Bild.

Hoher Gewinn trifft tief negativen Cashflow

In der Presseaussendung nennt Reploid Umsatz, Betriebsergebnis, Bilanzsumme und Eigenkapital. Der Jahresüberschuss und vor allem die Cashflow-Rechnung finden sich nur im vollständigen Bericht. Und dort zeigt sich, dass die Ertragszahlen deutlich von der tatsächlichen Kassenlage abweichen: Dem ausgewiesenen Gewinn von 9,4 Millionen Euro steht ein Minus von nicht weniger als 6,5 Millionen Euro beim operativen Cashflow gegenüber. Hinzu kamen Abflüsse für Investitionen von rund 6,1 Millionen Euro. Diesen Geldbedarf deckte das Scaleup mit frischem Geld von außen: Über Eigenkapitaleinzahlungen von Investoren sowie neue Kredite holte man sich 2025 insgesamt 12,4 Millionen Euro. Mit Stichtag 31.12.2025 lag der ausgewiesene Kassenbestand bei rund 6.000 Euro, also eine „schwarze Null“.

Große offene Forderungen mit Unsicherheitsfaktor im Umsatz

Ein wesentlicher Grund für diese Schere zwischen dem verbuchten Gewinn und dem tatsächlichen Kassenstand liegt in den Verträgen für die Insektenmastanlagen, die das Scaleup für seine Kunden baut. Zwar verbuchte Reploid einen Rekordumsatz von 37,9 Millionen Euro, wartete zum Bilanzstichtag jedoch noch auf erhebliche Kundenzahlungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen standen netto, also bereits nach Abzug von Wertberichtigungen, mit rund 18,6 Millionen Euro in der Bilanz.

Ein Unsicherheitsfaktor: Viele Kunden müssen vertraglich erst zahlen, wenn ein behördlicher Baubescheid für die jeweilige Anlage vorliegt. Da Fälligkeit und Zahlungszeitpunkt vieler Forderungen damit unsicher sind, musste Reploid den Wert seiner Forderungen drastisch korrigieren. Zum Bilanzstichtag summierten sich die Wertberichtigungen auf 13,8 Millionen Euro, wovon allein 12,1 Millionen Euro das operative Ergebnis des Jahres 2025 als Aufwand belasteten. Wegen dieser Unsicherheiten stufte der Prüfer Deloitte die Werthaltigkeit der Forderungen im Bericht als „besonders wichtigen Prüfungssachverhalt“ ein.

Viele Geschäfte im eigenen Firmennetzwerk

Auffällig ist zudem eine enge Verflechtung im eigenen Firmennetzwerk. Zu den offenen Kundenforderungen kommen weitere Forderungen von rund 6,5 Millionen Euro gegenüber Tochtergesellschaften, davon rund 2 Millionen Euro aus Lieferungen und Leistungen und der Rest aus Finanzierungen und Verrechnungen, sowie von rund 5,3 Millionen Euro gegenüber Beteiligungsunternehmen der Gruppe. Die Forderungen gegenüber den eigenen Töchtern mussten dabei bereits mit 5,5 Millionen Euro wertberichtigt werden, das entspricht rund 46 Prozent ihres ursprünglichen Werts.

Zusätzlich stiegen die Vermögenswerte durch ein von einer Tochterfirma erworbenes Patentrecht im Wert von knapp 4,8 Millionen Euro. Frisches Geld von außen brachte dieser interne Deal freilich nicht. Zum Stichtag standen zugleich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von knapp 6 Millionen Euro aus Verrechnungen in den Büchern.

„Kleine Kapitalgesellschaft“ Reploid muss keinen Konzernabschluss vorlegen

Ein weiterer auffälliger Punkt betrifft die Transparenz. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro, die Belegschaft auf Gruppenebene lag per Ende 2025 bei 109 Mitarbeitenden. Dennoch ist das Unternehmen formell weiterhin als „kleine Kapitalgesellschaft“ eingestuft. Zudem greifen laut Bericht die größenabhängigen Befreiungstatbestände des § 246 UGB: Reploid muss daher keinen Konzernabschluss aufstellen. Das tatsächliche Gesamtbild der Finanzen aller in- und ausländischen Tochterfirmen bleibt für die Öffentlichkeit damit teilweise intransparent. Die im aktuellen Bericht veröffentlichte Beteiligungsliste weist jedenfalls bei mehreren Tochtergesellschaften Verluste aus, was das Gesamtbild schärft.

Normaler Vorgang, außergewöhnliche Transparenz

Dass bei derartigem Wachstum ein hoher Kapitalbedarf besteht und es finanzielle Risiken und Unsicherheitsfaktoren gibt, ist bei Scaleups freilich völlig normal. Und auch dass bei den kommunizierten Zahlen eine Auswahl getroffen wird, die das Unternehmen gut dastehen lässt, ist gang und gäbe. Der Unterschied liegt freilich darin, dass Reploid als börsennotiertes Unternehmen höhere Transparenzpflichten hat. Es notiert seit Juli 2025 im direct market plus der Wiener Börse. Für Beobachter:innen bietet Reploids Jahresabschluss 2025 in Kombination mit der Presseaussendung jedenfalls ein spannendes Anschauungsobjekt, wie man mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen hantieren kann.

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