08.10.2022

HeldYn: Sebastian Kurz steigt in Wiener Pflege-Startup von zwei Gründerinnen ein

Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz gab seine zweite Startup-Beteiligung mit AS²K bekannt: In das Wiener Pflege-Startup HeldYn.
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Der Gesundheitsbereich scheint es Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz als Startup-Investor angetan zu haben. Nachdem er im Juli seine Investmentgesellschaft AS²K öffentlich machte, die er gemeinsam mit Alexander Schütz betreibt, der u.a. aus 2 Minuten 2 Millionen-Juror bekannt ist, folgte im August das erste Investment in das Anti-Hautkrebs-Startup SkinScreener. Nun wurde das zweite Investment publik: Eine Pre-Seed-Kapitalrunde für das erst im April gegründete Wiener Startup HeldYn. Unterzeichnet wurde das Investment bereits im Juni, wie Mitgründerin Simone Mérey dem brutkasten schreibt. Sie und Co-Founderin Sabine Niedermüller sind jeweils schon seit 2007 im Gesundheits- bzw. Pflegebereich tätig.

HeldYn-Gründerinnen Sabine Niedermüller und Simone Mérey
Die HeldYn-Gründerinnen Sabine Niedermüller und Simone Mérey | (c) HeldYn

„Über HeldYn können Gesundheitsfachkräfte freiberuflich tätig werden“

HeldYn sieht sich als „innovative Plattform für häusliche Pflege“, die mit wenigen Klicks pflegebedürftige Menschen mit professionellen Pflegekräften und Therapeuten zusammenbringen soll. „Top-Pflegeprofis sind rar und die Drop-out Rate ist hoch“, so Mitgründerin Niedermüller in einer Aussendung. „Über HeldYn können Gesundheitsfachkräfte freiberuflich tätig werden, um selbst zu entscheiden, wann und wie viel sie arbeiten möchten – zu deutlich höherem Stundenlohn.“

Auch Begleitung zu Kulturveranstaltungen im Repertoire – Start in Wien

Die Plattform bietet allerdings nicht nur medizinische Pflege-Leistungen und Physiotherapie an, sondern etwa auch Begleitungen zu Kunst- und Kulturveranstaltungen oder ähnlichem, wo ein Besuch für zu Pflegende alleine nicht gut oder gar nicht mehr möglich ist. Derzeit befindet sich das Startup noch in der „Alpha-Version“. Den Start macht man mit dem Angebot in Wien. Danach will man es sukzessive auf weitere Bereiche ausdehnen.

Sebastian Kurz: Persönliche Erfahrung mit Pflege

Für Sebastian Kurz weist das Konzept von HeldYn in der Aussendung „neue Wege in der Pflege auf und gibt dem Berufsbild Pflege zusätzlich neue Perspektiven“. Der Ex-Kanzler hat in der Vergangenheit mehrmals von der Pflege seiner Großmutter im Waldviertel gesprochen und betont, das ihm das Thema ein persönliches Anliegen ist.

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Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) drehwerk / Peter Mayr
Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) drehwerk / Peter Mayr

Rufe nach mehr politischer Rückendeckung für den Life-Science-Standort gibt es, wie auch in anderen Bereichen, schon lange. Bewegung in die Sache bringt nun einmal mehr die geopolitische Lage, konkret vor allem weitere Zolldrohungen durch US-Präsident Donald Trump. Bei einem gemeinsamen Medientermin von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer mit Pavol Dobrocky, Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, Pharmig, machte der Minister nun einige diesbezügliche Ankündigungen, wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet.

„Life-Science-Aktionsplan“

Diesen Herbst will die Regierung demnach einen „Life-Science-Aktionsplan“ erarbeiten. Man wolle die Innovationskraft des Sektors stärken, die Standortkosten senken, um mehr Produktion zu ermöglichen, und die Durchführung klinischer Studien erleichtern, wird Hattmannsdorfer in der „Presse“ zitiert. Zudem soll der Industriestrompreis künftig auch für die Erzeugung pharmazeutischer Grundstoffe gelten.

Life-Science-Startups bei Skalierung helfen

Konkret äußerte sich der Minister auch zu Life-Science-Startups. Diesen wolle man dabei helfen, schneller zu skalieren und ihre Produkte in den Markt zu bringen. Laut Austrian Startup Monitor 2025 ist die Branche mit 14,4 Prozent aller Startups die zweitgrößte innerhalb des heimischen Startup-Ökosystems nach IT/Softwareentwicklung.

Zudem wolle man auf EU-Ebene erreichen, dass die Life Sciences in den europäischen Industrial Accelerator Act aufgenommen werden. Der Gesetzesvorschlag soll etwa Investitionen in Produktionsstätten erleichtern und sehe auch „made in EU“-Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen vor. Außerdem denke man Beihilfen an, um Pharmaproduktionen in Österreich zu halten.

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