29.04.2025
INVESTMENT

Heizma: Wärmepumpen-Startup holt 2,5 Millionen Euro Wachstumskapital

Das Wiener Startup Heizma hat in einer Finanzierungsrunde 2,5 Millionen Euro eingesammelt, obwohl eigentlich "nur" zwei Millionen Euro an Kapitalaufnahme geplant waren. Mit dem Wachstumskapital sollen Marktanteile in allen Geschäftsbereichen hinzugewonnen werden.
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Heimzma
© Alissar Najjar - Alexander Valtingojer, Michael Kowatschew und Valentin Perkonigg von Heizma.

Im März 2024 gegründet, im Dezember desselben Jahres bei 70 Mitarbeiter:innen und einem Auftragsvolumen von rund zehn Millionen Euro. Mit diesem Rekordtempo in Sachen Wachstum schlug das auf Wärmepumpen- und Photovoltaik-Installationen spezialisierte Wiener Startup Heizma von Alexander Valtingojer, Michael Kowatschew und Valentin Perkonigg vergangenes Jahr große Wellen in der heimischen Szene – Kowatschew wurde von den brutkasten-Leser:innen auch zum „Innovator of the Year“ gekürt.

Heizma mit überzeichneter Runde

Besonders beeindruckte der Umstand, dass das Unternehmen dieses Wachstum schaffte, ohne ein Investment aufgenommen zu haben – über ihre Erfahrungen mit Bootstrapping berichteten sie im September des Vorjahres im brutkasten-Video-Talk. Nun sicherte sich man in einer überzeichneten Finanzierungsrunde 2,5 Millionen Euro an externem Kapital.

Heizma-Co-Founder über Bootstrapping: “Es waren 58 Cent am Konto”

Das erklärte Ziel für die kommenden Jahre sei es, möglichst viele Eigenfamilienhäuser zu elektrifizieren und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Ziel: maximale Eigenversorgung mit Wärme und Strom

Das Unternehmen setzt auf ein integriertes Komplettpaket: Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Stromspeicher, Wallbox und ein smartes Energiesteuerungssystem kommen aus einer Hand. Damit will Heizma Eigenheimbesitzer:innen den Umstieg auf günstige und klimafreundliche Energie so einfach und kostengünstig wie möglich machen.

„Unser Ziel ist es, Hausbesitzern maximale Eigenversorgung mit Wärme und Strom ohne finanzielle Belastung zu ermöglichen“, erklärt Kowatschew, Geschäftsführer von Heizma. „Dahinter steht die Vision einer kostengünstigen, unabhängigen Energieversorgung, die für alle leistbar und einfach zugänglich ist. Hierfür setzt Heizma auf innovative Technologien und ein neues, modernes Serviceverständnis im Handwerksbereich.“

Das Startup ist mittlerweile mit ihren eigenen regionalen Meisterbetrieben in Ost-, Nord- und Südösterreich vertreten und deckt, eigenen Angaben nach, damit rund 80 Prozent des heimischen Marktes ab. Die Expansion nach Tirol und Vorarlberg stehe unmittelbar bevor. Zusätzlich wurde mit „Heizma Elektro“ ein Geschäftsbereich für ergänzende Elektrodienstleistungen eröffnet. Seit der Übernahme der Grazer Firma meo ENERGY im Dezember 2024 bietet Heizma auch ein Energiemanagement-System an, das Energieflüsse im Haushalt automatisch optimiert.

Interesse groß

Eigentlich war eine Finanzierungsrunde über zwei Millionen Euro geplant – aufgrund des großen Interesses wurde diese jedoch um 25 Prozent auf 2,5 Millionen Euro aufgestockt. Zu den Wachstumskapitalgebern zählen prominente Investor:innen wie Bernhard Niesner (Busuu), Felix Porsche (FAP Beteiligungen), Ignaz Forstmeier (ehemals Personio), Hanno Lippitsch (Eversports), Laura Warnier (ehemals GoStudent), Sebastian Becker (Redalpine), Vital Laptenok (Flyer One Ventures), Fiona Macintyre (Forming Impact/Richard Branson), Daniel Dippold (EWOR), Henrik Piroth (heycater!), Karl Josef Seilern (Angel Invest), Chris Zemina (Future Fund & Pliant) und weitere Akteur:innen aus der europäischen Innovationsszene.

Mit dem gewonnenen Kapital will Heizma auch ein neues Finanzierungsmodell implementieren und sich dadurch vom Mitbewerb differenzieren: „Künftig können Kund:innen ihre Energielösungen – darunter Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Komplettpakete – ohne Anzahlung und mit flexiblen Zahlungsmodalitäten erwerben. Der Zugang zur Energiewende soll damit noch einfacher und unbürokratischer gestaltet werden“, heißt es per Aussendung.

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KI-Startups gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Siebt man jedoch jene aus, die sich über ein eigenes Large Language Model (LLM) trauen (und auch die Kompetenz dazu mitbringen) werden es plötzlich sehr wenige. Innerhalb Österreichs ist hier bislang das Linzer Startup NXAI rund um KI-Pionier Sepp Hochreiter zu nennen. Mit dessen Spinout Emmi AI, das zwar kein LLM, aber ein Foundational Model im Bereich Physical AI entwickelt hat, und dieses Jahr an Mistral aus Frankreich verkauft wurde, sollte ein zweites Linzer Unternehmen nicht ausgelassen werden. Und nun kommt ein drittes dazu.

Klarer Fokus auf Europa und digitale Souveränität

Auch Ablatic AI, ein Spinoff des LIT Open Innovation Center der Johannes Kepler Universität Linz, baut mit Talos ein eigenes LLM – und zwar mit klarem B2B-Fokus. Dass das Unternehmen rund um Florian Zimmermann und Julian Mauerkirchner dieses sehr rechenintensive Unterfangen stemmen kann, wird unter anderem über eine Kooperation mit AI Factory Austria AI:AT, wo man im Rahmen des EuroHPC-Programms europäische Hochleistungsrechenressourcen nutzt.

Doch wie wollen sich die Linzer gegen die übermächtige internationale Konkurrenz durchsetzen? Einmal mehr lautet die Antwort auf die Frage: digitale Souveränität. Talos sei bereits in seiner Architektur DSGVO- und AI-Act-konform; man decke den gesamten „Life Cycle“ des Produkts inklusive Hosting innerhalb Europas ab und falle so nicht unter den US-Cloud-Act. „Nicht das erste europäische KI-Modell. Das beste. Talos ist das fähigste, transparenteste und rechtssicherste Modell, das Europa jemals hervorgebracht hat, und wir haben es in Linz gebaut“, schreiben die Gründer durchaus selbstbewusst auf ihrer Website.

Kein Risikokapital

Der Plan ist dabei klar: den europäischen B2B-Markt erobern. Kernzielgruppe sind Unternehmen in regulierten Branchen wie Banken und Versicherungen sowie Softwareunternehmen. Schon in der aktuell noch laufenden Beta-Phase arbeitet Ablatic AI nach eigenen Angaben mit mehr als 100 Firmen zusammen. Schon Ende August soll der Marktstart erfolgen – dabei befindet sich das Unternehmen laut Impressum aktuell noch in Gründung.

Ob die großen Pläne aufgehen, bleibt freilich abzuwarten. Einen Teilaspekt könnte das Gründer-Duo früher oder später überdenken müssen. Man finanziere sich durch die EU, nicht durch Risikokapital, geben die beiden auf ihrer Website stolz an: „Wir bauen für Kunden, nicht für Investoren.“ Um mit den US-Riesen mit ihren bis zu elfstelligen Kapitalrunden konkurrieren zu können, könnte natürlich doch mehr externes Kapital notwendig werden.

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