24.09.2025
FORSCHUNG

HeartBeat.bio verkündet Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim

Das Wiener BioTech HeartBeat.bio geht eine Forschungskooperation mit Boehringer Ingelheim ein - und möchte damit neue Maßstäbe in der Forschung und Therapie von Herzkrankheiten setzen.
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heartbeat.bio
Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio. | Foto: HeartBeat.bio.

Vor knapp zwei Jahren holte sich das Wiener BioTech HeartBeat.bio, das 2021 gegründet wurde und im Vienna Biocenter ansässig ist, ein 4,5-Millionen-Euro-Investment nach Abschluss einer Pre-Series-A-Runde – brutkasten berichtete. HeartBeat.bio hat eine Plattform zur Wirkstoffentwicklung im Bereich von Herzerkrankungen entwickelt.

HeartBeat.bio baut menschliches Herz nach

Die sogenannte „Cardioid Drug Discovery“-Plattform basiert auf reproduzierbaren Herz-Organoiden, die die menschliche Physiologie des Herzens nachempfinden. Dadurch soll die Modellierung von Herzerkrankungen in einer Dimension ermöglicht werden, die mit anderen In-vitro-Systemen derzeit nicht erreicht werden kann, so das Unternehmen.

Nun vermeldet HeartBeat.bio einen weiteren Meilenstein: Nämlich eine Forschungskooperation mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Ziel der Kooperation ist es, gentherapeutische Behandlungen für genetisch bedingte Kardiomyopathien zu entwickeln. Die Kooperation soll insofern die Entwicklung von Therapien für erbliche Herzmuskelerkrankungen vorantreiben und befasse sich indes „mit einem hohen ungedeckten Bedarf“. Insofern seien genetische Kardiomyopathien nämlich eine der Hauptursachen für Herzinsuffizienz und plötzlichen Herztod, insbesondere bei jüngeren Menschen.

In den weltweit größten Pharmamärkten – darunter die USA und die „EU5“ mit Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich – seien in etwa eine Million Menschen betroffen. Vielen von ihnen stehen nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

„Wichtiger Schritt, um neue Behandlungen anzubieten“

„Durch die Modellierung genetischer Kardiomyopathien in menschlichen Herzorganoiden können wir potenzielle Therapien mit beispielloser Präzision und Geschwindigkeit screenen und profilieren“, sagte Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio. „Diese Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim ist ein wichtiger Schritt, um Patienten mit erblichen Herzerkrankungen neue, transformative Behandlungen anzubieten.“

Die Kooperation baut auf einer langjährigen Beziehung zwischen den beiden Unternehmen auf. Boehringer Ingelheim hat bereits zuvor zur Entwicklung der Cardioid-Plattform beigetragen, indem es pharmazeutisches F&E-Know-how zur Verfügung stellte, krankheitsrelevante Screening-Assays entwickelte und Referenzverbindungen für die Validierung lieferte.

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Feragen
© RVS - (v.l.n.r.) Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg), Thomas Heinzmann, Michael und Anja Geretschläger (alle Feragen), Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg).

Das Salzburger Genetik-Startup Feragen sorgte Anfang 2025 für Aufsehen, als es eine Kooperation mit Nestlé Purina verkündete – siehe hier. Nun beteiligt sich die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen am Unternehmen. Die Genossenschaft zur finanziellen und strukturellen Förderung junger und innovativer Unternehmen in Salzburg steigt mit einem sechsstelligen Betrag ein.

Feragen: Ursprung bereits 2012

Feragen geht auf die Forschung der Molekularbiologin Anja Geretschläger an der Universität Salzburg zurück, die damit bereits 2012 begann. 2017 wurde daraus ein Unternehmen. Heute führen Anja und Michael Geretschläger gemeinsam die Geschäfte. Während die Founderin die Bereiche Forschung und Entwicklung verantwortet, liegt der Fokus von Michael Geretschläger auf Vertrieb und Marketing. Aus dem universitären Spinoff ist ein international tätiges Diagnostiklabor mit Kundinnen und Kunden in zahlreichen europäischen Ländern geworden, heißt es per Aussendung.

Die Raiffeisen Salzburg Start-Up-Experten Bernhard Wimmer, Bernhard Tomasi und Herbert Stelzinger kommentieren die Beteiligung wie folgt: „Feragen zeigt, wie aus universitärer Forschung ein international erfolgreiches Unternehmen entstehen kann. Besonders beeindruckt haben uns die wissenschaftliche Tiefe, die klare Wachstumsstrategie und die konsequente Verbindung von Diagnostik und Digitalisierung. Das Unternehmen adressiert einen wachsenden Markt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und passt damit hervorragend zu unserer Beteiligungsstrategie. Wir freuen uns darauf, das Team auf dem weiteren Wachstumskurs zu begleiten.“

Über 10.000 User:innen

Ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie der Salzburger ist die digitale Plattform „myFERAGEN“. Durch sie verwalten Züchter, Zuchtverbände und Tierärzte genetische Daten und Analyseergebnisse. Aktuell nutzen eigenen Angaben zufolge rund 10.500 Anwender:innen die Plattform, auf der 38.000 Hunde erfasst sind. Mit dem integrierten Werkzeug DogMatching lasse sich bereits vor einer geplanten Paarung prüfen, wie gut zwei Tiere genetisch zusammenpassen. Dadurch können Risiken minimiert und die langfristige genetische Gesundheit von Populationen verbessert werden, so der Claim.

Mit der Beteiligung der Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen sollen digitale Angebote weiter ausgebaut und zusätzliche internationale Märkte erschlossen werden. „Ein Investor, der versteht, dass hinter unseren Analysen Forschung steht und kein schnelles Produkt, ist selten. Mit Raiffeisen haben wir genau diesen Partner gefunden – und das direkt vor unserer eigenen Haustür. Das Vertrauen, das uns hier entgegengebracht wird, ist Rückenwind und Verpflichtung zugleich. Wir gehen diesen Weg mit derselben wissenschaftlichen Konsequenz weiter, mit der wir ihn begonnen haben“, sagt Anja Geretschläger.

„Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt“

Auch Michael Geretschläger schlägt in eine ähnliche Kerbe, wenn er sagt: „Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt, sondern die Haltung dahinter: Die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen denkt regional und investiert langfristig – das passt exakt zu uns. Mit diesem Rückhalt können wir die nächsten Schritte deutlich schneller gehen: internationale Expansion und eine Plattform, die mitwächst. Dass aus Österreich ein Weltmarktführer im Pet-Bereich kommen kann, ist bewiesen. Wir haben vor zu zeigen, dass das auch aus Salzburg geht.“

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