18.02.2025
WAHRNEHMUNG

heart job: Wiener Startup zeigt Unternehmen ihre Außenwirkung

Unternehmenswerte beeinflussen Identität, Erfolg und Außenwahrnehmung eines Betriebs. Doch wie lässt sich messen, ob sie tatsächlich gelebt werden? Das Wiener Startup heart job nutzt Künstliche Intelligenz, um öffentlich verfügbare Daten zu analysieren und zu zeigen, mit welchen Werten Firmen in der Öffentlichkeit assoziiert werden.
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heart job, Außenwirkung, Firmenkultur
© Alexander Liebing - Simon Rutar und Sarah Brauns von heart job.

Firmenwerte sind heutzutage längst eine Währung der Außenwahrnehmung geworden. Laut Sarah Brauns und Simon Rutar, die 2024 das Startup heart job gegründet haben, würden Unternehmen, die ihre Werte konsequent leben, von höherer Mitarbeiterbindung, gesteigerter Innovationskraft und langfristigem wirtschaftlichen Erfolg profitieren.

Eigentlich liegt der Firmensitz von heart job in Braunschweig, Deutschland, doch wie Brauns erklärt: „Ein Teil vom Team, sowie auch mein Mitgründer Simon, sind in unserer Büro in Wien. Deswegen sehen wir uns vor allem als Wiener Startup.“

heart job: Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Das Unternehmen beider Gründer:innen entwickelt KI-gestützte Lösungen, um Unternehmenswerte messbar und strategisch nutzbar zu machen und sie authentisch zu verankern. So in der Theorie. In der Praxis zeige sich jedoch häufig eine Diskrepanz zwischen kommunizierten Werten und der tatsächlichen Wahrnehmung.

„Unternehmenswerte sind mehr als bloße Worte – sie sind das Fundament nachhaltigen Erfolgs. Entscheidend ist jedoch, ihre Authentizität zu gewährleisten“, sagt Rutar. „Viele Unternehmen verlassen sich auf ihr Bauchgefühl. Eine objektive Analyse gibt ihnen nun erstmals eine klare Grundlage, um zu erkennen, wie ihre Werte tatsächlich wahrgenommen werden.“

Social Media, Foren und Artikel als Quellen

Dies geschehe mittels der heart job-Technologie und als „datenbasierte Auswertung“ innerhalb von 48 Stunden, wie Brauns erklärt. „Damit unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Werte nicht nur sichtbar zu machen, sondern gezielt für strategische Ziele wie Mitarbeiterbindung, Kundenbeziehungen und wirtschaftliches Wachstum einzusetzen.“

Die KI des Wiener Startups wertet öffentlich zugängliche Quellen wie soziale Medien, Foren, Blogs und Presseberichte aus und gibt Unternehmen eine datenbasierte Einschätzung darüber, mit welchen Werten sie in der öffentlichen Wahrnehmung assoziiert werden. Diese Analyse kann zudem durch direktes Feedback von Mitarbeiter:innen, Kunden und Geschäftspartner:innen ergänzt werden. Zusätzlich erfassen Online-Umfragen die interne Wahrnehmung, um Stärken und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

heart job-Founder: „Analyse als Grundlage für Entscheidungen“

„Unsere Lösung kombiniert externe Wahrnehmung mit optionaler interner Werteanalyse und schafft damit eine fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen“, so Rutar weiter, der wie Brauns in ihrer Lösung ein strategisches Instrument für Unternehmen sieht, um ihre Firmenkultur nachhaltig zu stärken.

„Unsere Berichte gehen über reine Datenanalysen hinaus – sie sind ein strategischer Leitfaden für die Zukunft“, betont der gebürtige Kärntner. „Wir helfen Unternehmen nicht nur, ihre Werte zu verstehen, sondern sie auch aktiv für Wachstum und Innovation einzusetzen.“

Erste Testphase zu Ende

Die Technologie von heart job wurde in einer Testphase mit Unternehmen in Österreich und Deutschland erprobt. Dabei trat in vielen Fällen ein deutlicher Kontrast zwischen internen Unternehmenswerten und der öffentlichen Wahrnehmung zutage. Erste Kunden nutzen, den Founder:innen nach, bereits die gewonnenen Erkenntnisse , um ihre Werte gezielt zu schärfen und ihre Kommunikation zu optimieren.

Mit dem nun offiziellen Marktstart ist die KI-gestützte Analyse für Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar.

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calliora
© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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