24.06.2016

Hört, hört: Hearonymus aus Wien entwickelt Audioguides

Das Startup Hearonymus aus Wien stellt Audioguides fürs Smartphone her. Die beiden Gründer arbeiten nicht nur intensiv zusammen, sie sind sogar verheiratet. Hans Peter Haselsteiner, der auch als TV-Investor bei "2 Minuten 2 Millionen" tätig ist, investierte vor Kurzem in das junge Unternehmen. Im Interview spricht Gründer Peter Grundmann unter anderem darüber, wie es ist mit der Ehefrau zu gründen.
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Claudia und Peter Grundmann sind verheiratete Gründer (c) Hearonymus

Peter Grundmann und seine Frau Claudia sind Gründer und Geschäftsführer des Wiener Starups Hearonymus, das Audioguides für Smartphones anbietet. Im Brutkasten-Interview spricht der gebürtige Waldviertler und Wirtschaftswissenschafter Peter Grundmann über die Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau, über Startups im Kulturbereich und was er von seinem Investor Hans Peter Haselsteiner erwartet.

Kürzlich wurde bekannt, dass Hans Peter Haselsteiner einen sechsstelligen Betrag in Hearonymus investiert und sich mit sechs Prozent beteiligt hat. Wie konnten Sie Herrn Haselsteiner überzeugen?

Ich denke, dass es vor allem das Produkt/die Idee „Hearonymus“ selbst war, mit der wir bei Hans Peter Haselsteiner punkten konnten. Hearonymus bietet einerseits den günstigsten Audioguide auf dem Markt an und ist eine Plattform mit mittlerweile mehr als 250 Audioguides für Smartphones, die in Museen oder Ausstellungen zum Einsatz kommen. So können die User mit dem eigenen Smartphone beispielsweise eine Führung durch das Haus des Meeres, einen Rundgang auf dem WU Wien Gelände oder eine Besichtigung der Dachstein Rieseneishöhle machen. Zudem sind wir kein theoretisches Produkt oder eine Idee auf einem Flipchart, sondern wir haben bereits einen breiten Kundenstamm. Unsere Kunden kommen aus verschiedenen Bereichen, wie etwa das Leopold Museum, das Heeresgeschichtlichen Museum über das Kunsthaus Graz, gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Die Guides sind immer und überall einsatzbereit und funktionieren selbst offline. Sie eignen sich daher nicht bloß für Stadtspaziergänge, Schiff- und Bahnfahrten, sondern auch für Weinkellerführungen oder Höhlenbesichtigungen, wo der Internetempfang nicht garantiert ist. Das ist natürlich für einen Investor entscheidend. Wir nützen hier das Smartphone als unseren Verbündeten – alles was smart ist, gilt als jugendlich und sexy. Das bedeutet mitunter einen Imagetransfer für unsere Kunde, die damit auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen können. Ich denke, dass Herr Haselsteiner das Potential unseres „Smartups“ erkannt hat und sich darum an Hearonymus beteiligt hat. Er war auch bei der Investorensuche unser Wunschkandidat Nummer Eins.

„Hearonymus bezeichne ich gerne als Smartup.“

Sie bezeichnen Hearonymus als „Smartup“ oder war das ein Versprecher und Sie wollten Startup sagen?

Das Smarte an Hearonymus ist, dass wir zwei Wege verbinden, was von typischen Startups manchmal übersehen wird. Wir sind bei den Wachstumsraten und der Geschäftsidee ganz sicher ein Startup, aber wir handeln nach klassischen kaufmännischen Grundsätzen und orientieren uns an betriebswirtschaftlichen Gesetzen, was wir bei manchen Startups etwas vermissen. Deshalb nenne ich Hearonymus gerne ein Smartup.

Die App Hearonymus ist kostenlos, rund zwei Drittel der Audioguides sind ebenfalls gratis. Wie finanziert ihr Euch?

Unsere Haupteinnahmequelle als Dienstleister besteht in der preisgünstigen Erstellung und Verbreitung der Audioguides. Das Service umfasst dabei einzelne oder alle fünf Produktionsstufen: Textierung in der Redaktion, Sprecher und Sprecherinnen, Studioaufnahme und -produktion, Übersetzung in alle gewünschten Fremdsprachen und die Bereitstellung auf unserer Plattform. Wir bieten die einzelnen Bausteine zu Konditionen an, die Kunden sonst nicht so günstig bekommen würden. In zweiter Linie verdienen wir an den kostenpflichtigen Guides durch Downloads in den Stores. Mit den Audioguides sind wir in Wien sehr stark vertreten, die höchsten Zuwachsraten kommen aber im Moment aus den Bundesländern.

Sie haben das Startup zusammen mit ihrer Frau gegründet. Hatten Sie auch die Idee zu Hearonymus gemeinsam?

Ja. Meine Frau und ich haben 2012 die Sezession besucht und wir wollten uns den Beethoven Fries von Gustav Klimt ansehen. Nachdem wir einen Führerschein als Pfand hinterlegt haben, bekamen wir ein altes und klebriges Kastl in die Hand gedrückt. Zwei asiatische Touristen vor uns waren damit beschäftigt, den Audioguide mit einem Hygienetuch zu säubern. Die Tonqualität war sehr schlecht und Bilder gab es auch keine. Nach knapp 1,5 Stunden gaben wir die Guides wieder zurück, weil ich meinen Führerschein gerne wiederhaben wollte. Einen Tag später versuchte ich mich zu erinnern, was der Sprecher bei der mittleren Tafel des Frieses gesagt hatte und ich fragte meine Frau. Auch Claudia konnte sich nicht erinnern, weil es sehr viele Informationen in kurzer Zeit waren. Hier kam uns die Idee: Es wäre doch praktisch, einen Audioguide nicht nur während, sondern auch vor und nach dem Museumsbesuch konsultieren zu können. Ein Audioguide auf dem eigenen Smartphone bringt viele Vorteile: Die eigenen Kopfhörer sind hygienischer und ermöglichen eine bessere Tonqualität. Außerdem ist der Einsatz von Bildern möglich. Zudem entstehen für die Museen keine Hardware- oder Personalkosten für die Instandhaltung, Ausgabe oder Rücknahme. Ein Jahr später haben wir Hearonymus gegründet und wir sind bereits der führende Anbieter in diesem Bereich.

Sie sind zusammen mit ihrer Ehefrau in der Geschäftsführung von Hearonymus. Wie gelingt ihnen die Trennung von Beruf und Privatleben in der Praxis?

(c) Hearonymus
(c) Hearonymus

Hearonymus ist nicht das erste Unternehmen, das meine Frau und ich gemeinsam gegründet haben. Ich könnte es mir nicht mehr anders vorstellen. Hoffentlich sieht sie das genauso (lacht). Wir ergänzen uns sehr gut. Meine Frau ist Weltklasse bei den Finanzen, der Buchhaltung, im Controlling und bei administrativen Dingen. Außerdem hat sie als ausgebildete Innenarchitektin bei Design und Layout das Auge für das Schöne. Die Trennung von Beruf und Privat ist aber tatsächlich sehr schwer. Wir reden manchmal selbst im Bett noch über die Arbeit. Vor Kurzem hat sich unser 20-jähiger Sohn beim Essen beschwert, dass er den Namen Hearonymus nicht mehr hören könne. Seitdem reden wir bei den Mahlzeiten nicht mehr über das Geschäft. Aber die Verbindung von Beruf und Ehe hat auch seine Vorteile: Erst kürzlich waren wir drei Tage gemeinsam in London auf Dienstreise, um Audioguides anzuschauen. Das haben wir beide sehr genossen.

Wie groß war die Skepsis der Museen beim ersten Termin, mit einem unerfahrenen Startup zusammenzuarbeiten?

Bei den ersten Startpräsentationen 2013 haben wir 15 Audioguides vorgestellt und die Reaktionen waren überaus positiv. Das lag hauptsächlich daran, dass wir schon davor das Leopold Museum als Kunden gewinnen konnten. Das hat uns bei den weiteren Kontakten sehr geholfen. Prinzipiell kenne ich die Skepsis von Kunden, aber in diesem Fall hatten wir Glück. Mittlerweile denke ich eher an die vielen Einsatzmöglichkeiten. Alleine in Österreich gibt es beispielsweise rund 2.000 Schlösser und Burgen, in Deutschland sind es knapp 25.000. Überall Chancen, wohin das Auge auch blickt.

Sind sie mit anderen Startups aus dem Kunst- und Kulturbereich vernetzt? Gibt es hier einen Erfahrungsaustausch?

Ja, natürlich bin ich mit anderen Startups vernetzt. Die gehören aber alle – wie ich  –  zu der älteren Generation und sind aus unterschiedlichen Branchen. Wir treffen uns oft zum Afternoon-Tea und besprechen unsere strategischen Pläne. Ich sehe ein wenig das Problem, dass einige junge Startups zu wenig Erfahrung für einen Wissensaustausch haben. Wir gackern im Unterschied zu manchen dieser Jungunternehmer erst, wenn wir die Eier gelegt haben. Nicht schon, wenn wir ein Ei auf ein Flipchart gezeichnet haben.

Sie waren zuvor Geschäftsführer von „jobpilot Austria“ (später „monster“) und als Region Manager neben Österreich auch für die Schweiz, Ungarn, Polen und Tschechien verantwortlich. Was würden sie mit ihrer Erfahrung jungen Startups in der Gründungsphase raten?

Die Idee für ein neues Geschäftsfeld oder ein Unternehmen macht meiner Ansicht nach nur zirka zehn Prozent eines erfolgreichen Startups aus. In dieser Phase sollte man sich auch von niemand aus dem Konzept bringen lassen. Hier braucht es Mut, denn alle wissen es besser und erklären dir, warum es nicht funktionieren wird. Die nächsten zehn Prozent sind die Produktentwicklungsphase. Die Kundengewinnung macht 35 Prozent aus und die restlichen 35 Prozent fallen auf die Lieferung der Produkte oder Dienstleistungen. Jungen Unternehmern würde ich raten, einen finanziellen Polster zu haben, den Job erst bei den ersten Kunden zugunsten des Startups aufzugeben, die Firmenanteile so spät wie möglich herzugeben und erst mit einem bestehenden Kundenstamm auf Investorensuche zu gehen. Als Unternehmer sollte man einen Schritt nach dem anderen gehen und so viel wie möglich auslagern, sobald es irgendwo günstiger ist. So kann man die Fixkosten niedrig halten.

Welche Strategie hatten sie in der Finanzierungsphase und welche Erwartungen haben sie an Hans Peter Haselsteiner als Investor?

Auf unserer Suche nach einem geeigneten Investor war für uns das Image des Investors sehr wichtig. Nachdem Herr Haselsteiner neben seinem wirtschaftlichen Background generell als großer Kunstfan gilt, war er unsere erste Adresse. Bis jetzt sind wir aus eigener Kraft pro Jahr zwischen 200 und 300 Prozent gewachsen und das soll auch weiterhin so bleiben. Mit dem Investment von Herrn Haselsteiner können wir nun einige Schritte schneller setzen als geplant, vor allem was die Expansion in andere Länder betrifft. Wir hatten bereits in einigen großen Städten im Ausland Testpräsentationen und diese sind noch viel besser verlaufen, als erhofft. Da spielt wahrscheinlich auch der Ösi-Faktor mit, wir Österreicher finden irgendwie Anklang in anderen Ländern.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Scaleups. | © brutkasten

Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

Helferline

v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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