11.11.2025
HEALTH

HealthBlokk: App zeigt Restaurants für Menschen mit Unverträglichkeiten

Shideh Heravi litt neun Monate lang an diversen Beschwerden und niemand wusste warum. Als sie mit der richtigen ärztlichen Beratung auf ihre Unverträglichkeiten kam, wollte sie etwas bewegen. Heraus kam HealthBlokk.
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Healthblokk
© Philipp Steurer - Shideh Heravi von Healthblokk startet auch bald in Wien.

Shideh Heravi stammt aus dem Iran und ist seit rund acht Jahren in Österreich. Sie gründete vor fünf Jahren ein Startup, das sich gegen „Food Waste“ einsetzte, war aber zu dem Zeitpunkt immer wieder krank. Ganze neun Monate lief sie von Arzt zu Arzt und niemand konnte den Grund für ihre Beschwerden finden. Doch irgendwann schlug endlich eine Ärztin einen Laktose-Test vor und die Gründerin wusste, sie leidet an Unverträglichkeiten. Dies war der Startpunkt für ihr zweites Startup Healthblokk.

HealthBlokk-Gründerin: „Keine Ausreden mehr“

„Damals war es einfach nicht möglich, schnell und simpel herauszufinden, ob man an Unverträglichkeiten leidet“, erinnert sie sich. „Als es soweit war, wusste ich endlich, ich bin nicht verrückt.“

Nach Monaten gespickt mit Übelkeit, Kurzatmigkeit und anderen Beschwerden war zwar die Unwissenheit über ihr Leid beendet, jedoch hatte Heravi andere Hürden im privaten Umfeld. Sie konnte nicht wirklich mit Freunden ausgehen und Restaurants besuchen, weil nie wirklich klar war, welche Zutaten in den Speisen drin stecken.

Die Founderin wollte es jedoch nicht auf sich beruhen lassen, startete einen Blog zu dem Thema und reiste trotz eines Vollzeitjobs sehr viel, um sich zu informieren. Als sie schlussendlich die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt, sagte sie sich, „es gibt keine Ausrede mehr“ und startete ihr Business.

Win-Win

Im August des heurigen Jahres erblickte somit HealthBlokk das Licht der Welt und wurde gegründet. Kurz erklärt: Die App zeigt User:innen auf einfache Weise an, wo Menschen mit Unverträglichkeiten oder Diäten essen gehen können. Restaurants und Lokale erhalten dafür ein automatisiertes Allergenmanagement nach der EU-1169-Lebensmittelverordnung, eine Digitalisierung der Speisekarte und Zugang zu neuen Kund:innen.

„Wir helfen dabei, digitale Menüs zu erstellen und Allergien zu verifizieren“, sagt Heravi. „Unsere KI sieht sich das an und kann dann mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit schätzen, dass zum Beispiel die Pizza Margherita Milch enthält. Diese Annahme wird zum Restaurant geschickt, die sie dann bestätigt.“

HealthBlokk: zuerst Wien, dann Europa

HealthBlokk ist aktuell in Vorarlberg in kleinem Rahmen aktiv und startet mit dem Einzelhändler Sutterlüty im Dezember eine Kooperation als Pilotprogramm. Im kommenden Jahr ist eine Ausweitung auf weitere Städte geplant, darunter zuerst Wien. Ertrag macht das Startup per Subscription-Modell und hat für seine Idee bereits ein Business-Angel-Investment von 50.000 Euro erhalten.

„Wir arbeiten daran, uns ständig zu verbessern, unsere Daten, das Dashboard“, sagt Heravi. „Und wollen 2026 nach Wien auch in ganz Europa aktiv werden.“

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Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll eröffnete schon 2025 den Technology Impact Summit © TIS

Drei Monate vor der Veranstaltung präsentierten die Organisator:innen in Wien das Programm für den diesjährigen Technology Impact Summit. Die Think-Tank-Initiative, getragen von der Universität Graz, der TU Graz, Joanneum Research und der FH Joanneum, findet am 11. November 2026 in der Aula der Universität Graz statt. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die europäische Positionierung im globalen KI-Wettbewerb, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller EU-Regulierungen.

Interdisziplinärer Austausch

Die Ausgestaltung der europäischen Technologiepolitik erfordert laut den Initiator:innen eine branchenübergreifende Herangehensweise. „Der Technology Impact Summit entstand aus der Überzeugung, dass sich die großen technologischen Fragen unserer Zeit nicht innerhalb einer einzelnen Disziplin beantworten lassen, und bietet eine Plattform, auf der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf Augenhöhe diskutieren“, erklärt Markus Fallenböck von der Universität Graz.

Co-Organisatorin Magdalena Hankus ergänzt: „Innovation entsteht dort, wo Menschen, Perspektiven und Disziplinen zusammenkommen. Der Technology Impact Summit hat sich als Dialogplattform bewährt, die Orientierung gibt und neue Impulse liefert.“

Programmvorschau

Eröffnet wird der Summit von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, gefolgt von einer Keynote durch Corporate Vice President Microsoft Deutschland & Österreich Agnes Heftberger. Im Anschluss stehen verschiedene Diskussionsformate auf der Agenda. Der Frage, wie Europa das Rennen machen kann, gehen in einer Keynote Debate unter anderem Philipp Amann (Europäische Zentralbank), Stefan Mangard (Technische Universität Graz) und Daniel Keinrath (fonio.ai) nach.

Bei einer Oxford-Style Debate diskutieren Philipp Töbich (SAP) und Christian Winkelhofer (Accenture) über die Perspektiven einer europäischen KI-Infrastruktur. Den Blick auf die Welt von morgen und den gesellschaftlichen Impact technologischer Entwicklungen wirft Zukunftsforscher Tristan Horx.

Ausgelassenes Networking am TIC 2025 © Technology Impact Summit

Praxisnahe Use Cases

Abgerundet wird das Programm durch sogenannte „Lightning Talks“, die konkrete Anwendungsbeispiele und den Technologietransfer in die Wirtschaft in den Fokus rücken. Ein zentrales Projekt ist hierbei die Plattform DaphoOS.ai, die bei der Programmpräsentation in Wien bereits von Martin Holler (Universität Graz) vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes System für Entscheidungsfindung, Operations und Ressourcenmanagement im Gesundheitsbereich.

Weitere praxisnahe Use Cases steuern unter anderem Unternehmen wie Cancom, Experts Inside, EY, Joanneum Research, Manz und Taceo bei. Moderiert wird die Veranstaltung von der Tech-Insiderin Katrin-Cécile Ziegler.

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