29.05.2019

Haselsteiner und Gusenbauer steigen bei Kerns Blue Minds Holding ein

Nach der Mehrheitsübernahme des Startups Energy Hero von Eveline Steinberger-Kern, steigt die ZMH GmbH, hinter der Hans-Peter Haselsteiner steht, nun auch bei der Blue Minds Holding ein, bei der Ex-Bundeskanzler Christian Kern Gesellschafter und Co-Geschäftsführer ist. Auch Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer beteiligt sich indirekt.
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Blue Minds Holding - Alfred Gusenbauer, Christian Kern, Hans Peter Haselsteiner
Collage: Alfred Gusenbauer, Christian Kern, Hans Peter Haselsteiner Quelle: Wikimedia Commons

Im Jänner diesen Jahres kaufte die ZMH GmbH, die der Haselsteiner Familien-Privatstiftung von Hans Peter Haselsteiner gehört, bereits die Mehrheit des Startups Energy Hero, das von Eveline Steinberger-Kern gegründet worden war. Nun vertieften die Kerns (Anm. Ex-Bundeskanzler Christian Kern ist seit einiger Zeit aktiv im Familien-Business tätig) ihre Geschäftsbeziehung mit Hans Peter Haselsteiner. Die ZMH beteiligte sich in einer Kapitalrunde mit 20,1 Prozent an der Blue Minds Holding. Die Invest- und Beteiligungsgesellschaft Peak Pride GmbH holte sich in der Runde fünf Prozent Anteile. Über die Investment-Summe wurden keine Angaben gemacht.

+++ Wie Eveline Steinberger-Kern den Energiemarkt der Zukunft optimieren will +++

Blue Minds auf drei Ebenen

Es ist ein relativ komplexes Firmengeflecht, in das sich die Gesellschaften ZMH GmbH und Peak Pride GmbH da einkaufen. Die Blue Minds Holding ist die 100-prozentige Muttergesellschaft der Blue Minds Solutions GmbH, die Anteile an mehreren Startups (z.B. bgood und has.to.be) sowie am Wiener weXelerate hält. Hierarchisch nicht unter, sondern über der Blue Minds Holding, steht die The Blue Minds Company GmbH. Das Unternehmen, das Eveline Steinberger-Kern und ihrem Mann, Ex-Kanzler Christian Kern je zur Hälfte gehört, hält knapp über 50 Prozent an der Holding.

Peak Pride: Gemeinsame Gesellschaft von Haselsteiner und Gusenbauer

Spannendes Detail: Indirekt beteiligt sich in dieser Runde auch Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an der Blue Minds Holding, in der Ex-Kanzler Christian Kern nicht nur Gesellschafter, sondern auch Co-Geschäftsführer ist. Denn an der Peak Pride GmbH hält Gusenbauer laut öffentlich einsehbaren Firmendaten über seine Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH rund 20 Prozent. Auch Hans Peter Haselsteiner hält rund 20 Prozent an der Peak Pride. Gusenbauer sitzt übrigens im Vorstand seiner Haselsteiner Familien-Privatstiftung. Mehrheitseigentümerin der Peak Pride GmbH ist die W&M Investmentberatung und Controlling GmbH, hinter der die Immobilien-Investoren Andrea und Axel Mader stehen.

⇒ Zur Page von Peak Pride

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Pulse
© Knightify/Canva - Amirali Khoshneviszadeh, Founder | Knightify FlexCo.

„Wie geht’s?“. „Gut“ – Das ist die Konversation zwischen zwei Individuen, die wohl am häufigsten im deutschsprachigen Raum geführt wird, oftmals in einer Beziehung. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine Reflex-Antwort oder Verheimlichung des wahren Zustandes, sondern dem Wiener Software-Studio Knightify FlexCo zufolge, manchmal einfach um Unwissen, was mit einem los ist.

Pulse: Health-Daten als Hinweisgeber für Partner:in

„Der Tag war lang, der Schlaf war schlecht, der Kopf ist voll, die eigene Belastbarkeit ist niedriger als sonst. Man ist vielleicht nicht krank und braucht auch keine medizinische Diagnose. Man ist einfach erschöpft“, beschreibt Amirali Khoshneviszadeh, Gründer von Knightify, die unsichtbare Seite von Beziehungen. Und möchte mit „Pulse“ hier ansetzen.

Mit dieser App werden laut Unternehmen Daten aus Apple Watch und Apple Health herangezogen, um Hinweise für Partner:innen zu formulieren. Statt konkrete Messwerte wie Herzfrequenz, Schlafdauer oder HRV weiterzugeben, soll Pulse daraus einen allgemein gehaltenen Hinweis ableiten – etwa, dass ein ruhiger Abend sinnvoll sein könnte. Die App soll dabei weder Diagnosen stellen noch den Gesundheitszustand eines Nutzers oder einer Nutzerin bewerten.

„Wir wollten nicht noch ein Dashboard bauen, das Menschen dazu bringt, sich selbst ständig zu analysieren“, sagt Khoshneviszadeh. „Wir wollten herausfinden, ob Technologie manchmal auch etwas viel Einfacheres tun kann: einem Menschen helfen, den anderen besser zu verstehen, ohne dass dieser alles erklären muss.“

Datenschutz

Ein Schwerpunkt liegt laut dem Founder auf dem Datenschutz. Die Rohdaten würden auf dem iPhone verarbeitet und nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Auch Partner:innen erhalten demnach keine konkreten biometrischen Werte. Geteilt werden können stattdessen die daraus generierten sogenannten Wellness-Cues.

Das Teilen einzelner Signale soll zudem freigegeben werden können und sich jederzeit pausieren lassen. Zusätzlich bietet Pulse Funktionen wie einen privaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat, gemeinsame Erinnerungen, Fragen des Tages und Möglichkeiten, um um Nähe oder ein Gespräch zu bitten. Zyklusdaten können freiwillig aktiviert werden; sie bleiben standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit dem Partner geteilt, heißt es.

„Wenn Technologie in die intimsten Bereiche eines Menschen kommt, muss sie nicht nur mehr können. Sie muss auch wissen, was sie nicht tun sollte“, sagt Khoshneviszadeh hierzu.

Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App

Der Gründer bezeichnet Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App und arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an der Weiterentwicklung des Produkts. Dafür sammle das Unternehmen Feedback von Paaren, um herauszufinden, welche Informationen im Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich sind.

Langfristig spricht Knightify von „Relationship Intelligence“ – gemeint ist ein persönlicher Kontext, der das gegenseitige Verständnis unterstützen soll, ohne die Beziehung selbst zu bewerten. Pulse wurde in Wien entwickelt und ist laut Pressemitteilung derzeit kostenlos für iPhone und Apple Watch verfügbar; die Apple Watch ist optional.

„Wir glauben, dass die interessanteste Information in einer Beziehung nicht unbedingt lautet, wie jemand heute geschlafen hat“, sagt Khoshneviszadeh abschließend. „Interessanter ist vielleicht, was diese Information für genau diese zwei Menschen bedeutet.“

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