06.10.2022

Harry Herbs: Kärntner Pflanzentopf-Startup schon wieder erfolgreich auf Kickstarter

Das Kärtner Startup Gusta Garden startet zum wiederholten Mal den Verkauf eines Spezial-Topfs über Kickstarter - und ist wieder erfolgreich.
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Harry Herbs kann unterschiedlich eingesetzt werden und platziert werden | (c) Stills & Emotions OG
Harry Herbs kann unterschiedlich eingesetzt werden und platziert werden | (c) Stills & Emotions OG

Sie heißen „Paul Potato“, „Sissi Strawberry“, „Charly Chili“, „Tom Tomato“ und „Sammy Salad“: Das Kärntner Startup Gusta Garden hat sich auf spezielle Pflanztöpfe mit praktischen Features spezialisiert – die Namen sind selbsterklärend. Nun kam mit „Harry Herbs“ ein neuartiges Pflanzgefäß für Kräuter dazu.

Harry Herbs soll mit Vielseitigkeit punkten

Harry Herbs, der über ein integriertes Wasserreservoir verfügt, soll durch Vielseitigkeit punkten. Er lässt sich etwa sowohl indoor als auch outdoor sowie mit oder ohne Pflanzerde nutzen. „Harry deckt von der Anzucht für das Frühjahr, über den Anbau von Kresse, verschiedener Kräuter, bis hin zu Salaten in der Hydroponik Variante einfach alles ab“, meint dazu Co-Founder und Geschäftsführer Fabian Pirker in einer Aussendung. Mitgründer und Produktdesigner Lukas Bürger erklärt zudem: „Er kann einfach am Küchentisch, auf der Fensterbank oder im Wohnzimmer hingestellt, mit dem Wandmontage-Set wie ein Bild angebracht oder stylish über ein Geländer, beispielsweise am Balkon gehängt werden“.

Neue Kampagne von Kickstarter-Profi und Co-Founder David Diertrich

Nachdem bereits im Jahr 2018 mit „Paul Potato“ und „Sissi Strawberry“ erfolgreiche Kampagnen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter umgesetzt wurden, ging Gusta Garden nun mit Harry Herbs erneut diesen Weg. Das Pflanzgefäß kann dort aktuell vorbestellt werden und soll im Jänner geliefert werden. Federführend dahinter steht Co-Founder David Dietrich, der – auch mit anderen Startups – bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte auf der Plattform umgesetzt hat. Wichtigstes Ziel der neuerlichen Kampagne ist, international für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Bereits 60.000 Euro

Das Funding-Ziel wurde mit 10.000 Euro bewusst niedrig angesetzt und konnte noch während eines vom Startup veranstalteten Launch-Events erreicht werden. Nach wenigen Tagen steht die Harry Herbs-Kampagne bereits bei mehr als 60.000 Euro von rund 450 Unterstützer:innen. Sie läuft noch den ganzen Oktober lang. Laut Startup ist es die bis dato erfolgreichste österreichische Kickstarter-Kampagne im Jahr 2022.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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